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recht.de • Thema anzeigen - Übliche Vorgehensweise bei Hausdurchsuchungen
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BeitragVerfasst: 11.03.12, 01:14 
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Hallo,

ich bin aus aktuellen Gründen erneut auf einen Videomittschnitt eines Vortrags zum Thema Hausdurchsuchungen gestolpert. (Udo Vetter, Lawblog)
Für die, die es noch nicht kennen, darf ich es hoffentlich hier verlinken: http://www.Internetmusikbörse [Name geändert].com/watch?v=a0n1PNpB00g
(Der Vortrag ist sehr kurzweilig und unterhaltsam gestaltet ist, also unbedingt anschauen :D )

Nach einiger weiterer Recherche ergeben sich mir noch ungeklärte Fragen, welche mir hoffentlich hier beantwortet werden.

Gehen wir mal grundsätzlich von einem eher weniger "interessanten" Auslöser aus, um bei IT Kriminalität zu bleiben, geht es um Filesharing ohne gewerblichen Hintergrund.

In dem Vortrag wird erwähnt, dass man generell die Möglichkeit hat ein Öffnen der Tür von sich aus zu unterlassen (ggf. um sich Zeit zu verschaffen)
Ein befreundeter Polizist (allerdings ein Frischling ohne praktische Erfahrung) hat mir nun mitgeteilt, dass als Türöffner auch Tricks verwendet werden können (Zutritt als Postbote, o.ä.)
Ist soetwas grundsätzlich zulässig, oder müssen Beamte sich sofort als Solche zu erkennen geben?

Im Beitrag wurde darauf hingewiesen, dass bei einer Hausdurchsuchung generell Zeugen anwesend sein müssen.
Wie sieht das in der Praxis aus? Werden diese bei einer Durchsuchung üblicherweise mitgebracht, oder darf man die Polizisten solange vor der Tür warten lassen ohne dass die gleich das Recht haben eine Tür zu beschädigen?

Mal angenommen es geht um eine Durchsuchung in einem Zweifamilienhaus ohne innen abschließbaren Wohneingang.
Wenn die Herrschaften nun von der anderen Wohnpartei ins Haus gebeten werden, darf der Verdächtige diese seiner Wohnung verweisen, sofern keine Zeugen anwesend sind oder andere Kriterien für die Durchsuchung nicht erfüllt werden (Keine Kopie des Durchsuchungsbefehls,etc.)
Da ich die starke Vermutung habe, dass sich die Polizisten nur äußerst schwer argumentativ aus einer zu durchsuchenden Wohnung beten lassen, interessiert mich ob es da einen Ansatz gibt vor Erfüllung der grundsätzlichen Vorraussetzungen für die Durchsuchung gefundene Beweismittel für ungültig zu erklären (bzw. gleich die ganze Durchsuchung)?
Darf ein Polizist in diesem Fall den Verdächtigen daran hindern Beweismittel zu vernichten, beispielsweise durch herunterfahren eines verschlüsselten PC's?

Dann wäre noch eine Frage, wie sieht es in der Praxis aus mit der Einschränkung auf den zu durchsuchenden Wohnraum?
Wir bleiben auch hier beim Fall des Einfamilienhauses mit zwei Wohnparteien, am Beispiel einer Familie mit einem Sohn, welcher die obere Etage bewohnt.

Angenommen der Sohn würde anhand der IP Adresse seines Internetanschlusses identifiziert. Wäre eine Durchsuchung des kompletten Hauses zulässig (im Zweifelsfall würden die Polizisten auf Gefahr im Verzug entscheiden und das Haus trotzdem komplett durchsuchen, sofern in den Räumen des Verdächtigen keine verdachtserhärtenden Gegenstände gefunden werden können?)
Wird in so einem Fall der Durchsuchungsbeschluss für das komplette Haus ausgestellt oder höchstwarscheinlich nur für den Wohnraum des Verdächtigen?

Abschließend wüsste ich noch gerne, wie so eine Hausdurchsuchung generell abläuft, wenn die Beamten einmal Zutritt haben.
Wenn wir auch hier beim Fall des Filesharings bleiben, beschränkt sich die Durchsuchung auf den Wohnraum wo offensichtlich der einzige Computer in der Wohnung steht oder würde die komplette Wohnung inkl. aller Schlafzimmerschrankschubladen, etc. durchsucht?

Dass ein Schrank ohne Stromanschluss keinen Computer beherbergen kann sollte in meinem Augen klar sein.
Aber wenn selbst Drucker beschlagnahmt werden, weil die Beamten offensichtlich keine Ahnung von der Materie haben frage ich mich ob das in dem Fall irgendjemanden interessiert.
Dabei geht es mir primär nicht darum, dass ein Verdächtiger dort Beweisstücke für Andere Straftaten haben könnte, sondern vielmehr um die Wahrung einer gewissen Privatsphäre.
Ich weiß ja nicht, was ihr so im Schlafzimmerschrank habt, aber bei mir wäre es nicht ausschließlich Wäsche :D
Und wenn in diesem Fall benachbarte Zeugen anwesend wären, könnte es zu gewissen Peinlichkeiten führen....

Mir geht es hier eigentlich darum mich mal ein bisschen schlau zu machen, wie so eine vermutlich Jedem unangenehme Maßnahme abläuft und hoffe hier den Ein oder Anderen zu finden, der sowas schon erlebt hat (aus welcher Perspektive auch immer :D )

Vielen Dank und schönes Wochenende....


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BeitragVerfasst: 11.03.12, 09:07 
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Beiträge: 515
Zitat:
Wenn wir auch hier beim Fall des Filesharings bleiben, beschränkt sich die Durchsuchung auf den Wohnraum wo offensichtlich der einzige Computer in der Wohnung steht oder würde die komplette Wohnung inkl. aller Schlafzimmerschrankschubladen, etc. durchsucht?

Das Objekt das im Durchsuchungsbeschluß steht, darf durchsucht werden.
Und was würde eine Durchsuchung nützen, wenn der Verdächtige Bereiche hätte, die nicht durchsucht werden dürfen?
Anstatt den PC verschlüsseln zu müssen, würde dann ja ein USB-Dildo mit SD-Karte in der Schlafzimmerschublade als sichere Aufbewahrung genügen.


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BeitragVerfasst: 11.03.12, 09:34 
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Beiträge: 5517
Natürlich darf die Polizei "tricksen".... wäre ja sonst zu einfach für die Täter...

... die andere Wahl ist anstatt zu klingeln, die Tür mit Gewalt zu öffnen...




.... der Drucker kann auch alt Tatmittel der Einziehung unterliegen...

... und in Schränken ohne Strom könnten externe Festplatten, Cd´s oder so liegen...


Unterstellen Sie den Herren nicht immer gleich Ahnungslosigkeit.


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BeitragVerfasst: 11.03.12, 09:48 
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Beiträge: 3344
Moin,

ralle123 hat geschrieben:
Dass ein Schrank ohne Stromanschluss keinen Computer beherbergen kann sollte in meinem Augen klar sein

ist das so?

@Wächter - im Schrank ohne Strom steht das Laptop? :mrgreen:

ralle123 hat geschrieben:
Aber wenn selbst Drucker beschlagnahmt werden, weil die Beamten offensichtlich keine Ahnung von der Materie haben frage ich mich ob das in dem Fall irgendjemanden interessiert.

In der Regel wird nicht der Drucker sondern eine "EDV Anlage" beschlagnahmt. Mit Tatatur und Maus etc.
ralle123 hat geschrieben:
Darf ein Polizist in diesem Fall den Verdächtigen daran hindern Beweismittel zu vernichten, beispielsweise durch herunterfahren eines verschlüsselten PC's?

Er darf und er wird.
ralle123 hat geschrieben:
Dabei geht es mir primär nicht darum, dass ein Verdächtiger dort Beweisstücke für Andere Straftaten haben könnte, sondern vielmehr um die Wahrung einer gewissen Privatsphäre.

Privatsphäre bei einer HD? Die Antwort benötigen sie nicht wirklich?
Sie sollten sich den Videoclip des Herrn Udo V. aus D. nochmals etwas genauer ansehen. Da finden sich, wenn auch zwischen den Zeilen, die meisten Antworten der von ihnen hier gestellten Fragen.

mano

_________________
Beamte arbeiten nicht - sie machen irgendwas, jedenfalls arbeiten tun sie nicht.


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BeitragVerfasst: 11.03.12, 11:23 
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Beiträge: 20560
Wohnort: Zwischen Flensburg und Sonthofen
Zu den zutreffenden Angaben manos noch ein paar Ergänzungen.

Das findet man zur Hinzuziehung eines Zeugen bei der Durchsuchung:

Zitat:
Zu der Durchsuchung einer Wohnung, von Geschäftsräumen oder befriedeten Besitztums sind ein Gemeindebeamter oder zwei Mitglieder der Gemeinde als Zeugen hinzuzuziehen, wenn nicht der Richter oder Staatsanwalt selbst an der Durchsuchung teilnimmt (§ 105 Abs. 2 StPO).


Habe das selbst als Zeuge öfters mal mitmachen müssen. Nicht immer angenehm.

Zitat:
Voraussetzung für eine Durchsuchung beim Verdächtigen sind zureichende tatsächliche Anhaltspunkte, dass eine bestimmte Straftat verübt wurde und aufgrund kriminalistischer Erfahrung die Vermutung besteht, dass der Zweck der Durchsuchung (s. o.) erreicht werden kann (konkretisierter Anfangsverdacht, § 102 StPO), aber noch kein hinreichender Tatverdacht.


Man geht also schon mal nicht mehr zu einem völlig unbeleckten Zeitgenossen.

Zitat:
geht es um Filesharing ohne gewerblichen Hintergrund.


Ihre Meinung in allen Ehren, aber wenn sie diese Geschichte bereits so verniedlichen, sollten Sie bedenken, dass durchaus ein gewerblicher Hintergrund besteht. Denn Geschädigte dieser niedlichen Sicht über das Thema Raubkopien sind die Rechteinhaber.

Wollen Sie dass jemand über den Besitz von Autos oder Comutern eine ähnlich niedliche Sicht der dinge entwickelt.

Falls Sie weder Auto noch Computer besitzen, streichen Sie diese beiden Begriffe und setzen stattdessen etwas, was Ihnen lieb und teuer ist.

_________________
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)


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BeitragVerfasst: 11.03.12, 13:23 
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Beiträge: 6155
Zitat:
Man geht also schon mal nicht mehr zu einem völlig unbeleckten Zeitgenossen.


Da mag ich jetzt aber widersprechen. Mittlerweile kann eine Hausdurchsuchung jeden treffen. Es reicht ein falscher Zeitstempel auf irgendeinem Server dieser Welt um eine IP einem völlig Unbeteiligten zuzuordnen womit sich schon ein Anfangsverdacht ergeben kann. Wie war das Beispiel von Herrn Vetter mit der unbeschrifteten CD. Das führte dazu dass ein komplettes Haus durchsucht wurde.
In meiner Stadt gab es grade eine Haussuchung bei einem Kommunalpolitiker weil er laut einer anonymen Beschuldigung die Installation einer Heizungsanlage günstiger bekommen haben soll. In diesem Fall wurde schon mal ermittelt und das prüfende RPA konnte nichts auffälliges finden. Gefühlt kann bei der infationären Anwendung der Methode Haussuchung tatsächlich Jede/r betroffen sein egal wie absurd sich das darstellt. Für mich kommt bei den Ängsten die Haussuchung direkt nach dem Wohnungseinbruch.

Ich hab aber auch noch ergänzende Fragen zum Vortrag :D

Wenn im Durchsuchungsbeschluss nur Wohnhaus und Straße XY Hausnummer 123 steht, darf dann wirklich das komplette Haus durchsucht werden?
Wenn im Beschluss keinerlei Grund für die Durchsuchung angegeben ist darf trotzdem durchsucht werden?
Gab es schon jemals irgendwelche Konsequenzen wegen einer widerrechtlichen Durchsuchung? Ausser vielleicht "Böse Buben/Madels das dürft ihr aber nicht nochmal tun... bis zum nächsten Mal"
Ich mein das muss schlimm sein nach Hause zu kommen, Wohnung verwüstet Wertgegenstände weg und dann feststellen ne waren Einbrecher die durften das...
Meine Unterlagen für die Steuer, die Versicherungen etc befinden sich alle auf dem PC wenn der weg ist hab ich ein Problem. (Für alle Fälle ausser Haussuchung gibt es Sicherungsmaßnahmen (Feuer, Einbruch etc))
Ich gehe (anders als Herr Vetter) davon aus, dass eine Haussuchung bei einem Unschuldigen stattfindet.

_________________
"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw


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BeitragVerfasst: 11.03.12, 17:26 
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Registriert: 09.08.10, 08:09
Beiträge: 165
Oktavia hat geschrieben:

Ich hab aber auch noch ergänzende Fragen zum Vortrag :D

Wenn im Durchsuchungsbeschluss nur Wohnhaus und Straße XY Hausnummer 123 steht, darf dann wirklich das komplette Haus durchsucht werden?
Ich gehe (anders als Herr Vetter) davon aus, dass eine Haussuchung bei einem Unschuldigen stattfindet.


Nicht nur Haus, sondern auch das gesamte Grundstück, mit Keller und evtl. angemieteter Garage dürfen mit durchsucht werden. Ausnahme ist bei einem unzweifelhaften Ausschluß, wie es bei ganz normalen Mietern der Fall wäre. Sprich: mehrere Wohneinheiten im Haus (Bsp.Wohnblock). Wie es jedoch in diesem Fall mit gemeinsam genutzten Keller/Speicher der Fall ist (z.B. bei abgetrennten Abteilen, aber gemeinsamen Fahrradkeller, Waschküche etc.), kann ich nicht genau sagen.

Probleme gibt es dann schon eher bei Familienverbünden oder Wohngemeinschaften.

Wohngemeinschaften:
Durch das Untermietverhältnis gehen der Vermieter und der Mieter ein besonderes Vertrauensverhältnis ein. Das bedeutet, dass die Polizei davon ausgehen muss, wenn die Wohnungs-Türen in den jeweiligen Privatbereich(Schlafzimmer, die Luxusversion: mit eigenem Bad) nicht beständig abgeschlossen sind, jeder Zutritt haben kann. Damit ist es genug Rechtfertigung.
Alles was im gemeinsamen Bereich, Wohnzimmer, Küche, Bad, Büro(!)... ist, wird noch komplizierter. Hier hilft nicht einmal ein verschlossener Bereich(Schrank, Tresor) vor der Durchsuchung und eventuellen Beschlagnahme(hoffentlich in Relation auf den jeweiligen Tatbestand bezogen).
Vor allen Dingen, wenn einer oder mehrere der WG-Kollegen im Augenblick der Durchsuchung nicht anwesend sind.

Es fehlt die eindeutige Zuordnung des Eigentums. Und da nach bestem Wissen und Gewissen zu Handeln ist, dürfen die Beamten gar nicht anders handeln und müssen für die Beweismittelsicherung alles in Augenschein nehmen. Wie soll die Polizei in solchen Fällen denn sonst auch vorgehen?


Familienverbünde:
Bei Familien gilt der Vertrauensschutz. Und damit ein nochmal weitergehendes Vertrauensverhältnis. Das bedeutet, dass bei einem gemeinsam genutzten Eingang jederzeit davon ausgegangen werden kann, dass ein Betreten und damit Verstecken von Beweismitteln möglich ist.
Weitergeführt ist davon auszugehen, dass sich Familienmitglieder gegenseitig helfen und daher jederzeit Möglichkeit zum Zutritt in die jeweils andere Wohneinheit gegeben hat. Auch durch Schlüssel. Hier gilt es das Gegenteil zu beweisen!
Bei einem gemeinsamen Eingang ist eine unbenutzte Küche im Fall einer Einliegerwohnung z.B. schon Indiz genug, davon ausgehen zu können, dass bei Muttern gegessen wird und damit Zutritt zur Wohnung gewährt ist.
Bzw. heutzutage die Tatsache, dass ein selbstständiger Handwerker keinen Rechner besitzt, den Schluss erlaubt, dass der Computer seiner Familie mitbenutzt wird und dieser somit vom Zoll zur Beweismittelsicherung einbehalten wird. :mrgreen:

Und bei dem ganzen Vorgehen sollten die Polizei-/Zoll-Beamten dabei neutral bleiben und weder von einer Schuld, noch einer Unschuld der Verdächtigen ausgehen. :lol:

_________________
Jeder ist für die Konsequenzen seines Handelns selbst verantwortlich.


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BeitragVerfasst: 11.03.12, 17:38 
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Themenstarter
Oktavia hat geschrieben:
Ich gehe (anders als Herr Vetter) davon aus, dass eine Haussuchung bei einem Unschuldigen stattfindet.


Das kommt sicherlich ganz darauf an in welchen Rahmen der Vortrag gehalten wurde. Leider habe ich keine ergänzenden Informationen dazu gefunden, aber wenn es sich beispieslweise um eine Versammlung des CCC oder eine ähnliche Veranstaltung handelt, dürfte der hintergrund ein Anderer sein....

Zitat:
Das Objekt das im Durchsuchungsbeschluß steht, darf durchsucht werden.
Und was würde eine Durchsuchung nützen, wenn der Verdächtige Bereiche hätte, die nicht durchsucht werden dürfen?
Anstatt den PC verschlüsseln zu müssen, würde dann ja ein USB-Dildo mit SD-Karte in der Schlafzimmerschublade als sichere Aufbewahrung genügen.


Sehe ich ein, macht Sinn, war schon spät gestern.... :oops:

Zitat:
.... der Drucker kann auch alt Tatmittel der Einziehung unterliegen...


Sorry kann ich absolut nicht nachvollziehen....

Zitat:
... und in Schränken ohne Strom könnten externe Festplatten, Cd´s oder so liegen...


Das kann ich durchaus nachvollziehen, habe dazu oben schon geschrieben!

Zitat:
Privatsphäre bei einer HD? Die Antwort benötigen sie nicht wirklich?
Sie sollten sich den Videoclip des Herrn Udo V. aus D. nochmals etwas genauer ansehen. Da finden sich, wenn auch zwischen den Zeilen, die meisten Antworten der von ihnen hier gestellten Fragen.

mano


Bedeutet für mich, dass ein Verdächtiger im Falle einer Durchsuchung absolut keine Rechte hat. Die Herren vor der Tür und wenn die einmal auf ist, ist vorbei... (Anders als im Beitrag geschildert)
Es geht mir hier nur darum praxisnahe Antworten zu bekommen, bitte nicht falsch verstehen.
Das die gesetzliche Vorgehensweise von der tatsächlichen deutlich abweichen wird, ist mir völlig klar, daher würde mich interessieren, wie wirklich vorgegangen wird...

Zitat:
ralle123 hat geschrieben:
Darf ein Polizist in diesem Fall den Verdächtigen daran hindern Beweismittel zu vernichten, beispielsweise durch herunterfahren eines verschlüsselten PC's?

Er darf und er wird.


Wenn er zu diesem Zeitpunkt in der Wohnung des Verdächtigen nichts zu suchen hat, weil die Bedingungen für die HD nicht erfüllt sind, bzw. Unterlagen fehlen?
Hat er in diesem Fall überhaupt das Recht sich in der Wohnung des Verdächtigen aufzuhalten, sofern dieser dem widerspricht?
Ebenso hier: Wie sieht das in der Praxis aus, wenn sie einmal drin sind...

Zitat:
ist das so?

@Wächter - im Schrank ohne Strom steht das Laptop? :mrgreen:



Macht Sinn, habe ich oben auch schon was zu geschrieben..



Zitat:
Zu der Durchsuchung einer Wohnung, von Geschäftsräumen oder befriedeten Besitztums sind ein Gemeindebeamter oder zwei Mitglieder der Gemeinde als Zeugen hinzuzuziehen, wenn nicht der Richter oder Staatsanwalt selbst an der Durchsuchung teilnimmt (§ 105 Abs. 2 StPO).


Halte ich in vorbenanntem Fall für äußerst fragwürdig. Stastsanwälte sind, wenn auch nicht hochbezahlt, keine Geringverdiener.
Sollte kein Anfangsverdacht zu gewerbsmäßigem Filesharing vorliegen, interessieren den Staat die Interessen von ausländischen Rechteinhabern vermutlich nur sekundär.
Ich hoffe ich liege da mit meiner Einschätzung richtig? Falls nein, wäre es ein weiterer Punkt der mich am deutschen Justizsystem stört....

Schonmal vielen Dank für die zahlreichen Antworten, ich hoffe das geht so weiter :D


Zuletzt geändert von ralle123 am 11.03.12, 23:39, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 11.03.12, 17:51 
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Bei einer Hausdurchsuchung oder Festnahme sollte die Polizei nicht "tricksen". Das kann fuer die Polizei unter Umstaenden schlecht ausgehen.

_________________
Freie DNS-Server:
87.118.100.175 (Germany Privacy Foundation)
85.214.73.63 (FoeBuD e.V.)
213.73.91.35 (CCC)
Anleitung zum Umstellen:
http://www.ccc.de/censorship/dns-howto/


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BeitragVerfasst: 11.03.12, 20:01 
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Ich bin mir bewusst, dass man bei einer Haussuchung keinerlei Rechte hat. Das hat man bei Handlungen von Polizisten nie es sei denn sie sind offensichtlich rechtswirdig (sexuelle Handlung...) . Ansonsten darf man sich gern hinterher beschweren was allerdings auch nichts ändert und Wiedergutmachungen sind ja auch nicht vorgesehen. Eine verwüstete Wohnung darf man allein wieder herrichten.

Was machen die eigentlich bei Messiwohnungen? :devil:

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BeitragVerfasst: 11.03.12, 23:34 
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Zitat:
Bei einer Hausdurchsuchung oder Festnahme sollte die Polizei nicht "tricksen". Das kann fuer die Polizei unter Umstaenden schlecht ausgehen.



Ich weiß ja nicht, was du so für ein Verhältnis zu Deinem Postboten hast, aber ich würde meinen nicht erschießen wenn er klingelt? :roll:


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BeitragVerfasst: 12.03.12, 06:35 
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Da der Link verändert wurde: Sollte jemand das Video nicht kennen, findet man es schnell, wenn man nach dem Titel "Sie haben das Recht zu schweigen" sucht. Wirklich ein gutes Video zum Umgang mit der Polizei in solchen Fällen. Zudem teils recht unterhaltsam.

Sascha


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BeitragVerfasst: 12.03.12, 06:45 
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ralle123 hat geschrieben:
Zitat:
Bei einer Hausdurchsuchung oder Festnahme sollte die Polizei nicht "tricksen". Das kann fuer die Polizei unter Umstaenden schlecht ausgehen.

Ich weiß ja nicht, was du so für ein Verhältnis zu Deinem Postboten hast, aber ich würde meinen nicht erschießen wenn er klingelt? :roll:


Alle unbescholtenen BürgerInnen die sowas hinter sich haben berichteen dass sie immer zuerst an einen verbrecherischen Überfall gedacht haben wenn sie einen nächtlichen Polizeiüberfall hinter sich haben. Es gab ja schon einige Adressverwechslungen. Da ich keine Schusswaffen besitze, könnte (und wolte!) ich nicht schießen aber vermutlich shcliefe ich auch so fest dass ich das Ganze wohl kaum mitbekäme :devil:

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BeitragVerfasst: 12.03.12, 07:06 
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Oktavia hat geschrieben:
Ich bin mir bewusst, dass man bei einer Haussuchung keinerlei Rechte hat.

Doch hat man.

Zitat:
Das hat man bei Handlungen von Polizisten nie

Doch hat man.

Zitat:
Wiedergutmachungen sind ja auch nicht vorgesehen.

Doch, findet sich unter Stichwörtern wie Schadensersatz, Amtshaftung, Regress.


Zitat:
Eine verwüstete Wohnung darf man allein wieder herrichten.

Ja.


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BeitragVerfasst: 12.03.12, 07:16 
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Zitat:
Wirklich ein gutes Video zum Umgang mit der Polizei in solchen Fällen. Zudem teils recht unterhaltsam.


Finde ich auch :wink: Ob es allerdings ratsam ist alle "Spässchen" auszuprobieren?
Ich fasse mal zusammen
1. Dienstausweise zeigen lassen, Beschluss zeigen lassen, Beschluss lesen (Grund der Durchsuchung und Orte der Durchsuchung müssen drinstehen), - muss ein berechtigte Richter unterschrieben haben? Muss mit Stempel/Unterschrift beglaubigt sein? Was tut man wenn nicht?
2. Kopie aushändigen lassen. Was wenn die das nicht tun?
3. Nach Zeugen fragen. Was wenn das ignoriert wird und keine Zeugen hinzugezogen werden?
4. Anwalt anrufen, man darf sich frei bewegen und darf nicht irgendwo festgehalten werden, dard auch telefonieren mit wem man will. Das jedenfalls so lange wie man nicht versucht zu "Verdunkeln"). Man darf die auch allein lassen und zur Arbeit gehen.
5. Möglichst keine Aussage machen und sich nicht auf Gespräche einlassen
6. Man muss nicht aktiv mitwirken (Schlüssel/Passwort rausgeben), kann das aber zum Schutz des Eigentums gegen zerstörung. Wird der Schaden bezahlt wenn sich die Unschuld herausstellt und man den Schlüssel z.B. nicht hatte weil der mit dem Partner auf Dienstreise war?
Hab ich was vergessen?
Ah ja 7. Dankesschreiben über http://www.lawblog.de an Herrn Vetter wenn alles gut gegangen ist...

@ Wächter, in dem Moment wo die vor der Tür stehen hat man zwar die Rechte kann sie aber nicht durchsetzen. Wenn die alles aus dem Schrank reissen, sich Mehl und Zucker auf dem Küchenboden vermischen, kann man die 3,50 Schaden nicht einreichen weil erst ab 25€ Schaden gezahlt wird. Hier wird nur materieller Schaden bezahlt, alles andere incl Trauma aller Familienmitglieder ist kein Materieller SChaden auch der Jobverlust ist unter pP zu verbuchen. Und das egal ob man überhaupt nichts getan hat.

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