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recht.de • Thema anzeigen - Frage zum Thema GdB - Gleichstellungsantrag
Aktuelle Zeit: 22.02.18, 00:03

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BeitragVerfasst: 18.01.18, 21:59 
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Guten Tag,

folgender fiktiver Fall:

Patient A ist erkrankt und wurde als behindert (GdB 30%) anerkannt. Er arbeitete bisher als Selbständiger, diese Tätigkeit übt er faktisch noch aus (d.h. Gewerbe ist noch nicht abgemeldet, wird aber derzeit von Angestellten geführt). Nun hat er sich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt umgesehen, ohne Gleichstellung ist wohl kein geeigneter Arbeitsplatz für den behinderten A zu bekommen, die Umsätze sind auf Grund der fehlenden Mitarbeit des Inhabers schon stark rückläufig.
A will also beim örtlichen Arbeitsamt eine Gleichstellung beantragen, wird jedoch abgewimmelt mit dem Argument, er sei derzeit weder Arbeitnehmer noch Arbeitslos (da Gewerbe noch läuft), und für behinderte Selbständige sei eine Gleichstellung generell nicht möglich.

Frage : Trifft dies zu ? Quelle ?

Besten Dank für alle Antworten


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BeitragVerfasst: 19.01.18, 04:58 
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§73 SGB IX Begriff des Arbeitsplatzes

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Ronald Reagan
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BeitragVerfasst: 19.01.18, 13:51 
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Beiträge: 22910
Wieso ist es schwierig ohne Gleichstellung eine Arbeitsplatz zu finden?

Die meisten verschweigen ihre Schwerbehinderung ja erstmal.

Oder geht es darum "zwingend" zu Vorstellungsgesprächen eingeladen zu werden? Das bringt aber auch noch lange keine Einstellung.


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BeitragVerfasst: 20.01.18, 01:00 
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matthias. hat geschrieben:
Die meisten verschweigen ihre Schwerbehinderung ja erstmal.


Ja, aber es gibt keine Diskriminierung in D?

Nun, mindestens bei Bewerbungen im Öffentlichen Dienst bringt einem die kundgetane Gleichstellung mit den Schwerbehinderten Menschen eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Am besten schriftlich einen Antrag auf Gleichstellung bei der Arbeitsagentur stellen. Die Anträge bekommt man dort und es wird das Datum vermerkt wenn der Antrag abgeholt wird.
Als Begründung könnte man angeben, dass die Selbständigkeit aufgegeben wird und die Gleichstellung die Chancen auf Vermittlung erhöht. Dann sollte man auf jeden Fall die bestehenden Einschränkungen im Arbeitsleben kurz schildern.

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"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw


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 Betreff des Beitrags: @Oktavia
BeitragVerfasst: 21.01.18, 16:41 
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Beiträge: 183

Themenstarter
Hallo erstmal,
herzlichen Dank, wenigstens eine aufmunternde Antwort.
Manchmal wundert man sich schon. Hier geht es schlicht um einen (natürlich fiktiven) Patienten, der sein ganzes bisheriges Leben immer gearbeitet und dem Staat nie auf der Tasche gelegen hat. Zuletzt eben nicht als Arbeitnehmer sondern als Selbständiger.
Nun ist er chronisch erkrankt und behindert, er will aber weiter arbeiten und seine Vermittlungschancen erhöhen. Wenn mich nicht alles täuscht, hat der Gesetzgeber doch für genau solche Fälle das Instrument der Gleichstellung geschaffen, es soll Leuten geholfen werden, Ihren bisherigen Arbeitsplatz zu behalten (geht hier aus bestimmten gesundheitsbedingten EInschränkungen nicht) oder einen geeigneten Neuen zu bekommen.
Man müsste meinen, das Jobcenter würde solchen Menschen eher einen roten Teppich ausrollen, anscheinend hat man wohl eher am Massengeschäft Hartz 4 Interesse. Dem abgewimmelten Patienten wurde tatsächlich "geraten", erstmal einen Hartz 4 Antrag zu stellen und sich dann nochmal wegen der Gleichstellung zu melden.


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BeitragVerfasst: 21.01.18, 16:58 
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Beiträge: 10390
Zitat:
Wenn mich nicht alles täuscht, hat der Gesetzgeber doch für genau solche Fälle das Instrument der Gleichstellung geschaffen, es soll Leuten geholfen werden, Ihren bisherigen Arbeitsplatz zu behalten (geht hier aus bestimmten gesundheitsbedingten EInschränkungen nicht)
Mit einem "Arbeitsplatz" im Sinne des Gleichstellungsparagraphen §2 Abs 3 SGB IX ist immer ein Arbeitsplatz als Arbeitnehmer, also ein unselbständiges Beschäftigungsverhältnis gemeint. Der Betreffende hat also derzeit keinen Arbeitsplatz - er ist selbstständig.

Der Betreffende kann aber schon noch mehr als 18 Stunden wöchentlich arbeiten? Denn auch dies ist eine Voraussetzung an den Arbeitsplatz im Sinne von §2 Abs 3 SGB IX.

_________________
Grüße, Susanne


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 Betreff des Beitrags: Re: @SusanneBerlin
BeitragVerfasst: 21.01.18, 22:10 
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Beiträge: 183

Themenstarter
Guten Abend SusanneBerlin,

zumindest bewirbt sich der Betreffende derzeit auf Vollzeitstellen.

Nachfrage: Würde sich denn etwas ändern, wenn ein potentieller (auch nichtöffentlicher) Arbeitgeber bestätigen würde, daß man die Bewerbung Schwerbehinderter/Gleichgestellter befürwortet und bei gleicher Qualifikation solche Bewerber auch bevorzugt berücksichtigen würde ?


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BeitragVerfasst: 22.01.18, 09:36 
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In meinen Augen nicht. Das ist einfach eine allgemeine Larifari-Aussage, die die derzeitige Rechtslage widerspiegelt. Wenn, dann müsste der mögliche Arbeitgeber klar bestätigen, daß der genau diesen Arbeitnehmer mit 100% Zusage nehmen würde.

_________________
Verba docent, exempla trahunt et quae nocent, docent.


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BeitragVerfasst: 22.01.18, 10:16 
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Der/Die Person mit Handycap müsste dann ja nur bei gleicher Qualifikation genommen werden. Wie wahrscheinlich ist das wohl, dass diese im Vergleich zu einem anderen Arbeitnehmer vorliegt?

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...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.


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