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recht.de • Thema anzeigen - Standspur nicht genutzt - Hupkonzert ausgelöst
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BeitragVerfasst: 17.10.17, 10:29 
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PKW Fahrer X befährt eine vielbefahrenen 3 spurige Autobahn und nähert sich seiner Ausfahrt.
Rund 1- 1,5 km vor beginn des Verzögerungsstreifen dieser Ausfahrt stehen eine Vielzahl von Autofahrer auf der Standspur um ebenfalls diese Ausfahrt in ca. 1 km Entfernung nehmen zu wollen. A befährt nicht die Standspur sondern bleibt am Rückstauende auf der Fahrspur stehen, bzw fährt im Schritttempo parallel zu den Fahrzeugen am Standstreifen mit. Die Folge: ein Endloses Hupkonzert von mehreren heranrauschenden Fahrzeugen. Wegen der Spurwechsel der von hinten (schnell herankommenden Fahrzeugen) wird der X stark nervös und entschließt sich dann doch, lieber auf den Standstreifen zu wechseln um nicht Opfer eines Auffahrunfalls zu werden. (Hinweis: Es gab an diesem Streckenabschnitt kein Verkehrszeichen welches die Benutzung des Standstreifens ausdrücklich erlaubte!)
Frage: Hat X hier mit dem stoppen auf der Fahrbahn einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr begangen? Ist die Benutzung einer Standspur um beispielsweise eine spätere Ausfahrt nehmen zu können zulässig?


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BeitragVerfasst: 17.10.17, 10:55 
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Zitat:
Hat X hier mit dem stoppen auf der Fahrbahn einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr begangen?


Je nach genauen Umständen ist das denkbar, jedoch dürfte der Vorsatz schwer zu beweisen sein.

Zitat:
Ist die Benutzung einer Standspur um beispielsweise eine spätere Ausfahrt nehmen zu können zulässig?


Im Hinblick auf § 16 OWiG würde ich das für zulässig halten, wenn sich der Verkehr auf der Autobahn nicht staut und das Einfädeln zum Verlassen der Autobahn andernfalls mit einer Gefährdung für sich und den nachfolgenden Verkehr verbunden wäre.

In keinem Fall ist PKW-Fahrer jedoch berechtigt, einfach auf der Fahrbahn zu halten. Wenn es durch dieses Verhalten zu einem Unfall kommt, wird den haltenden PKW-Fahrer wahrscheinlich die Alleinschuld treffen.


Zuletzt geändert von hambre am 17.10.17, 11:13, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 17.10.17, 10:59 
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Ähm, moment kurz zum Verständnis. Wir haben an einer Ausfahrt einen Rückstau auf dem Verzögerungsstreifen der sich auf dem Standstreifen über längere Distanz fortsetzt bei einer ansonsten freien Autobahn?

Wenn das so ist, rein gefühlt würde ich als X nicht am Beginn des Rückstaus warten sondern bis zur Ausfahrt normal weiterfahren und erst dort verlangsamen. Im Bereich einer Ausfahrt würde ich sagen wird man eher mal damit rechnen müssen das viele abfahren wollen es aber nicht sofort können und damit ggf langsamer fahren oder gar auf der rechten Spur stehen. Mitten auf freier Strecke eher nicht.
Führt zwar im Ergebnis ruckzuck zu einem Stau auf der Autobahn, aber cest la vie würde sagen.


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BeitragVerfasst: 17.10.17, 11:41 
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ExDevil67 hat geschrieben:
Ähm, moment kurz zum Verständnis. Wir haben an einer Ausfahrt einen Rückstau auf dem Verzögerungsstreifen der sich auf dem Standstreifen über längere Distanz fortsetzt bei einer ansonsten freien Autobahn?

Genau so. Der Verkehr auf den 3 Fahrspuren ist dicht, aber fließend.


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BeitragVerfasst: 17.10.17, 11:54 
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Das Thema wurde doch schon ausführlich diskutiert

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BeitragVerfasst: 17.10.17, 12:36 
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DANKE ktown.
Jup, behandelt die gleiche Problematik. Also lässt X lieber andere Fahrzeugführer hupen. :oops:


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BeitragVerfasst: 17.10.17, 14:02 
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Zitat:
Also lässt X lieber andere Fahrzeugführer hupen.


Wie kommst Du jetzt zu diesem Ergebnis?

Ich bleibe bei meiner Auffassung, dass X die Alleinschuld trägt, falls es durch so ein Verhalten zu einem Unfall kommt. Wenn X auf der rechten Fahrspur anhält ohne dass es auf seiner Spur einen Stau gibt und ohne dass er beabsichtigt nach rechts zu wechseln, dann handelt X grob verkehrswidrig. Außerdem hielte ich den X für lebensmüde.

Entgegen den Darstellungen im anderen von ktown verlinkten Thread bleibe ich auch dabei, dass das Verhalten der Autofahrer, die sich auf der Standspur dem Stau hinten anstellen durch § 16 OWiG gedeckt ist und somit erlaubt ist.


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BeitragVerfasst: 17.10.17, 14:52 
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Der Autofahrer kann aber den Notstand auch mit der Nutzung der nächsten Abfahrt abwenden und muss dafür nicht gegen die StVO verstoßen. :wink:

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BeitragVerfasst: 17.10.17, 15:06 
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Hm- so betrachtet hätten alle Fahrzeugführer die "verkehrswidrig" die Standspur als verlängerten Verzögerungsstreifen nutzen, eine Ordnungswidrigkeit begangen. :roll: Kann man die alle dann anzeigen, damit die zukünftig alle eine Ausfahrt weiter fahren?
Wobei das Problem sehr wahrscheinlich nur auf die nächste Ausfahrt verlagert würde.


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BeitragVerfasst: 17.10.17, 15:17 
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Zafilutsche hat geschrieben:
Hm- so betrachtet hätten alle Fahrzeugführer die "verkehrswidrig" die Standspur als verlängerten Verzögerungsstreifen nutzen, eine Ordnungswidrigkeit begangen. Kann man die alle dann anzeigen, damit die zukünftig alle eine Ausfahrt weiter fahren?
Theoretisch ja....nur wie bekommste die ganzen Kennzeichen und Halter ohne dich selbst verkehrswidrig zu verhalten. :wink:
Zafilutsche hat geschrieben:
Wobei das Problem sehr wahrscheinlich nur auf die nächste Ausfahrt verlagert würde.
Kann sein...muss aber nicht, weil nicht zwangsläufig dort sich die selbe Situation ergibt, die den Rückstau (z.B. eine Ampel oder ein Unfall) verursacht.

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BeitragVerfasst: 17.10.17, 16:41 
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hambre hat geschrieben:
dass das Verhalten der Autofahrer, die sich auf der Standspur dem Stau hinten anstellen durch § 16 OWiG gedeckt ist und somit erlaubt ist.
Und wenn man an einer roten Ampel anhält, kann es auch sein, dass jemand auffährt - also rechtfertigender Notstand bei rot zu fahren?


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BeitragVerfasst: 17.10.17, 18:05 
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Hans Ulg hat geschrieben:
hambre hat geschrieben:
dass das Verhalten der Autofahrer, die sich auf der Standspur dem Stau hinten anstellen durch § 16 OWiG gedeckt ist und somit erlaubt ist.
Und wenn man an einer roten Ampel anhält, kann es auch sein, dass jemand auffährt - also rechtfertigender Notstand bei rot zu fahren?
Na der Vergleich hinkt aber gewaltig. :lachen:
Trotzdem stimmt es. Wenn ich an der Ampel stehe und erkenne, dass der auffahrende Verkehrsteilnehmer nicht mehr rechtzeitig zum Stehen kommt.....ja dann darf ich die Haltelinie überfahren.

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BeitragVerfasst: 17.10.17, 18:14 
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hambre hat geschrieben:
Ich bleibe bei meiner Auffassung, dass X die Alleinschuld trägt, falls es durch so ein Verhalten zu einem Unfall kommt.
Damit liegst du völlig falsch.
hambre hat geschrieben:
Wenn X auf der rechten Fahrspur anhält ohne dass es auf seiner Spur einen Stau gibt und ohne dass er beabsichtigt nach rechts zu wechseln
Er beabsichtigt doch nach rechts zu wechseln. Er muß seine Geschwindigkeit aufgrund der sich auf der Ausfädelspur befindenden Fahrzeuge entsprechend anpassen.
hambre hat geschrieben:
dann handelt X grob verkehrswidrig
Im Gegenteil, er handelt entsprechend der StVO. Er würde sich verkehrswidrig verhalten, wenn er auch auf den Standstreifen fahren würde.
hambre hat geschrieben:
Außerdem hielte ich den X für lebensmüde.
Damit hast du allerdings Recht. In einer solchen Situation habe ich mich auch schon bewußt verkehrswidrig verhalten und bin auf den Standstreifen gefahren.


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BeitragVerfasst: 18.10.17, 00:37 
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fodeure hat geschrieben:
hambre hat geschrieben:
Ich bleibe bei meiner Auffassung, dass X die Alleinschuld trägt, falls es durch so ein Verhalten zu einem Unfall kommt.
Damit liegst du völlig falsch.

Aber ganz beszimmt ist das nicht völlig falsch! X könnte durchaus die Alleinschuld aufgebrummt bekommen, wenn er -wie eingangs beschrieben- 1-1,5 km vor dem Beginn der Ausfahrt sich parallel neben dem Standstreifen-Rückstau auf die rechte Fahrbahn mit Schritt-Tempo positioniert und dadurch einen Auffahrunfall provoziert. Zumal die nachfolgenden Fahrzeuge "heranrauschen", also nicht etwa verkehrsbedingt mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit fahren müssen.
1- 1,5 km bis zur Ausfahrtmöglichkeit ist eine erhebliche Distanz, auf die X den fließenden Verkehr gefährlich behindert. Und ganz nebenbei wird die vorgeschriebene Mindestgeschwindigkeit auf AB's über diese Distanz nicht eingehalten.
Ist die Ausfahrt voll, hat X gefälligst die nachfolgende zu nehmen.

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Manche aber hinterlassen nur beim Eindrücken Spuren.


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BeitragVerfasst: 18.10.17, 08:11 
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Darf der nachfolgende Verkehr tatsächlich ungebremst heranrauschen?

Wird durch den Stau auf dem Standstreifen nicht direkt vermittelt, dass mit einer Verkehrsbehinderung spätestens auf Höhe der folgenden Ausfahrt zu rechnen ist. Muss dann nicht automatisch der Fahrer seine Geschwindigkeit deutlich verringern, um schnell genug auf die hochwahrscheinliche Gefahr reagieren zu können?


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