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recht.de • Thema anzeigen - Fussgänger überquert Straße ohne zu schauen - Unfall
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BeitragVerfasst: 21.06.17, 11:09 
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Liebes Forum,

nehmen wir an, heute morgen ist folgendes passiert:

Radfahrer touchiert mit dem Vorderrad einen Fussgänger, der, ohne zu schauen, eine Strasse überquert. (Radfahrer war nicht sehr schnell unterwegs, konnte jedoch einfach nicht mehr schnell genug bremsen) Der Fussgänger fällt hin. Kann direkt wieder aufstehen, kein Blut, keine Schrammen, soweit erkennbar. Ihm fällt jedoch später auf, dass er wohl doch verletzt sei und wird später zum Arzt gehen.

Die Polizei wird gerufen und nimmt Unfallhergang auf. Für den Radfahrer gibt es eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Im Grunde geht es hier nur sekundär um die Schuldfrage. Der Radfahrer überlegt, was ausser dieser Anzeige auf ihn zukommen könnte.

Die Polzei sagte, es kann sein, dass die Staatsanwaltschaft einstellt. Entweder gegen Bussgeld oder auch ohne.

- Wie hoch könnte so ein Bussgeld ausfallen?

- Nehmen wir an, der Fussgänger ist überzeugt, selbst keine Schuld am Unfallhergang zu haben und wird später noch auf dem Zivilweg auf Schmerzensgeld klagen - wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass da eine hohe zu zahlende Summe auf den Radfahrer zukommt?

Ich habe bewusst den Hergang erstmal knapp gehalten und ich weiss, ihr habt alle keine Glaskugel :)
Und falls zur Einschätzung Details benötigt werden, liefere ich diese nach.

Trotzdem interessiert mich, was auf den Radfahrer noch zukommen könnte, ausser der Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Danke!

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BeitragVerfasst: 21.06.17, 17:39 
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Läuft ein Fußgänger ohne zu schauer auf die Fahrbahn und wird von einem Auto angefahren, dann beurteilen Gerichte das regelmäßig als grob fahrlässig und es wird sogar eine Haftung aus Betriebsgefahr für den Autofahrer verneint.


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BeitragVerfasst: 22.06.17, 08:42 
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danke. Das hoffe ich.

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BeitragVerfasst: 24.06.17, 21:38 
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Wenn der Radfahrer glaubhaft darstellen kann, dass der Unfall für ihn unvermeidbar war, dann wird das Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung ohne eine Strafe eingestellt.

Bezüglich eventueller Schadenersatz- und Schmerzensgeldforderungen sollte der Radfahrer sein private Haftpflichtversicherung informieren. Die ist für derartige Fälle da und wehrt entweder die Forderungen ab oder zahlt etwas an den Fußgänger.


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BeitragVerfasst: 25.06.17, 08:23 
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hambre hat geschrieben:
Wenn der Radfahrer glaubhaft darstellen kann, dass der Unfall für ihn unvermeidbar war, dann wird das Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung ohne eine Strafe eingestellt.

Die Beweislast liegt bei dem Fußgänger, der den Vorrang missachtet hat. Wenn der Fußgänger ein Kind gewesen wäre, dessen Gefährdung bekanntlich ausgeschlossen werden muss, dann sähe die Beweislage anders aus.


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BeitragVerfasst: 25.06.17, 09:51 
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aurorashmi hat geschrieben:
- Nehmen wir an, der Fussgänger ist überzeugt, selbst keine Schuld am Unfallhergang zu haben und wird später noch auf dem Zivilweg auf Schmerzensgeld klagen - wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass da eine hohe zu zahlende Summe auf den Radfahrer zukommt?


Schmerzensgeld macht in der BRD meist nicht viel aus. Relevant sind bei einem Personenschaden eher die Kosten der medizinischen Behandlung und ggf. der Verdienstausfall wegen Arbeitsunfähigkeit.


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BeitragVerfasst: 25.06.17, 10:08 
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Hans Ulg hat geschrieben:
hambre hat geschrieben:
Wenn der Radfahrer glaubhaft darstellen kann, dass der Unfall für ihn unvermeidbar war, dann wird das Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung ohne eine Strafe eingestellt.

Die Beweislast liegt bei dem Fußgänger, der den Vorrang missachtet hat.
Blödsinn. Die Beweislast liegt bei der Staatsanwaltschaft.
Hans Ulg hat geschrieben:
Wenn der Fußgänger ein Kind gewesen wäre, dessen Gefährdung bekanntlich ausgeschlossen werden muss, dann sähe die Beweislage anders aus.
Natürlich, nicht. Die Beweislast liegt dann noch immer bei der Staatsanwaltschaft.


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BeitragVerfasst: 26.06.17, 10:28 
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Themenstarter
Der Radfahrer hat nun einen Anhörungsbogen der Polzei erhalten.

Kann man diesen ohne anwaltlichen Beistand ausfüllen? Oder ist es ratsam, sich beraten zu lassen?

MUSS man diesen Bogen überhaupt ausfüllen? was passiert, wenn nicht?

Danke schonmal für die Hinweise bezgl. Haftpflicht, etc...!

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BeitragVerfasst: 26.06.17, 11:36 
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Beiträge: 5305
Zitat:
Kann man diesen ohne anwaltlichen Beistand ausfüllen?


Nach meiner Einschätzung ja. Wenn der Radfahrer eine Rechtschutzversicherung hat, dann kann er einen Anwalt einschalten, ansonsten sollte er bedenken, dass die Kosten für den Anwalt die zu erwartende Strafe evtl. übersteigen.

Wenn der Radfahrer den Unfallhergang so ähnlich schildert wie hier, dann sehe ich keine Probleme, den Bogen ohne anwaltlichen Beistand auszufüllen.

Zitat:
MUSS man diesen Bogen überhaupt ausfüllen?


Nein

Zitat:
was passiert, wenn nicht?


Dann wird nur die Aussage des Fußgängers für die Entscheidung der Staatsanwaltschaft herangezogen. Im konkreten Fall sollte der Anhörungsbogen daher ausgefüllt werden. Ich gehe davon aus, dass das Verfahren dann eingestellt wird.


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BeitragVerfasst: 26.06.17, 11:38 
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Danke für deine Einschätzung, hambre...

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