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recht.de • Thema anzeigen - Schuhkauf im Web
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 Betreff des Beitrags: Schuhkauf im Web
BeitragVerfasst: 06.11.17, 14:54 
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Registriert: 06.11.17, 14:48
Beiträge: 1
Ein paar Schuhe wurden auf einer Seite für Kleinanzeigen gekauft.
Der angegebene Preis lag bei ca 350€
X bot 120€, der Verkäufer erklärte sich einverstanden und X überwies die Summe unverzüglich.

Nun erklärte der Verkäufer, dass es sich um einen Irrtum handele, da er von einem Preisangebot von 320€ ausgegangen war.
Kann der Verkäufer nun vom KV zurücktreten, weil er sich „verlesen“ hat?

Wie ist die Rechtslage?


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 Betreff des Beitrags: Re: Schuhkauf im Web
BeitragVerfasst: 06.11.17, 14:59 
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Beiträge: 9481
Zitat:
Kann der Verkäufer nun vom KV zurücktreten, weil er sich „verlesen“ hat?

Ja kann er. Das nennt sich Anfechtung wegen Irrtums. https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__119.html
BGB hat geschrieben:
§ 119 Anfechtbarkeit wegen Irrtums
(1) Wer bei der Abgabe einer Willenserklärung über deren Inhalt im Irrtum war oder eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte, kann die Erklärung anfechten, wenn anzunehmen ist, dass er sie bei Kenntnis der Sachlage und bei verständiger Würdigung des Falles nicht abgegeben haben würde.

_________________
Grüße, Susanne


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 Betreff des Beitrags: Re: Schuhkauf im Web
BeitragVerfasst: 06.11.17, 17:29 
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Registriert: 21.08.14, 15:57
Beiträge: 6818
SusanneBerlin hat geschrieben:
Zitat:
Kann der Verkäufer nun vom KV zurücktreten, weil er sich „verlesen“ hat?

Ja kann er. Das nennt sich Anfechtung wegen Irrtums. https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__119.html
BGB hat geschrieben:
§ 119 Anfechtbarkeit wegen Irrtums
(1) Wer bei der Abgabe einer Willenserklärung über deren Inhalt im Irrtum war oder eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte, kann die Erklärung anfechten, wenn anzunehmen ist, dass er sie bei Kenntnis der Sachlage und bei verständiger Würdigung des Falles nicht abgegeben haben würde.



Das ist weder ein relevanter Inhalts-, noch ein Erklärungsirrtum.

Wenn der Verkäufer sich verliest und darauf das Angebot annimmt, ist das allein sein Problem. Das ist etwas ganz anderes, als ob er sich verspricht oder vertippt, will 320 tippen, tippt aber 120.

Hier, verlesen, liegt kein relevanter Irrtum i.S. § 119 I vor. Sonst könnte JEDER Vertrag einfach mit der Behauptung angefochten werden, "ich habe mich verlesen".

Ob sich das lohnt, das weiterzuverfolgen ist die Frage, aber ein Anfechtungsrecht hat der Verkäufer hier ganz sicher nicht, wenn das Angebot klar auf 120 gelautet hst.


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