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recht.de • Thema anzeigen - Unterhaltspflichtiger Vater arbeitslos seit 3 Jahren
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BeitragVerfasst: 10.08.17, 21:37 
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Registriert: 10.08.17, 21:08
Beiträge: 5
Hallo!

Mein Exmann ist hoch qualifiziert, hat mehrere Titel.
Nun ist er aber trotzdem seit 3 Jahren arbeitslos und zahlt deshalb auch keinen Unterhalt.
Er schreibt hauptsächlich copy & paste Bewerbungen, weil er es wohl sprachlich nicht so inne hat (er ist Ausländer) und sie nicht individuell gestalten kann oder will, obwohl er nun fast schon 20 Jahre in D lebt.
Auf seiner Webseite hat er den Lebenslauf mit vielen Rechtschreibfehlern.
Ich möchte ihm bis hierher ja keine böse Absicht unterstellen, aber nun habe ich erfahren, dass er sein 1-jähriges Kind regelmäßig zu Bewerbungsgesprächen mit nimmt, obwohl seine jetzige Frau zuhause ist. Er möchte auch nicht jeden Job annehmen, nur sein "Niveau"....
Die Beistandschaft beim Jugendamt macht nichts, die sagen immer nur, wenn das Jobcenter das so akzeptiert, akzeptieren wir das auch! Allerdings wissen die das mit dem Kind beim Vorstellungsgespräch noch nicht.

Ich habe zwar nun den Unterhaltsvorschuss beantragt, da es den ja jetzt wieder gibt bis Kind 18 ist und die Zahlung kann noch dauern. Aber ich frage mich, wie lange er denn noch das so durchziehen möchte? Ich arbeite Vollzeit, und das ist wirklich ein Spießrutenlauf mit 3 Kindern...(2 nicht von ihm, und alleinerziehend) und dazu noch finanziell knapp.

Wie sieht denn die Rechtslage aus? Könnte ich vor Gericht mehr erwirken?

Danke
Claudia


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BeitragVerfasst: 10.08.17, 22:03 
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Beiträge: 8446
Hallo,

wenn Ihnen die Beistandsschaft des Jugendamts zu "lasch" ist mit der Betreibung des Unterhaltsanspruchs Ihres Kindes, dann können Sie mittels eines Anwalts den Vater auch selbst auf Unterhalt verklagen. Beantragt werden müsste dann die Berechnung des Unterhalts anhand eines fiktives Einkommens, das der Vater erzielen könnte. Der für Unterhaltszahlungen einzusetzende Betrag würde sich dann aber auf 2 Kinder verteilen.

_________________
Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 10.08.17, 22:15 
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Registriert: 10.08.17, 21:08
Beiträge: 5

Themenstarter
Hallo,

danke für Ihre Antwort!

Wie sind denn da die Erfolgsaussichten?
Zahlen kann er ja mit ALG II nicht.... Was hätte das Kind davon?
Meines Wissens ist die Düsseldorfer Tabelle schon für 2 Kinder ausgelegt


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BeitragVerfasst: 10.08.17, 22:34 
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Beiträge: 8446
Zitat:
Zahlen kann er ja mit ALG II nicht.... Was hätte das Kind davon?
Meines Wissens ist die Düsseldorfer Tabelle schon für 2 Kinder ausgelegt
Wenn man mit der Klage durchkommt, würde der Selbstbehalt soweit abgesenkt (um 10 bis 20% würde ich schätzen, dass er vom H4 noch Unterhalt noch ca. 100€ Unterhalt), verteilt auf 2 Kinder zahlen müsste.

Zitat:
Wie sind denn da die Erfolgsaussichten?
Keine Ahnung!

_________________
Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 11.08.17, 05:40 
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Beiträge: 3462
SusanneBerlin hat geschrieben:
Zitat:
Zahlen kann er ja mit ALG II nicht.... Was hätte das Kind davon?
Meines Wissens ist die Düsseldorfer Tabelle schon für 2 Kinder ausgelegt
Wenn man mit der Klage durchkommt, würde der Selbstbehalt soweit abgesenkt (um 10 bis 20% würde ich schätzen, dass er vom H4 noch Unterhalt noch ca. 100€ Unterhalt), verteilt auf 2 Kinder zahlen müsste.

Wird dann wirklich auch der Selbstbehalt gesenkt? Fiktives Einkommen hatte ich nur in Verbindung mit "es wird angenommen man verfügt über ein Einkommen von X € und darauf wird dann der Unterhalt berechnet und tituliert" in Erinnerung. Ob dann wirklich auch genügend Geld vorhanden ist und vollstreckt werden kann, ist was anderes.

@Canatloupe, es bringt ihnen nicht zwingend sofort mehr Geld in die Tasche, aber ggf kann das später mal ihren Kindern helfen.
Unterhalt ist keine Einbahnstraße, irgendwann später kann es ja passieren das mal ihre Kinder für den Vater zahlen sollen (Pflegeheim lässt grüßen). Und da gilt aktuell, nur wer selber Unterhalt geleistet hat kann auch später welchen verlangen. Von daher würde ich den Weg versuchen und alles gut aufbewahren, kann später mal ihren Kindern viel Geld ersparen.


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BeitragVerfasst: 11.08.17, 07:10 
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Registriert: 06.02.05, 10:23
Beiträge: 8084
Das alles kann im Prinzip doch dahingestellt bleiben. Selbst wenn mit einem fiktiven Einkommen gerechnet würde, würde die Zwangsvollstreckung doch ins Leere gehen bei einem ALG II Empfänger. Denn es glaubt doch hier niemand ernsthaft, dass ein "Berufsarbeitsloser" von irgend jemandem einen Job angeboten bekommt. Und wenn, dann wäre das Gehalt doch so gering, dass bei zwei Kindern nicht mehr raus käme als bei der Unterhaltsvorschußkasse.

Und ob das Job-Center nicht weiss, was da abgeht, das wage ich zu bezweifeln. Arbeitgeber informieren nämlich durchaus das Center, wenn sie das Gefühl haben, dass es jemand drauf anlegt, nicht genommen zu werden.

Chavah


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