Navigationspfad: Home arrow Foren
Foren
recht.de • Thema anzeigen - Kostenloses WLAN nicht verfügbar - Mängelrüge
Aktuelle Zeit: 22.11.17, 14:24

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 12 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 22.10.17, 19:57 
Offline
FDR-Mitglied

Registriert: 22.07.05, 12:51
Beiträge: 60
Hallo,
ein Hotelzimmer in Deutschland wird über ein deutsches Buchungsportal gebucht.
In der Zimmerbeschreibung der Buchungsbestätigung steht "WLAN ist in allen Bereichen nutzbar und ist kostenfrei."

Vor rund nem Jahr gab es dazu diesen Thread: viewtopic.php?f=23&t=270926&hilit=wlan
Aber ohne rechtes Ergebnis...

Da mich das Thema grundsätzlich interessiert:
Besteht ein Schadenersatz-Anspruch, falls das Netzwerk des Hotels in 2 abgelegenen Zimmer nicht mal bei der WLAN-Suche angezeigt wird?
Geschweige denn Geschwindigkeit, Internet-Zugriff, ...
Also ein reiner, vom Hotel zu verantwortender, Umstand, dessen Behebung z.B. durch WLAN-Repeater unproblematisch möglich ist.

Und um es gleich vorwegzunehmen: Theoretischer Fall, kein Mensch wird wegen möglicher 20€ Datenkosten aufgrund fehlender Flatrate einen Anwalt beauftragen!

Vielen Dank im Voraus


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 22.10.17, 21:02 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 16.11.13, 14:23
Beiträge: 4720
summerhill hat geschrieben:
Besteht ein Schadenersatz-Anspruch, falls das Netzwerk des Hotels in 2 abgelegenen Zimmer nicht mal bei der WLAN-Suche angezeigt wird?
Geschweige denn Geschwindigkeit, Internet-Zugriff, ...

welcher bezifferbarer Schaden ist entstanden?


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 23.10.17, 08:17 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 24.06.12, 00:03
Beiträge: 968
Wohnort: Im hohen Norden
Wenn die Unterkunft nicht wie ausgelobt ausfällt, kann man aufgrund der Minderleistung seitens des Veranstalters ggf. den Reisepreis mindern und sich Geld zurückzuholen.

Dabei sind Reisemängel unverzüglich dem Reiseleiter vor Ort melden und Abhilfe verlangen (§ 651c BGB). Der Veranstalter muss die Möglichkeit haben, die Mängel innerhalb einer angemessenen Frist zu beseitigen.
Wurden die Mängel nach der Anzeige nicht behoben, müssen Sie nach der Rückkehr innerhalb eines Monats Ihre Ansprüche beim Reiseveranstalter geltend machen (§ 651g Abs. 1 BGB).

Reisende müssen mögliche Mängel nachweisen. Also: Protokoll und Beschreibung. Auch Zeugen wären ein Beweismittel.

Anhalte für die Höhe einer etwaigen Minderung finden sich hier:
Zitat:
http://www.finanztip.de/frankfurter-tabelle/


Fehlen des vorab zugesagten kostenfreien WLAN würde ich demnach wie "fehlender Fernsehempfang" mit 5% beziffern.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 23.10.17, 13:48 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 27.01.05, 02:00
Beiträge: 13347
Wohnort: Internet
Zitat:
welcher bezifferbarer Schaden ist entstanden?

Naja einfach ein bisschen auf den entsprechenden Videodiensten streamen und schon explodieren die Kosten. Will ich also im Urlaub mal eben ne Staffel Game of Gedöns gucken purzeln die Gigabytes die man da per LTE nachbucht nur so runter... Pro Tag kann man da locker einen 3stelligen Betrag erreichen...

_________________
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 23.10.17, 14:13 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 11.09.13, 20:55
Beiträge: 829
windalf hat geschrieben:
Zitat:
welcher bezifferbarer Schaden ist entstanden?

Naja einfach ein bisschen auf den entsprechenden Videodiensten streamen und schon explodieren die Kosten. Will ich also im Urlaub mal eben ne Staffel Game of Gedöns gucken purzeln die Gigabytes die man da per LTE nachbucht nur so runter... Pro Tag kann man da locker einen 3stelligen Betrag erreichen...

Ist ja nett, aber wo ist da jetzt der Schaden? Wenn ich im Wissen, dass ich kein Wlan habe, anfange Serien zu streamen, dann ist das kein Schaden, sondern persönliches Pech.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 23.10.17, 14:18 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 27.01.05, 02:00
Beiträge: 13347
Wohnort: Internet
Zitat:
Wenn ich im Wissen, dass ich kein Wlan habe, anfange Serien zu streamen, dann ist das kein Schaden, sondern persönliches Pech.

Wiki sieht das anders...

https://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtleistung

Zitat:
Bei einem vorliegenden Reisemangel kann der Reisende nach § 651c Abs. 2 BGB innerhalb einer von ihm bestimmten angemessenen Frist Abhilfe verlangen. Ist diese Frist erfolglos verstrichen, so kann der Reisende selbst Abhilfe schaffen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen.

_________________
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 23.10.17, 14:25 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 11.09.13, 20:55
Beiträge: 829
Wiki sieht das kein bisschen anders. Zugesichert war nur Wlan Zugang, nicht die Möglichkeit, zu streamen so lang und viel man möchte. Und schon bleibt man auf den Kosten selbst sitzen.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 23.10.17, 14:30 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 27.01.05, 02:00
Beiträge: 13347
Wohnort: Internet
Zitat:
Zugesichert war nur Wlan Zugang, nicht die Möglichkeit, zu streamen so lang und viel man möchte.

Dann dürfte derStreitpunkt sein, welche Bandbreite für welche Dauer. (Wenn nichts konkret angegeben ist würde ich da mal eher annehmen eine Gericht urteilt verbraucherfreundlich) Stream ist auch mit schlechter Bandbreite kein Problem (auch wenn man dann im eigentlichen Sinne nicht mehr streamt). Man guckt einfach nachdem der Film runtergeladen/zwischengespeichert wurde. Auch dafür bedarf es dann des versprochenen WLANs

_________________
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 24.10.17, 10:26 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 24.06.12, 00:03
Beiträge: 968
Wohnort: Im hohen Norden
windalf hat geschrieben:
Zitat:
Zugesichert war nur Wlan Zugang, nicht die Möglichkeit, zu streamen so lang und viel man möchte.

Dann dürfte derStreitpunkt sein, welche Bandbreite für welche Dauer. (Wenn nichts konkret angegeben ist würde ich da mal eher annehmen eine Gericht urteilt verbraucherfreundlich) Stream ist auch mit schlechter Bandbreite kein Problem (auch wenn man dann im eigentlichen Sinne nicht mehr streamt). Man guckt einfach nachdem der Film runtergeladen/zwischengespeichert wurde. Auch dafür bedarf es dann des versprochenen WLANs


Wenn Sie gelegentlich den Ausgangsbeitrag auch lesen würden, würden Sie sehen, worum es dem TE geht:

- Verfügbarkeit WLAN allgemein
- Geschwindigkeit
- Zugriff auf das Internet (WLAN kann ja auch heissen, ich sehe nur das Hotelintranet....)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 29.10.17, 18:11 
Offline
FDR-Mitglied

Registriert: 22.07.05, 12:51
Beiträge: 60

Themenstarter
Vielen Dank für die Antworten, der Hinweis auf § 651g Abs. 1 BGB und die Frankfurter Tabelle war Klasse.
Ein recht geringer Schaden ist durch den Kauf eines zusätzlichen Tagepasses entstanden, da unser Datenlimit überschritten wurde, auch ohne Streaming :D Enscheidender für uns ist, dass solche Masche nicht einreisst und alle Hotels mit WLAN werben und dann nicht mal in einen Repeater investieren.
Zum Wlan-Empfang: Das Hotel-Netz wurde nicht angezeigt, geschweige denn Internetzugriff, Bandbreite etc.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 29.10.17, 18:43 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 21.08.14, 15:57
Beiträge: 6829
summerhill hat geschrieben:
Vielen Dank für die Antworten, der Hinweis auf § 651g Abs. 1 BGB und die Frankfurter Tabelle war Klasse.
...



Wenn bloß ein Hotelzimmer gebucht wurde, ist das aber gar nicht einschlägig, siehe § 651a BGB, "Durch den Reisevertrag wird der Reiseveranstalter verpflichtet, dem Reisenden eine Gesamtheit von Reiseleistungen (Reise) zu erbringen."

Aber das ist nicht so schlimm, der Beherbergungsvertrag ist im Kern ein Mietvertrag. Und wenn versprochene Leistungen nicht angeboten werden, besteht ein Minderungsrecht und u.U. ein Schadensersatzanspruch aus Mietrecht.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 29.10.17, 19:47 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 19.05.06, 10:10
Beiträge: 6453
Eine mögliche Schadensentwicklung könnte bei einem Geschäftsreisenden allerdings völlig andere Ausmaße annehmen, wie bei einem Urlaubsreisenden.

_________________
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
Achtung: Meine Beiträge können Meinungsäusserungen, Denkanstösse, sowie Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 12 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y
©  Forum Deutsches Recht 1995-2017. Anbieter: Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim , RB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail info[at]recht.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Lesen Sie hier unsere Mediadaten!