Unstimmigkeiten bei der Arbeitszeiterfassung

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Testi
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Unstimmigkeiten bei der Arbeitszeiterfassung

Beitrag von Testi » 19.06.19, 17:15

Hallo zusammen.

Ich bin ein wenig verwirrt über unsere Zeiterfassung in der Firma.

Am Eingang/Ausgang gibt es eine Zeiterfassung, wo ich mich täglich ein bzw. aus buche.
In der Firma ist zum Betreten der Produktionshalle bestimmte Arbeitskleidung (Kittel & Schuhe) vorgeschrieben, die vor dem Betreten einmal täglich auf Funktion getestet werden muss.
Ohne diese Arbeitskleidung ist der Zutritt nicht gestattet!

Dann muss man sich in der Produktionshalle, Nähe Arbeitsplatz, in den zugewiesenen Auftrag Einbuchen und am Ende der Schicht dort wieder Ausbuchen.
Hintergrund ist, da man so sehen kann, welcher Mitarbeiter mit welchem Projekt beschäftigt ist, wie weit der Auftragsstand ist und wie lange der Mitarbeiter für den Auftrag benötigt hat.
Ist der Auftrag beendet, logt der Mitarbeiter sich aus dem aktuellen Auftrag aus und loggt sich in den neuen Auftrag ein... oder Schulungen, Pause, Reinigung Arbeitsplatz oder sonstige Aktionen.

Dann zum Feierabend die Arbeitskleidung (Kittel & Schuhe) ausziehen, Hände von den chemischen Rückständen reinigen und ausstempeln.

Sogesehen erfolgt eine direkte Zeiterfassung beim Betreten/Verlassen des Gebäudes
und eine indirekte Zeiterfassung in der Produktionshalle nach bzw. vor dem Umziehen und Testen der Arbeitskleidung.

Diese zweite "indirekte" Zeiterfassung wird nun verwendet, um die tägliche Arbeitszeit des Mitarbeiters zu erfassen.
Sie beginnt also erst mit dem Einbuchen im Auftrag und endet mit dem Ausbuchen aus dem Auftrag und nicht beim Betreten bzw. Verlassen des Gebäudes.

Wenn also der Mitarbeiter um 7:00 am Eingang einstempelt, 7,5 Minuten für Weg zur Umkleide inkl. Anlegen der Arbeitskleidung und Funktionstest benötigt und dann zu seinem Arbeitsplatz geht und dort einstempelt...
zum Feierabend sich aus dem Auftrag ausbucht, zur Umkleide geht, Hände wäscht, umzieht und um 15:30 ausstempelt und dafür erneut 7,5 Minuten benötigt
hat er am Ende des Tages trotz 8 Stunden Arbeit und 30 Minuten Pause auf seinem Arbeitszeitkonto -15 Minuten erwirtschaftet. :shock: :shock: :shock:
Das macht in der Woche mal eben -1,25 Stunden und im Monat grob gerechnet -5 Stunden Arbeitszeit, die man natürlich nacharbeiten muss. :-x

Ein Ausdruck von der ersten Zeiterfassung, also die beim Betreten und Verlassen des Gebäudes, gibt es nicht, diese Zeiterfassung wird für die Stundenerfassung angeblich nicht verwendet aber dennoch MUSS man diese Zeiterfassung nutzen!!! Wenn man es nicht macht, gibt es nette Briefe - nennt sich Ermahnung / Abmahnung.

Ich muss noch erwähnen, das es zu diesen beiden Zeiterfassungen keine eindeutige Aussage gibt. Die einen Vorgesetzten sagen es so und die anderen sagen es so.
Es weckt für mich den Verdacht, das die Zeiterfassung beim Kommen und Gehen nur für bestimmte Mitarbeitergruppen gelten (diese werden dadurch eindeutig bevorzugt, da die Arbeitszeit SOFORT beim Einstempeln beginnt) und andere Mitarbeiter benachteiligt werden, die erst mal zum Arbeitsplatz gelangen müssen..

Die Kollegen aus dem Lager haben es noch schlechter. Bei denen arbeitet die Zeiterfassung in 15 Minuten Schritten. Wenn man um 7:01 einstempelt, weil x Leute vor der Stempeluhr stehen (3 Schichten), wird einem erst mal 15 Minuten abgezogen. Wenn man dann 15:29 ausstempelt, weil man zu flott im Feierabend war, weil andere Kollegen zum Dienst wollen oder müssen... wird wieder 15 Minuten abgezogen.
Obwohl "nur" 2 Minuten von den 8 Stunden fehlen, werden 30 Minuten abgezogen.
Aber darüber gibt es ja hier im Forum schon was zu lesen und soll nicht Bestandteil meiner Frage sein. Es dient lediglich zur Vervollständigung der Sachlage.

Muss es nicht in einer Firma ein einheitliches System der Zeiterfassung und Vergütung geben???

Kann mir mal bitte jemand erklären, ob das so alles rechtens ist???
Oder noch besser :mrgreen: Wie heißt es so schön in den Forenregeln...
Wie ist die Rechtslage? :lol:

ExDevil67
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Re: Unstimmigkeiten bei der Arbeitszeiterfassung

Beitrag von ExDevil67 » 20.06.19, 05:46

Testi hat geschrieben:
19.06.19, 17:15
Wie ist die Rechtslage?
Das es sich möglicherweise lohnen könnte an geeigneter Stelle einen Hinweis auf z.B. ein Urteil des BAG vom 25.04.2018 zum Aktenzeichen 5 AZR 245/17 fallen zu lassen.
Betriebsrat vorhanden?

SusanneBerlin
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Re: Unstimmigkeiten bei der Arbeitszeiterfassung

Beitrag von SusanneBerlin » 20.06.19, 12:44

Muss es nicht in einer Firma ein einheitliches System der Zeiterfassung und Vergütung geben???
Nein. D.h. wenn bei Arbeitnehmern innerhalb der gleichen Arbeitsgruppe die Zeiterfassung unterschiedlich gehandhabt würde, könnte man schon eher dagegen vorgehen, aber in ihrem Fall werden ja jeweils ganze Abteilungen gleich behandelt.

Was die Arbeitnehmer tun können ist: einen Betriebsrat gründen, der sich für ein einheitliches Zeiterfassungssystem einsetzt.

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