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recht.de • Thema anzeigen - Doppelter Arbeitsplatz ?
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 Betreff des Beitrags: Doppelter Arbeitsplatz ?
BeitragVerfasst: 03.08.17, 08:30 
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Guten Tag liebes Forum,

im folgenden beschreibe ich etwas abgewandelten Vorfall der mir so ähnlich zugetragen wurden.

Herr X wohnt mit seiner Familie neben Nachbarn Herr Y. X ist vorgesetzter an der Arbeit von Y. Beide sind nicht gut aufeinander zu sprechen - Hier herrschen also Spannungen.

Y ist in Besitz von einer großen Menge an Wald, so kommt es das Y in so ziemlich jeder freien Minute in seinem Vorhof am Holz machen ist. Hierzu hat Y besondere Fahrzeuge und Maschinen. Y behält einen Teil des Holzes und verkauft den großteil unter der Hand wie Herr X vermutet (Das er das Holz weiterverkauft steht außer Frage) .

Durch die ständigen arbeiten von Y fühlt sich X immer mehr genervt(lärmbelästigung usw.) und fragt sich ob dies nicht langsam als Straftat und unversteuertes Arbeiten anzuwerten ist.

Wie ist in solch einem Fall die Rechtslage ? Ist diese Arbeit von Herrn Y erlaubt obwohl er einen festen Job hat ?

VIelen dank für eure Einschätzungen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Doppelter Arbeitsplatz ?
BeitragVerfasst: 03.08.17, 08:40 
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Beiträge: 9704
Zitat:
Wie ist in solch einem Fall die Rechtslage ? Ist diese Arbeit von Herrn Y erlaubt obwohl er einen festen Job hat ?
Häh? Tausende von Arbeitnehmern führen ein Gewerbe im Nebenerwerb neben dem sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjob. Es ist nicht erkennbar, wieso ausgerechnet Herr Y daran gehindert sein sollte, im Nebenerwerb seinen Wald zu bewirtschaften und daraus Erlöse zu erzielen.

Ein Vollzeitjob schließt es nicht aus, dass man weitere Einkünfte haben darf. Natürlich hat man dann eine Steuererklärung zu machen und alle Einkünfte anzugeben.

_________________
Grüße, Susanne


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 Betreff des Beitrags: Re: Doppelter Arbeitsplatz ?
BeitragVerfasst: 03.08.17, 08:59 
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Themenstarter
Meiner Meinung nach dürfte dieser "Nebenjob" nicht in einer Wohnsiedlung ausgeübt werden oder ?

Daher die Vermutung das Y das unter der Hand betreibt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Doppelter Arbeitsplatz ?
BeitragVerfasst: 03.08.17, 09:13 
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Beiträge: 67
Für den Betrieb der benötigten Maschinen kann es Beschränkungen hinsichtlich Zeiten und erlaubter Lautstärke geben, die sich danach richten, wie das Gebiet hinsichtlich der Lärmimmissionen klassifiziert ist (z. B. Kurgebiet, reines Wohngebiet, Mischgebiet, Gewerbe, ...) Die Klassifizierung kann man bei seiner Kommunalverwaltung erfragen.

Eine arbeitsrechtliche Fragestellung ergibt sich aus dem Sachverhalt meiner Meinung nach aber nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Doppelter Arbeitsplatz ?
BeitragVerfasst: 03.08.17, 09:40 
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Beiträge: 3743
Frisch_ling hat geschrieben:
Eine arbeitsrechtliche Fragestellung ergibt sich aus dem Sachverhalt meiner Meinung nach aber nicht.

Höchstens am Rande das dies eine ggf anzeige-/genehmigunspflichtige Nebentätigkeit ist und ob das auch erfolgte.

Und wenn Herr X meint das Y keine Steuern zahlt, kann er sich damit ja an das zuständige Finanzamt wenden. Aber bitte nicht wundern wenn die entsprechende Hinweise nur aufnehmen und danach schweigen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Doppelter Arbeitsplatz ?
BeitragVerfasst: 03.08.17, 12:44 
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Beiträge: 4821
Me7z hat geschrieben:
Durch die ständigen arbeiten von Y fühlt sich X immer mehr genervt(lärmbelästigung usw.) und fragt sich ob dies nicht langsam als Straftat und unversteuertes Arbeiten anzuwerten ist.


und X wäre weniger belastet und genervt, wenn Y sein Einkommen versteuert ?

Zitat:
Wie ist in solch einem Fall die Rechtslage ? Ist diese Arbeit von Herrn Y erlaubt obwohl er einen festen Job hat ?


ja

Me7z hat geschrieben:
VIelen dank für eure Einschätzungen.


die genannten Zusammenhänge zwischen der Belästigung von X und den nebenberuflichen Arbeiten von Y wurden deutlich genannt. X hat ein Problem mit Y und versucht es über diese Schiene zu lösen.
Das ist aber kein Thema für das Arbeitsrecht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Doppelter Arbeitsplatz ?
BeitragVerfasst: 03.08.17, 13:47 
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Beiträge: 832
Arbeitsrechtlich sehe ich hier nur das Problem, dass X als Vorgesetzter ungeeignet erscheint, wenn das seine Art der Problemlösung mit Mitarbeitern ist. Aber das muss Y ja nicht interessieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Doppelter Arbeitsplatz ?
BeitragVerfasst: 04.08.17, 06:54 
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Es könnte eine Einschränkung im Arbeitsvertrag von Y dahingehend existieren, dass Nebenerwerbstätigkeiten grundsätzlich genehmigungspflichtig sind.
Zwar kann der AG die Einwilligung dazu nicht pauschal ohne plausible Gründe verwehren, jedoch sehe ich insbesondere beim (unfallträchtigen) hantieren mit Kettensägen, schweren Maschinen etc. durchaus eine Option.

Ungeachtet dessen schließe ich mich meinen Vorrednern an - Probleme dieser Art sollte man anders aus der Welt schaffen.

Gruß,
report

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Suchet und ihr werdet finden. Fragt und euch wird geantwortet.
Doch verdammt sind jene, die nicht suchen und dennoch fragen. Selig ist der, der suchet und erst fragt, wenn er nichts gefunden hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Doppelter Arbeitsplatz ?
BeitragVerfasst: 04.08.17, 07:03 
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Wohnort: Auf diesem Planeten
Me7z hat geschrieben:
Meiner Meinung nach dürfte dieser "Nebenjob" nicht in einer Wohnsiedlung ausgeübt werden oder ?

Daher die Vermutung das Y das unter der Hand betreibt.
und wieso Posten sie das ganze dann im Bereich Arbeitsrecht?......oder wird jetzt der Sachverhalt so gebogen, dass der eigene Unwillen berechtigt ist?

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"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe


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 Betreff des Beitrags: Re: Doppelter Arbeitsplatz ?
BeitragVerfasst: 13.08.17, 11:19 
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Beiträge: 418
Na ja, betreffs des Lärmpegels könte man was machen aber nicht arbeitsrechtlich sondern über das Immissionsschutzgesetz. Eine Kreissäge hat 100 db und das überschreitet sogar in reinen Industriegebieten die erlaubte db Höhe:

Die VDI-Richtlinie 2058 und die TA Lärm sehen folgende Immissionsrichtwerte vor:
6 bis 22 Uhr 22 bis 6 Uhr
In Industriegebieten bis 70
In Gewerbegebieten bis 65
In Kerngebieten, Dorf- und
Mischgebieten bis 60
In allgemeine Wohn- und
Kleinsiedlungsgebieten bis 55
In reinen Wohngebieten bis 50
In Kurgebieten, für Kranken-
Krankenhäuser und Pflegeanstalten bis 45
b.m.

Nachts noch um einiges weniger.


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 Betreff des Beitrags: Re: Doppelter Arbeitsplatz ?
BeitragVerfasst: 14.08.17, 06:39 
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Beiträge: 3743
barbara müller hat geschrieben:
Eine Kreissäge hat 100 db und das überschreitet sogar in reinen Industriegebieten die erlaubte db Höhe:

Wobei ich da im ersten Schritt etwas vorsichtig bin. Da wäre die Frage wo sich die zur Beurteilung relevanten Messpunkte befinden.

Rein über die db-Werte wird man da kaum eine Aussage treffen können. Sonst dürften wahrscheinlich schon längst die Berliner Flughäfen wegen Lärm geschlossen worden sein, so'n startendes Flugzeug kommt schließlich auf 130 db.


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 Betreff des Beitrags: Re: Doppelter Arbeitsplatz ?
BeitragVerfasst: 14.08.17, 07:30 
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Registriert: 31.01.05, 08:14
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Wohnort: Auf diesem Planeten
barbara müller hat geschrieben:
Na ja, betreffs des Lärmpegels könte man was machen aber nicht arbeitsrechtlich sondern über das Immissionsschutzgesetz. Eine Kreissäge hat 100 db und das überschreitet sogar in reinen Industriegebieten die erlaubte db Höhe:

Die VDI-Richtlinie 2058 und die TA Lärm sehen folgende Immissionsrichtwerte vor:
6 bis 22 Uhr 22 bis 6 Uhr
In Industriegebieten bis 70
In Gewerbegebieten bis 65
In Kerngebieten, Dorf- und
Mischgebieten bis 60
In allgemeine Wohn- und
Kleinsiedlungsgebieten bis 55
In reinen Wohngebieten bis 50
In Kurgebieten, für Kranken-
Krankenhäuser und Pflegeanstalten bis 45
b.m.

Nachts noch um einiges weniger.

Das haben sie aber schön vorgelesen. :wink: Nach Ihrem Verständnis müsste man den Straßenverkehr grundsätzlich abschaffen, da der Gesetzgeber gemäß Zulassung PKW's einen dB Grenzwert von 75 dB vorgibt. Also dürften diese, nach Ihrem Verständnis, noch nicht einmal in Industriegebieten fahren. :lachen:

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