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recht.de • Thema anzeigen - Bei komischem Gewinnspiel mitgemacht.
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BeitragVerfasst: 13.09.17, 15:41 
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Hallo, ich war gestern mit ner Freundin in der Stadt unterwegs und wir wurden von einem Typen ähnlichen Alters (20...30) angesprochen, ob wir bei einem Gewinnspiel mitmachen möchten, zu gewinnen gibt es ein Auto.
Hintergrund sei, dass bei uns in der Nähe eine Videothek eröffne und das Gewinnspiel günstiger sei, als einen Werbespot zu produzieren und auszustrahlen.

Gut, haben mitgemacht.

Paar Stunden später, am Abend, sah ich plötzlich einen entgangenen, anonymen Anruf auf dem Handy, die Freundin hatte auch einen.
Da ich einen IP-Haus-Anschluss mit 3 Telefonnummern habe, gab ich erstmals eine der anderen beiden, sonst toten Nummern heraus, auch diese hat einen entgangenen, anonymen Anruf mit einer Klingeldauer von 2 Sekunden.
Da ich das nicht ok fand, wollte ich heute bei der Videothek anrufen und es ihnen mitteilen, was ihr Mitarbeiter da macht.

Nun, bei der Recherche nach der Telefonnummer fand ich heraus, dass das auf dem Flyer angegebene Unternehmen rund 250 km entfernt ist und auf deren Homepage sieht es gar nicht nach Videothek aus, stattdessen befindet sich da auf der Startseite ebenfalls ein Teilnahmeformular fürs Gewinnspiel, zudem gibt es einen Link zum Impressum und ein Job-Angebot als Call-Agent. Weitere Unterseiten der Webseite gibt es nicht.
Zudem wird das Unternehmen oftmals mit "Abzocke" in der Google-Suche gelistet, wobei dort auch noch nach Kontodaten gefragt wurde.

Gemachte Angaben:
Vorname
Nachname
Str.+Hausnr.
PLZ+Ort
Email
Geburtsdatum
Festnetznummer (erstmals diese sonst tote Nummer)
Mobilnummer
Datum
Unterschrift

Es gab noch ein Ankreuzfeld, dass ich damit einverstanden sei, dass die Firma X der Firma Y (falls verwendet auch einem externen Callcenter) meine Daten zur dortigen Datenverarbeitung und Nutzung übermittelt werden, damit mir das Zeugs von Firma Y empfohlen werden kann. Diese Einwilligungserklärung sei freiwillig und könne ohne Einfluss auf die Teilnahme an diesem Gewinnspiel jederzeit für die Zukunft bei Firma A widerrufen werden.
Ich habe dieses Feld NICHT angekreuzt.

Es wurde uns versichert, dass die Daten, wenn wir das nicht ankreuzen, ausschließlich für das Gewinnspiel verwendet werden und die Zettel danach sogar geschreddert werden. Und dennoch bekamen wir auf allen angegebenen Nummern innerhalb von 2 Minuten einen kurzen Anruf von einer unterdrückten Nummer.

Wie ist die Rechtslage, was sollte ich tun? Es irgendwo melden (Polizei, Verbraucherschutz, ...)? Oder warten bis [Ereignis XY] eintritt und dann etwas tun, ansonsten einfach ignorieren?

In anderen Quellen wurde bereits erwähnt, dass meist nach einigen Wochen ein Anruf folgt, dass man einen anderen Preis gewonnen habe, dafür aber ein Zeitschriftenabo bestellen müsse. Das werde ich nicht tun.


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BeitragVerfasst: 14.09.17, 06:38 
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So abseits aller Fragen kommt mir das Wort "Verbraucherzentrale" in den Sinn. Ein entsprechendes Büro oder zumindest eine Nummer dieser Organisation dürfte zu finden sein.


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BeitragVerfasst: 14.09.17, 06:47 
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Diese Gewinnspielstände dienen einzig und allein zum Abschöpfen von personenbezogener Daten.
Viel Spaß in den nächsten Monaten. Es werden noch einige Werbeanrufe folgen. :lachen:

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Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.
Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe


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BeitragVerfasst: 14.09.17, 07:26 
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Wurde nicht auch noch nach Alter oder Geburtsdatum gefragt?
Das würde nämlich den Wert des weiter verkauften Datensatzes beträchtlich erhöhen. :roll:


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BeitragVerfasst: 14.09.17, 21:53 
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Also gut, so weit ich das nun verstehe, muss ich also nun einfach akzeptieren, dass sie ständig anrufen werden, aber ich muss nicht rangehen. Gut, dass zumindest das Festnetz über eine Blacklist verfügt. Und soweit ich es verstehe, können sie mit den Angaben zumindest keine Kosten für mich generieren, aber es bringt ihnen eben was, weil irgendwelche Werbetypen sich um solche Datensätze kloppen.

Die Verbraucherzentrale scheint eher Energieberatung und so Zeugs zu machen, weiß nicht, inwiefern mir das nun hilft. Oder hab ich das falsch verstanden?

Nach dem Geburtsdatum wurde auch gefragt, stand doch auch in meinem Post.


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BeitragVerfasst: 15.09.17, 06:14 
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Wohnort: Auf diesem Planeten
Also man kann natürlich den offiziellen Weg gehen und abmahnen (was letztlich wenig bringt und nur Nerven kostet). Ich für meinen Teil habe in meinem Router diese Nummern in die Anrufweiterschaltung gestellt und jeweils deren Nummer dort eingestellt. :wink: Somit rufen die sich nun selbst an. Das machen die mal 1 Monat und dann ist ruhe.

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BeitragVerfasst: 15.09.17, 07:27 
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Pixtxa hat geschrieben:
aber ich muss nicht rangehen.

Das haben Sie gut erkannt. Ich habe auch extra noch mal intensiv recherchiert, aber tasächlich kein Gesetz gefunden, das einen Bürger zur Annahme eines Telefonates verpflichtet.


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BeitragVerfasst: 15.09.17, 09:58 
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Sie haben aller Wahrscheinlichkeit nach, wie oben schon geschrieben wurde, Ihre Daten an einen zwielichtigen Adresshändler verschenkt.

Sollten Sie auch Kontodaten (der Gewinn muss ja überwiesen werden) angegeben haben, so halten Sie in der nächsten (längeren) Zeit auch ein wachsames Auge auf das Konto. Nicht selten wird versucht kleinere Beträge abzubuchen, die so kaum auffallen.

Sehr oft beginnen diese Gestalten dann mit Anrufen, bei denen die Rufnummern verschleiert werden ( https://de.wikipedia.org/wiki/Spoofing ]. HIer bringt ein Rückruf nichts, denn die Nummern sind schlicht nicht vorhanden.
Hier würde eine sogenannte "Fangschaltung" ( https://de.wikipedia.org/wiki/Fangschaltung ) evt. Erfolg bringen, um den Anrufer zu identifizieren.
Wenn Sie dann noch einen Anwalt haben, der sich im Bereich Datenschutz usw. gut auskennt, und der Gegner noch solvent ist, dann könnten Sie evt. Erfolg mit einer Abmahnung incl. strafbewährter Unterlassungserklärung haben....

Sie können auch versuchen sich etwas schriftliches von den Anrufern zukommen zu lassen und melden dann diesen Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz den entsprechenden Landesdatenschutzbeauftragten.

Es gibt übrigens auch kein Gesetz gegen dümmlichen Spam, schade eigentlich....

Gruß
KaiHH


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BeitragVerfasst: 15.09.17, 10:55 
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Und niemals auf Fragen mit “Ja“ antworten, sondern nur mit hmm oder irgendeinem anderen Wort. “Können Sie mich verstehen?“ - “Bestens“. Angeblich soll man Zustimmungen (“Ja“) später in ein Verkaufsgespräcg reinschneiden und so die Bewirkung eines Vertrages simulieren....

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BeitragVerfasst: 15.09.17, 20:15 
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Ok, vielen Dank für die ganzen Infos. Ich vermute der anonyme Anruf war von dem Typen selbst, um zu schauen, ob der Anschluss existiert, schätze der nächste Anruf ist dann nicht mehr anonym sondern von irgendeiner Nummer aus.

BäckerHD hat geschrieben:
Pixtxa hat geschrieben:
aber ich muss nicht rangehen.

Das haben Sie gut erkannt. Ich habe auch extra noch mal intensiv recherchiert, aber tasächlich kein Gesetz gefunden, das einen Bürger zur Annahme eines Telefonates verpflichtet.
Ok, ich bin einfach nur davon ausgegangen. Aber gut zu wissen, dass es wirklich so ist.

KaiHH hat geschrieben:
Es gibt übrigens auch kein Gesetz gegen dümmlichen Spam, schade eigentlich....
Ja, wäre schön, wenn es da was gäbe.

Biggi0001 hat geschrieben:
Angeblich soll man Zustimmungen (“Ja“) später in ein Verkaufsgespräcg reinschneiden und so die Bewirkung eines Vertrages simulieren....
Wäre aber rechtlich wohl unzulässig, da sie den Anruf ohne meine Zustimmung (bzw. zumindest mich aufklären, dass sie es grundsätzlich tun, außer ich widerspreche dem sofort, was ich tun würde) nicht aufnehmen dürfen, oder irre ich mich? Dürfte ich das Telefonat auch einfach so mitschneiden? Wohl kaum.


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BeitragVerfasst: 16.09.17, 23:19 
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Pixtxa hat geschrieben:
Wäre aber rechtlich wohl unzulässig, da sie den Anruf ohne meine Zustimmung (bzw. zumindest mich aufklären, dass sie es grundsätzlich tun, außer ich widerspreche dem sofort, was ich tun würde) nicht aufnehmen dürfen, oder irre ich mich?
Sicherlich ist das rechtlich unzulässig, aber das "Ja" kann ohne Weiteres als Antwort auf die Frage "Dürfen wir das Gespräch mitschneiden?" reingeschnitten werden. Und wie will man dann beweisen, dass man die Frage nicht bejaht hat?
Im Übrigen ist einfach auflegen die beste Variante. Alternativ sagt man vorher noch: "Ich möchte von Ihnen nicht mehr angerufen werden", und legt dann auf.

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BeitragVerfasst: 17.09.17, 05:39 
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Sie können ja auf die Frage “Können Sie mich verstehen?“ auch mit “Stimmen Sie dem Mitschnitt dieses Gespräches zu?“ antworten... :ostern:

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BeitragVerfasst: 18.09.17, 05:05 
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Froggel hat geschrieben:
Sicherlich ist das rechtlich unzulässig, aber das "Ja" kann ohne Weiteres als Antwort auf die Frage "Dürfen wir das Gespräch mitschneiden?" reingeschnitten werden. Und wie will man dann beweisen, dass man die Frage nicht bejaht hat?
Naja, aber das würde bedeuten, dass sie bereits vor meiner Zustimmung die Aufnahme gestartet haben...

Biggi0001 hat geschrieben:
Sie können ja auf die Frage “Können Sie mich verstehen?“ auch mit “Stimmen Sie dem Mitschnitt dieses Gespräches zu?“ antworten... :ostern:
Selber mit aufzeichnen. Auch ne tolle Idee. Ist halt genauso grenzwertig/unzulässig und auch ich könnte es ja passend geschnitten haben.

Man könnte natürlich im Hintergrund einfach irgendwelche Töne laufen lassen, die sich nicht so leicht herausfiltern lassen und anhand denen rekonstruierbar wäre, wenn geschnitten wurde. Lied einer kleinen, unbekannten Garagenband oder so. Hab ich halt beim annehmen des Telefonates nicht das Radio ausgemacht.

Froggel hat geschrieben:
Im Übrigen ist einfach auflegen die beste Variante. Alternativ sagt man vorher noch: "Ich möchte von Ihnen nicht mehr angerufen werden", und legt dann auf.
Wird wohl das sinnvollste sein.


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BeitragVerfasst: 18.09.17, 09:59 
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Froggel hat geschrieben:
Pixtxa hat geschrieben:
Wäre aber rechtlich wohl unzulässig, da sie den Anruf ohne meine Zustimmung (bzw. zumindest mich aufklären, dass sie es grundsätzlich tun, außer ich widerspreche dem sofort, was ich tun würde) nicht aufnehmen dürfen, oder irre ich mich?
Sicherlich ist das rechtlich unzulässig, aber das "Ja" kann ohne Weiteres als Antwort auf die Frage "Dürfen wir das Gespräch mitschneiden?" reingeschnitten werden. Und wie will man dann beweisen, dass man die Frage nicht bejaht hat?
Im Übrigen ist einfach auflegen die beste Variante. Alternativ sagt man vorher noch: "Ich möchte von Ihnen nicht mehr angerufen werden", und legt dann auf.


Im Zweifel müsste der Anrufer die Echtheit der Aufnahme beweisen. Bei den bekannten zwielichten Gestalten bin ich mir aber sicher, dass es keiner auf die gerichtliche (gutachterliche) Überprüfung ankommen lassen wird.

@Pixtxa: Sie könnten auch dem Unternehmen, dessen Anschrift Sie ja anscheinend haben, einen sog. "T5F" zukommen lassen und damit ihr Recht auf Auskunft der über Sie gespeicherten Daten einfordern. Wenn die Sie dann ignorieren gilt wieder der bekannte Weg: Landesdatenschutzbeauftragten einschalten und Streit machen.

Gruß
Kai


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BeitragVerfasst: 19.09.17, 17:39 
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Gut, das wäre auch noch eine Möglichkeit. Aber mal abwarten. Wenn sie 1x anrufen und ich dann nichts mehr von ihnen höre ists ok. Wenn sie jedoch Telefonterror machen, wäre das durchaus eine Überlegung wert.


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