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recht.de • Thema anzeigen - Wechselmodell per Zwang
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 Betreff des Beitrags: Wechselmodell per Zwang
BeitragVerfasst: 13.09.17, 10:13 
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Sehr geehrte Damen und Herren,

Folgende Konstellation:
Meine Schwester und ihr Mann leben getrennt.
Sie haben zwei gemeinsame Kinder. 5 und 6 Jahre.
Die Kinder leben bei meiner Schwester und der Vater
hat sie alle 14 Tage Freitag bis Montag und jeden zweiten
Mittwoch über Nacht bis Donnerstag.

Er wollte von Anfang an das Wechselmodell. Meine Schwester ist
allerdings dagegen, da Organisation der Belange der Kinder
bei ihr liegen. Bsp Logopädie, Vereinsaktivitäten, Elternabende,
Arztbesuche, Zahnarzt.
Auf Rückmeldungen kommt selten eine Kenntnisnahme.
Umgänge nimmt er regelmäßig wahr und die Kinder lieben natürlich
ihren Vater. Aber er versucht sie auf jede Reaktion mit
Vorwürfen zu belegen.

Nun hat er, ohne Rücksprache mit dem Jugendamt durch
mit dem Jugendamt durch seinen Anwalt schreiben lassen, dass sie
im eigenen Interesse Umgänge ausgesetzt hätte, ect.
Dieses stimmt aber nicht.

Er droht mit den Familiengericht, wenn sie nicht freiwillig
zu stimmt.

Wie schaut es aus, wenn es gar soweit kommen sollte, mit der neuen Gesetzeslage.
Welche räumlichen Vorraussetzung benötigt das Modell für den
anderen Elternteil?

Gruß Robert


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 Betreff des Beitrags: Re: Wechselmodell per Zwang
BeitragVerfasst: 13.09.17, 10:29 
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RobertKiel hat geschrieben:
Er droht mit den Familiengericht, wenn sie nicht freiwillig
zu stimmt.

Zu was soll sie zustimmen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Wechselmodell per Zwang
BeitragVerfasst: 13.09.17, 10:33 
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Beiträge: 2

Themenstarter
Dem Wechselmodell als Umgangsvariante.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wechselmodell per Zwang
BeitragVerfasst: 13.09.17, 13:14 
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Beiträge: 9497
Zitat:
Wie schaut es aus, wenn es gar soweit kommen sollte, mit der neuen Gesetzeslage.
Welche räumlichen Vorraussetzung benötigt das Modell für den
anderen Elternteil?
Im Gesetz steht nichts dazu. Mietrechtlich wurde mal entschieden, dass eine Wohnung von 26 qm mit 2 Erwachsenen und 2 Kindern überbelegt ist (Amtsgericht München, AZ 415 C 3152/​15)

_________________
Grüße, Susanne


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 Betreff des Beitrags: Re: Wechselmodell per Zwang
BeitragVerfasst: 13.09.17, 18:16 
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Beiträge: 4705
RobertKiel hat geschrieben:
...
Die Kinder leben bei meiner Schwester und der Vater
hat sie alle 14 Tage Freitag bis Montag und jeden zweiten
Mittwoch über Nacht bis Donnerstag.

Er wollte von Anfang an das Wechselmodell. Meine Schwester ist
allerdings dagegen, da Organisation der Belange der Kinder
bei ihr liegen. Bsp Logopädie, Vereinsaktivitäten, Elternabende,
Arztbesuche, Zahnarzt.

Fernab der Rechtslage versteht man den Zusammenhang hier nicht: Wenn die Kinder bislang 14tätig am Wochenende und Mittwoch Abend auf Donnerstag beim Vater waren, kann er das schlecht organisieren und durchführen.
Bei Wechselmodell müsste er natürlich einen Teil - der bei 5-6jährigen wohl eher überschaubaren "Vereinsaktivitäten, Elternabende" und die sonstigen Termine- übernehmen, wenn sie in seiner Zeit anfallen.

Zitat:
Auf Rückmeldungen kommt selten eine Kenntnisnahme.

:?: unverständlicher Satz. Eine Kenntnisnahme kommt nicht, die hat man oder eben nicht, nachdem man eine Rückmeldung erhalten hat.

Zitat:
Er droht mit den Familiengericht, wenn sie nicht freiwillig
zu stimmt.

Die Wahrnehmung von gesetzlich verbrieften Rechten ist keine "Drohung" i.e.S.

Zitat:
Wie schaut es aus, wenn es gar soweit kommen sollte, mit der neuen Gesetzeslage.
Welche räumlichen Vorraussetzung benötigt das Modell für den
anderen Elternteil?

Eine Wohnung und Platz für die Kinder. Oder nach welchen räumlichen Voraussetzungen fragt man?


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 Betreff des Beitrags: Re: Wechselmodell per Zwang
BeitragVerfasst: 19.09.17, 15:06 
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Beiträge: 193
winterspaziergang hat geschrieben:
Zitat:
Welche räumlichen Vorraussetzung benötigt das Modell für den
anderen Elternteil?

Eine Wohnung und Platz für die Kinder. Oder nach welchen räumlichen Voraussetzungen fragt man?

Wobei ich mich auch frage, warum Kinder bei einem Wechselmodell mehr Platz brauchen sollten, als wenn sie weniger als die Hälfte der Zeit beim Vater sind. Wenn sie jetzt schon an 4-5 von 14 Tagen beim Vater sind, ändert sich ja nicht so sehr viel, wenn es dann 7 von 14 Tagen sind - oder?


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 Betreff des Beitrags: Re: Wechselmodell per Zwang
BeitragVerfasst: 21.09.17, 17:07 
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Beiträge: 8115
Letztlich kommt es doch auf zwei Fragen an:

1. Entspricht es dem Kindeswohl, hier ein Wechselmodell zu praktizieren? Verkraftet es das?

2. Können die Eltern noch soweit kommunizieren, dass sie die Erziehung des Kindes abstimmen können? Entsprechen die Erziehungsprinzipien sich in etwa? Beim Umgang ist ein solcher "Gleichschritt" nicht unbedingt erforderlich, bei gemeinsamer Aufzucht der Kinder schon.

Das können wir hier nicht abschätzen.

Chavah


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 Betreff des Beitrags: Re: Wechselmodell per Zwang
BeitragVerfasst: 22.09.17, 07:00 
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Beiträge: 4705
Chavah hat geschrieben:
1. Entspricht es dem Kindeswohl, hier ein Wechselmodell zu praktizieren? Verkraftet es das?

2. Können die Eltern noch soweit kommunizieren, dass sie die Erziehung des Kindes abstimmen können? Entsprechen die Erziehungsprinzipien sich in etwa? Beim Umgang ist ein solcher "Gleichschritt" nicht unbedingt erforderlich, bei gemeinsamer Aufzucht der Kinder schon.


1 und 2 hängen eng miteinander zusammen- allgemein betrachtet und was anderes ist hier ohnehin nicht möglich.
Wenn
Zitat:
Er wollte von Anfang an das Wechselmodell. Meine Schwester ist
allerdings dagegen

ergeben sich allerlei Möglichkeiten, für den, der aktuell die Kinder in Obhut hat, dafür zu sorgen, dass die Kinder es scheinbar nicht verkraften statt Wochenendbesuchen eine 2. Wohnung zu haben, in der sie mehr Zeit verbringen. Da werden wie hier beispielhaft zu sehen z.B. auch solche Dinge wie Elternabende bei 5jährigen und die Terminvergabe beim Zahnarzt als organisatorisches Hindernis vorgebracht.

Beim Thema "Gleichschritt" ist immer interessant, wie wichtig die Frage bei getrennt Lebenden wird, während es in einer selbst schlecht funktionierenden Ehe, in der beide sich z.B. regelmäßig übel und vor den Kindern streiten o.ä. niemand interessiert, auch nicht, wie sich das mit dem Kindeswohl verträgt


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 Betreff des Beitrags: Re: Wechselmodell per Zwang
BeitragVerfasst: 22.09.17, 14:19 
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Weisst du, es sind nicht immer die bösen Ex-Männer oder Ex-Frauen. Es sind häufig die Kids, denen der ständige Wechsel zu stressig ist. Dann ist die Lieblingshose vergessen worden, dann fehlen Schulsachen, die besten Freunde klingeln an der falschen Tür. So ein Klassiker aus meinem Umfeld: einvernehmliche Scheidung, beide Elternteile Pauker, wohnen nur knapp 10 Minuten voneinander entfernt. Eigentlich ideal fürs Wechselmodell. Eltern wollten auch. Es war beiden Töchtern zu stressig. Irgendwie hat sich da sehr schleichend bei dem einen Kind das Wohnen beim Vater, beim anderen das Wohnen bei der Mutter eingependelt. Ist doch auch in Ordnung. Da die Eltern ja doch recht viel Freizeit haben, hat sich weiterhin eingependelt, dass die Elternteile mit den Kindern, die nicht bei ihnen Leben, ganz laaaange Ferien machen. Und dass in den Ferien eben auch mal länger beim anderen Elternteil geblieben wird. Aber das ständige Pendeln, nee, das haben beide Kinder nicht gut verkraftet.

Ich denke, man sollte da sehr genau auf die Kinder schauen. Und sich darüber im Klaren sein, dass das Wechselmodell teuer ist. Doppelt Klamotten, 2 PCs u.s.w.

Also, so furchtbar einfach ist das nicht.

Chavah


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 Betreff des Beitrags: Re: Wechselmodell per Zwang
BeitragVerfasst: 22.09.17, 15:31 
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Beiträge: 4705
Chavah hat geschrieben:
Weisst du, ...
Also, so furchtbar einfach ist das nicht.

Chavah


Danke, aber Lebensweisheiten oder persönliche Lebensgeschichten aus dem Umfeld wurden hier nicht erfragt und tragen auch nicht zur Rechtslage bei. Es wurde auch nirgendwo geschrieben, dass hier irgendwas "furchtbar einfach" ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wechselmodell per Zwang
BeitragVerfasst: 25.09.17, 09:32 
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Beiträge: 13326
Wohnort: Internet
Zitat:
Ich denke, man sollte da sehr genau auf die Kinder schauen. Und sich darüber im Klaren sein, dass das Wechselmodell teuer ist. Doppelt Klamotten, 2 PCs u.s.w.

Teurer ist das nur für den Teil, der sonst Unterhalt beziehen würde. Der andere kommt nicht selten günstiger aus der Nummer raus, wenn die Zeit für das Wechselmodell eh schon da ist/war (und die Arbeitszeit wegen des Wechselmodells nicht reduziert werden muss). Deshalb finden ja (meist) Frauen das Wechselmodell auch blöd. In den meisten Fällen ist das für die finanziell besser sich lieber stärker alimentieren zu lassen.

_________________
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.


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