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recht.de • Thema anzeigen - Schweigepflicht mal anders ...
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 Betreff des Beitrags: Schweigepflicht mal anders ...
BeitragVerfasst: 05.10.17, 00:00 
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Hallo !

Die sogenannte ärztliche Schweigepflicht kennt man glaube zur Genüge. Was aber würde im umgekehrten Fall gelten ?

Nehmen wir mal an, Patient P ist seit 3 Jahren bei Therapeut T in Behandlung. Die aktuelle Freundin von P erfährt davon und nachdem P mit Ihr Schluss macht, sendet Sie 30 Seiten Unterlagen an T. Diese Seiten würden deutlich machen, das P seinem Therapeuten ziemlich viel dummes Zeug erzählt.

Dürfte T die Informationen lesen ? Verwenden ? Mit Info an P oder sogar ohne ?

Danke für Eure "Ideen" !


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 Betreff des Beitrags: Re: Schweigepflicht mal anders ...
BeitragVerfasst: 05.10.17, 05:00 
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Warum sollte er es nicht dürfen?
Aus welchem Paragraphen ergibt sich die Vermutung, ein Therapeut dürfe nur solche Dinge zur Kenntnis nehmen, die seinem Klienten genehm sind?

_________________
The nine most terrifying words in the English language are, 'I'm from the government and I'm here to help.'
Ronald Reagan
40th president of US (1911 - 2004)


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 Betreff des Beitrags: Re: Schweigepflicht mal anders ...
BeitragVerfasst: 05.10.17, 05:54 
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Ist es neuerdings verboten, a) Briefe zu lesen, die man erhält oder b) seinem Therapeuten Quatsch zu erzählen? Ich frage nur mal so blöd, denn bei Herrn Maas wundert einen ja gar nichts mehr.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schweigepflicht mal anders ...
BeitragVerfasst: 05.10.17, 06:34 
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Beiträge: 4808
Celestro hat geschrieben:
Die sogenannte ärztliche Schweigepflicht kennt man glaube zur Genüge. Was aber würde im umgekehrten Fall gelten ?

Die Frage zum nachfolgenden Inhalt lautet: Wer sollte die Schweigepflicht haben? Die Ex? der Arzt oder der Therapeut?
Eine gesetzliche Schweigepflicht außerhalb der entsprechend des § genannten Berufe gibt es nicht.

Zitat:
Nehmen wir mal an, Patient P ist seit 3 Jahren bei Therapeut T in Behandlung. Die aktuelle Freundin von P erfährt davon und nachdem P mit Ihr Schluss macht, sendet Sie 30 Seiten Unterlagen an T. Diese Seiten würden deutlich machen, das P seinem Therapeuten ziemlich viel dummes Zeug erzählt.
Dürfte T die Informationen lesen ?

ja- es gibt kein Gesetz, nach dem ein Arzt/Therapeut Briefe erst öffnen und lesen darf, wenn er sämtliche Patienten informiert und ihre Erlaubnis eingeholt hat. Erst wenn der Brief geöffnet und zumindest im Ansatz gelesen ist, dürfte der -hier-Therapeut, wissen, um wen es geht.

Zitat:
Verwenden ?

ja
Zitat:
Mit Info an P oder sogar ohne ?

vermutlich wäre mit Info im Sinne eines Vertrauensverhältnisses anzuraten.
Wenn er es nicht aktiv verwenden will, so wird er selbst es wohl kaum ausschalten können, was er da gelesen hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schweigepflicht mal anders ...
BeitragVerfasst: 05.10.17, 08:57 
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Dummerchen hat geschrieben:
Warum sollte er es nicht dürfen?


Wenn ich einen Therapeuten hätte, würde ich persönlich nicht wollen, daß dieser Informationen von 3ten für "meine" Therapie verwendet. Es sei denn, ich möchte das explizit. Und dabei wäre es für mich einierlei, ob diese Informationen von Bekannten, Verwandten oder mir völlig unbekannten Personen kämen.

Dummerchen hat geschrieben:
Aus welchem Paragraphen ergibt sich die Vermutung, ein Therapeut dürfe nur solche Dinge zur Kenntnis nehmen, die seinem Klienten genehm sind?


Rein aus der Überlegung "oben". Und die Frage diente ja gerade der Suche danach, OB es da einen § gibt (oder eben nicht). :wink:

BäckerHD hat geschrieben:
Ist es neuerdings verboten, a) Briefe zu lesen, die man erhält oder b) seinem Therapeuten Quatsch zu erzählen? Ich frage nur mal so blöd, denn bei Herrn Maas wundert einen ja gar nichts mehr.


Nach meiner Kenntnis würde ich beide Frage mit NEIN beantworten. Aber da ich Laie bin, heißt das nicht viel. :mrgreen:

winterspaziergang hat geschrieben:

Die Frage zum nachfolgenden Inhalt lautet: Wer sollte die Schweigepflicht haben? Die Ex? der Arzt oder der Therapeut?
Eine gesetzliche Schweigepflicht außerhalb der entsprechend des § genannten Berufe gibt es nicht.


Der Titel war ja "Schweigepflicht mal anders" ... also von mir aus auch "Recht auf informationelle Selbstbestimmung" oder "Innenverhältnis zwischen Patient und Therapeut". :wink:

winterspaziergang hat geschrieben:
ja- es gibt kein Gesetz, nach dem ein Arzt/Therapeut Briefe erst öffnen und lesen darf, wenn er sämtliche Patienten informiert und ihre Erlaubnis eingeholt hat. Erst wenn der Brief geöffnet und zumindest im Ansatz gelesen ist, dürfte der -hier-Therapeut, wissen, um wen es geht.


Verbot von Öffnen und lesen (zumindest bis klar ist, worum es im Brief geht) war natürlich nicht die Intention der Frage. Sondern eben eher "müßte Therapeut rechtlich gesehen dann aufhören mit lesen ?" (was nicht der Fall zu sein scheint).

winterspaziergang hat geschrieben:
vermutlich wäre mit Info im Sinne eines Vertrauensverhältnisses anzuraten.
Wenn er es nicht aktiv verwenden will, so wird er selbst es wohl kaum ausschalten können, was er da gelesen hat.


Gute Idee und natürlich völlig richtig.

Danke Euch 3en !


Zuletzt geändert von Celestro am 05.10.17, 09:05, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Schweigepflicht mal anders ...
BeitragVerfasst: 05.10.17, 09:01 
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Celestro hat geschrieben:
Wenn ich einen Therapeuten hätte, würde ich persönlich nicht wollen, daß dieser Informationen von 3ten für "meine" Therapie verwendet.

Sie werden aber nicht verhindern können, dass Ihr Therapeut Post von "Dreiten" (?) empfängt und liest; daraus nun zu schließen, dass er die daraus gewonnenen Informationen zwingend auf Ihre Therapie anwendet, halte ich doch für reichlich abenteuerlich, zumal Sie dieser rein theoretisch möglichen Konstellation auch nicht vorbeugend mit gesetzlichen Regelungen begegnen können.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schweigepflicht mal anders ...
BeitragVerfasst: 05.10.17, 09:08 
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Themenstarter
BäckerHD hat geschrieben:
Sie werden aber nicht verhindern können, dass Ihr Therapeut Post von "Dreiten" (?) empfängt und liest; daraus nun zu schließen, dass er die daraus gewonnenen Informationen zwingend auf Ihre Therapie anwendet, halte ich doch für reichlich abenteuerlich, zumal Sie dieser rein theoretisch möglichen Konstellation auch nicht vorbeugend mit gesetzlichen Regelungen begegnen können.


Also ich denke durchaus, das sich die meisten Therapeuten "daran halten würden", wäre es z.B. strikt verboten. Wir schaffen ja auch die Regelungen zu Geschwindigkeitsübertretungen nicht ab, nur weil sich jeden Tag ein Haufen Menschen nicht daran hält.

P.S. Dritten ... man schreibt ja auch oft "im 3ten Reich".


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 Betreff des Beitrags: Re: Schweigepflicht mal anders ...
BeitragVerfasst: 05.10.17, 09:16 
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Celestro hat geschrieben:
Wenn ich einen Therapeuten hätte, würde ich persönlich nicht wollen, daß dieser Informationen von 3ten für "meine" Therapie verwendet. Es sei denn, ich möchte das explizit.

Konsequent weitergedacht ist das das Ende aller Behandlungen für Paranoiker.

Willst du das?

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 Betreff des Beitrags: Re: Schweigepflicht mal anders ...
BeitragVerfasst: 05.10.17, 10:03 
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Celestro hat geschrieben:
Also ich denke durchaus, das sich die meisten Therapeuten "daran halten würden", wäre es z.B. strikt verboten.

Wie gesagt; was sollte man da verbieten? Therapeuten das Empfangen jeglicher Zuschriften? Oder das Lesen? Oder das Behalten des Gelesenen?

Celestro hat geschrieben:
P.S. Dritten ... man schreibt ja auch oft "im 3ten Reich".

Ich weiß nicht, wer "man" ist, aber die Schreibweise "3tes Reich" (= dreites Reich) ist ebenso falsch.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schweigepflicht mal anders ...
BeitragVerfasst: 05.10.17, 10:08 
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Celestro hat geschrieben:
Wenn ich einen Therapeuten hätte, würde ich persönlich nicht wollen, daß dieser Informationen von 3ten für "meine" Therapie verwendet.
Wenn P seinem Therapeuten tatsächlich ziemlich viel dummes Zeug erzählt, dann wären diese Informationen für die Behandlung und damit auch für P tatsächlich eine Hilfe.

Im übrigen sollte der Therapeut professionell damit umgehen sollen; dazu gehört aber auch die Frage, warum P dummes Zeug erzählt (wenn es denn stimmt). Und sollte es stimmen, gehört es in die Behandlung mit rein. Entweder um sie abzubrechen - wenn nämlich tatsächlich kein Problem vorliegt oder eben zu ergründen was das dumme Zeug in Zusammenhang mit der Behandlung soll.

Schließlich zahlt die Krankenkasse für das ganze. Es gibt genügend Leute mit echten med. Problemen, da muss man nicht auch noch Geld für dummes Zeug verschwenden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schweigepflicht mal anders ...
BeitragVerfasst: 06.10.17, 13:32 
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Beiträge: 231
Letztendlich wird ein guter Therapeut auch erst einmal nachfragen, und die Infos einer sitzengelassenen Ex mit dem angebrachten Zweifel betrachten.

Dass eine "Verlassene" sich rächen will und möglicherweise selbst "dummes Zeug" erzählt liegt nicht im Reich des absolut Unwahrscheinlichen....

_________________
:engel:


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