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recht.de • Thema anzeigen - Fahrzeugkauf in Online Auktionen
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 Betreff des Beitrags: Fahrzeugkauf in Online Auktionen
BeitragVerfasst: 05.08.17, 11:30 
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Interessierter

Registriert: 01.05.17, 14:45
Beiträge: 14
Hallo,
ich habe eine frage zu folgender Situation

Ein Privater Käufer findet bei Internetauktionshaus [Name geändert] eine Auktion von einem Gebrauchten Fahrzeug.
Der Käufer findet das Fahrzeug super und ersteigert das Fahrzeug ohne das ein anderer mitbietet für den vom Verkäufer angegebenen Mindestpreis von 3400€.

Der Käufer holt das Fahrzeug nach Auktionsende beim Verkäufer ab. Der Verkäufer versichert bei Fahrzeug übergabe ausdrücklich, das außer den aufgeführten Mängeln das Fahrzeug in Ordnung ist. Auch wurde ausdrücklich versichert das das Getriebe in guten Fehlerfreien zustand ist.

Der Käufer bezahlt den Betrag und macht sich auf die Heimreise. Nachdem der Käufer zu Hause ist und mit der Leistung nicht zufrieden ist geht der Käufer in die Werkstatt die dem Käufer sagt, das das Automatik Getriebe nicht in Ordnung ist und rutschen würde.

Der Käufer wendet sich an den Verkäufer der sagt ich nehme mir davon nichts an ist mir egal.

Auf Schreiben des Anwaltes von der Käufer Seite wurde auch jeder Anspruch abgelehnt.

Der Anwalt des Käufers leitete ein Selbstständiges Beweisgutachten ein. Dabei stellt der Gerichtlich beauftrage Gutachter fest, das das Fahrzeug nicht wie vom Verkäufer in der Auktion als Unfallfrei deklariert wurde ist. Das das Getriebe bereits beim Einbau beschädigt wurde. Das die Klima Anlage sowie andere Teile des Fahrzeuges defekt sind. Unter anderem stellt sich auch heraus das die vom Verkäufer eingebaute Gas Anlage nicht mängelfrei ist, der Gutachter sagte bei der Besichtigung das er das Fahrzeug stilllegen muss, da von der Gas Anlage eine erhebliche Gefahr ausginge (der Mangel wurde vom Käufer umgehend in einer nahe gelegenen Gas Werkstatt behoben).

Nachdem das Gutachten erstellt wurde, schrieb der Anwalt des Verkäufers „Es war komisch das der Käufer auf eine Probefahrt verzichtete“.

Der Käufer hat nachdem sich die Probleme ergeben haben bei den Bewertungen des Verkäufers gesehen das er mehrer Fahrzeuge (auch des gleichen Typs) verkauft wurden > 7. Nach der Auffassung des Anwalt des Klägers kann dann von einem Pirvat Händler ausgegangen werden. Der Anwalt des Vrkäufers sagt aber, auch wenn mehrer Fahrzeuge verkauft wurden, heist das noch lange nicht das er damit handeln würde.

Es wurde kein weiterer Kaufvertrag außerhalb der Auktion geschlossen.

In der Gerichtsverhandlung kam folgendes Ergebnis:

Zitat:
Das Gericht hat darauf hingewiesen, dass zunächst einmal nachgewiesen werden muss, dass es sich um einen Gebrauchtwagenverkauf handelt.
Dann hat das Gericht weiterhin darauf hingewiesen, dass nachzuweisen ist, ob die gesetzliche Fiktion der 6 Monatsfrist greift oder nicht.

Im Eigentlichen hat das Gericht dann folgenden Vergleich vorgeschlagen:

1) Der Beklagte (Verkäufer) verpflichtet sich an den Kläger einen Betrag iH. V. 1000€ zu zahlen.

2) Abgeltungsklausel

3) Die Kosten des Rechtsstreites trägt der Kläger (Käufer) zu 70%, die Beklagte zu 30%




Ergänzungstext aus der Internetauktionshaus [Name geändert] Auktion: (Wortwörtlich abgetippt, auch die Rechtschreibfehler)

Zitat:
Artikelzustand: Gebraucht: Artikel wurde bereits benutzt. Weitere Einzelheiten, z.B. genaue Beschreibung etwaiger Fehler oder …
Unfall-/Bastlerfahrzeug: Kein Unfall-/Bastlerfahrzg

Beschreibung:
Fahrzeug xy benzin LPG Gasanlage Automatik
Gasanlage von yz (Serive Neu gemacht). Scheckheft!
Fahrzeug xy Scheckheft bis 1882000KM
Klimanalage.
Was wurde alles gemacht.
Luft und Polenfilter Vorne wie Hinten.
Neue LPG zz Zündkerzen.
Neuer Auspuff nd Katalisator laut vorbesitzer 10.10.2013
Zahnriemen bei 165000KM
Verschiedene unterdruckschleuche und keingrams..
8 fach Bereift. Steht jetzt auf Wintereifen die nur noch diesen Winter geeignet sind. Simmer sind noch Super(Standard Alus)
Austausch Getriebe bei 170000KM rechnung anbei!
Kültruhe unterm 3 Sitz
Was muss gemacht werden!
An den
Zylinnderkosfschrauben tritt gelegentlich ein bischen ÖL aus. Nicht Viel!
Windschutzscheibe hatt 3 Steinlläge die man machen kann. Ansonsten wer es stört vom Schrott neu.
Standheizung xy geht leider nicht. Uhr geht aber an. Muss also überprüft werden!
2Batterie unterm Sitz nicht angeschlossen. Relays wohl durschgeschmort. Habe es abisoliert!
Das war es aber schon. Verkauft wird der Fahrzeug xy weil er nur steht und somit seinen zweck nicht für mich erfüllt. Er fährt sich wirklich gut un durch da muss man auch an dir geringe KM öaufleistung Denken!!Nur 210000KM

Abholung innerhalb 1 Woche und wird Abgemeldet übergeben. Also Rote nummer oder Kurzkennzeichen mitbringen.

Auf anfrage! Der Bus wird wie beschrieben abgemeldet übergeben!!S-Arm:9/59/EWG I…..290€ Steuern im Jahr
Spiegel Elecktrich und beheizbar!!!


Fragen:

a) Nach Aussage der Gegenseite „es wurde nach dem Kauf auf eine Probefahrt verzichtet“ - Persönliche Frage: Wieso sollte der Käufer eine Probefahrt machen? Der Kauf ist mit Beendigung des Kaufes verpflichtet oder bin ich auf der Falschen Fährte?

b) nach der Schilderung und Äußerung des Gerichtes, was ist dem Käufer zu raten, anzunehmen oder abzulehnen? - Meiner Auffassung nach ist das Gericht ja wohl auf der Seite des Verkäufers.

c) hat der Käufer etwas zu befürchten, da das Gericht die Kosten ja zu sehr großen Teilen den Käufer auferlegt.

d) wie ist die Aussage des Gerichtes zu verstehen „dass zunächst einmal nachgewiesen werden muss, dass es sich um einen Gebrauchtwagenverkauf handelt.“ (Persöhnlicher Kommentar: Eine Waschmaschine ist ja nicht bestand des Streites, wie hat man so was zu verstehen?) - In der Auktions Beschreibung steht doch drin "Verkauft wird der Fahrzeug xy weil.....", was muss der Käufer nun beweisen das es sich um einen Verkauf handelt? Wo würde der Unterschied sein wenn es kein Verkauf ist?

e) Kann mir jemand Erläutern was der Punkt des Gerichtes bedeuten soll „2) Abgeltungsklausel“

c) Wenn der Verkäufer nicht ausdrücklich darauf hinweist, das eine Gewährleistung ausgeschlossen ist, ist Sie dann nicht vorhanden?

Gruß Armin


Zuletzt geändert von ktown am 05.08.17, 15:49, insgesamt 1-mal geändert.
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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrzeugkauf in Online Auktionen
BeitragVerfasst: 05.08.17, 12:43 
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Beiträge: 3743
Da anscheinend beide Seiten einen Anwalt haben, warum fragt man nicht den?


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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrzeugkauf in Online Auktionen
BeitragVerfasst: 05.08.17, 12:53 
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Hallo Devil,
kurz zu deiner Frage.

Achtung, das soll keine Unterstellung / Vorurteil / etc sein
Anwälte können immer nach dem Interesse Ihres Mandanten reden. Der Anwalt wird denke ich seltens sagen "Herr XXX ich wiederspreche Ihnen und sehe das ganze ganz anders." Er wird, so denke ich, er in die Richtung tendieren nach dem Motto "ich sehe das genauso wie Sie da ist handeln gefragt, wir müssen einspruch einlegen / der sache zustimmen".

Für mich ist die es eine unabhängige und neutrale Meinung zu hören von jemanden der nichts mit der sache zu tun hat (auch bei Ärtze sollte man nicht einfach so Trauen), wie er/du/ihr die Sache einschätzt.

Ich habe auch gerade mit meine Freundin Diskutiert die zweigeteilter Meinung ist.

Gruß Armin


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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrzeugkauf in Online Auktionen
BeitragVerfasst: 05.08.17, 13:11 
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Ein Unfallschaden ist etwas völlig anderes als ein verschlissenes und/oder mangelhaft eingebautes Getriebe. Wenn die Automatik spinnt, wird man sich nicht erfolgreich auf die zugesicherte Unfallfreiheit berufen können.


Zuletzt geändert von Dieter_Meisenkaiser am 05.08.17, 15:05, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrzeugkauf in Online Auktionen
BeitragVerfasst: 05.08.17, 14:00 
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Beiträge: 9704
Zitat:
Nachdem das Gutachten erstellt wurde, schrieb der Anwalt des Verkäufers „Es war komisch das der Käufer auf eine Probefahrt verzichtete“.

Zitat:
a) Nach Aussage der Gegenseite „es wurde nach dem Kauf auf eine Probefahrt verzichtet“ - Persönliche Frage: Wieso sollte der Käufer eine Probefahrt machen? Der Kauf ist mit Beendigung des Kaufes verpflichtet oder bin ich auf der Falschen Fährte?

Wenn der Satz „Es war komisch das der Käufer auf eine Probefahrt verzichtete“ die einzige Antwort auf die vom Gericht aufgeforderte Stellungnahme zum Gutachten war, ohne weiteren Antrag des Beklagten, dann ist der Satz in dem gerichtlichen Verfahren ohne rechtliche Relevanz.

Zitat:
b) nach der Schilderung und Äußerung des Gerichtes, was ist dem Käufer zu raten, anzunehmen oder abzulehnen? - Meiner Auffassung nach ist das Gericht ja wohl auf der Seite des Verkäufers.
Was hat der Kläger im Klageantrag überhaupt gefordert?

Zitat:
3) Die Kosten des Rechtsstreites trägt der Kläger (Käufer) zu 70%, die Beklagte zu 30%
Zitat:
c) hat der Käufer etwas zu befürchten, da das Gericht die Kosten ja zu sehr großen Teilen den Käufer auferlegt.
Der Käufer hat zu befürchten, dass ihm das Beweisfeststellungsverfahren und die Klage mehr kostet, als der Beklagte ihm am Ende des Verfahrens zahlen muss.

Zitat:
d) wie ist die Aussage des Gerichtes zu verstehen „dass zunächst einmal nachgewiesen werden muss, dass es sich um einen Gebrauchtwagenverkauf handelt.“
Zitat:
Dann hat das Gericht weiterhin darauf hingewiesen, dass nachzuweisen ist, ob die gesetzliche Fiktion der 6 Monatsfrist greift oder nicht.
Ich glaube da haben Sie was falsch verstanden. Die Frage ist nicht, ob ein Gebrauchtwagen gekauft wurde, sondern ob es sich um einen Verbrauchsgüterkauf handelt. Ein Verbrauchsgüterkauf ist dann gegeben, wenn ein Verbraucher von einem Unternehmer kauft (§ 474 BGB) https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__474.html
Denn nur dann muss der Käufer nicht beweisen, dass ein innerhalb von 6 Monaten nach dem Kauf aufgetretener Mangel bereits bei der Übergabe vorhanden war..

Zitat:
e) Kann mir jemand Erläutern was der Punkt des Gerichtes bedeuten soll „2) Abgeltungsklausel“
Abgeltung bedeutet: eine einmalige Leistung zur Beendigung von Ansprüchen aus gesetzlichen oder vertraglichen Rechtsverhältnissen. Mit dem Vereinbaren einer Abgeltung ist der Rechtsstreit erledigt, weitere Ansprüche in derselben Sache sind ausgeschlossen.

Zitat:
c) Wenn der Verkäufer nicht ausdrücklich darauf hinweist, das eine Gewährleistung ausgeschlossen ist, ist Sie dann nicht vorhanden?
Wenn der Verkäufer nicht ausdrücklich darauf hinweist, das eine Gewährleistung ausgeschlossen ist, dann ist die Gewährleistung nicht ausgeschlossen, d.h. dann ist der Gewährleistungsanspruch vorhanden.

_________________
Grüße, Susanne


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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrzeugkauf in Online Auktionen
BeitragVerfasst: 05.08.17, 18:31 
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Interessierter

Registriert: 01.05.17, 14:45
Beiträge: 14

Themenstarter
Hallo,
vielen Dank für die Antworten

Dieter_Meisenkaiser hat geschrieben:
Ein Unfallschaden ist etwas völlig anderes als ein verschlissenes und/oder mangelhaft eingebautes Getriebe. Wenn die Automatik spinnt, wird man sich nicht erfolgreich auf die zugesicherte Unfallfreiheit berufen können.

Die Unfallfreiheit wurde meines Wissens in der Klage nur genannt als das der Gutachter festgestellt hat das das Fahrzeug nicht Unfall frei ist, so wie es der Verkäufer versichert hat.

SusanneBerlin hat geschrieben:
Was hat der Kläger im Klageantrag überhaupt gefordert?

Den Kaufvertrag, angesichts der Reperaturkosten von über 6400€ nach Schätzung des Sachverständigen und der nicht Unfallfreiheit des Fahrzeuges, den Kauf Rückabzuwickeln.

SusanneBerlin hat geschrieben:
Der Käufer hat zu befürchten, dass ihm das Beweisfeststellungsverfahren und die Klage mehr kostet, als der Beklagte ihm am Ende des Verfahrens zahlen muss.


Wenn der Käufer und Verkäufer nun beide eine Rechtschutz versicherung haben, kann die Versicherung nun von dem Kläger verlangen Kosten zu erstatten, da er (aus meiner sicht) verloren hat?

SusanneBerlin hat geschrieben:
Ich glaube da haben Sie was falsch verstanden. Die Frage ist nicht, ob ein Gebrauchtwagen gekauft wurde, sondern ob es sich um einen Verbrauchsgüterkauf handelt. Ein Verbrauchsgüterkauf ist dann gegeben, wenn ein Verbraucher von einem Unternehmer kauft (§ 474 BGB) https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__474.html
Denn nur dann muss der Käufer nicht beweisen, dass ein innerhalb von 6 Monaten nach dem Kauf aufgetretener Mangel bereits bei der Übergabe vorhanden war..

Hier muss ich auch noch einmal nachfragen. Der Verkäufer wurde innerhalb der ersten 6 Monate, wenige Tage nach übernahme des Fahrzeuges darüber Informiert und gefragt was mit dem Fahrzeug geschenen soll. Dieser weigerte sich allerdings etwas anzuerkennen. Somit ist denke ich sichergestellt das der Mangel in der 6 Monatsfrist festgestellt wurde.

Weiterhin steht in dem Gutachten des Gutachters folgender Satz
Erst Gutachten hat geschrieben:
Lichtbild 14 zeigt eine Nahaufnahme diese Bereiches. Die Gasleitung ist in diesem Bereich angescheuert.
Lichtbild 21 zeigt den Hüllschlauch des Gasleitung zur Fahrzeugfront. Dieser hat die Aufgabe, im Falle einer Undichtigkeit etwauges im Bereich der Gasarmatur austretendes Gas isoliert vom Fahzeuginnenraum unter das Fahrzeug (in den Außenbereich) abzuleiten. Dieser Hüllschlauch war beschädigt. Im Falle einer Gasundichtigkeit an der Amatur oder den Zu- Ableitungen liegt hierdurch ein erhebliches Brand-/Explosionsrisiko vor.

....

Lichtbild 26 zeigt das Längslager der rechten Spurstange (im angepfeilten Bereich unter der Manschette). Hier lag Spiel vor
Lichtbild 30 zeigt die demontierte Motorkapsel. Hier waren diverse Spuren von Öl in den Dämmmaterial vorhanden..
Lichtbild 31 zeigt das hintere Motorlager. Dieses war porös, rissig und spielbehaftet.
Lichtbilder 38 u. 39 zeigen die Motorälwanne in einer Ansicht von schräg vorn. Hier waren inbesondere in den Bereichen der Ölwannendichtung erhebliche Ölanhaftungen sowie ablaufendes Öl erkennbar. Die Verkrustungen weisen auf eine ältere Ölundichtigkeit hin.
Die Lichtbilder 45 u. 46 zeugen eine Gegenüberstellung der Fahzeugecken vorn rechts und vorn links. Auf der rechten Fahrzeugseite waren erhebliche Einbauunregelmäßigkeiten des Scheinwerfers sowie Spaltmaßabweichungen vorhanden.
Die Lichtbilder 47 u. 48 zeigen eine weitere Gegenüberstellung der rechten und linken Fahrzeugseite. Es ist erkennbar, dass der in Lichtbild 47 dargestellte rechte Scheinwerfer deutlich weiter hinten eingebaut und im Vergleich zum linken verdreht war.
Lichtbild 51 zeigt eine Schictdickenmessung. Hier wurden Schichtdicken von über 2 mm gemessen. Dies ist in Verbindung auch mit dem vorgefundenen Riss ein Zeichen von erheblichem Füllmaterialauftrag (Spachtel) und eine nicht fachgerechte durchgeführte Instandetzung.
Lichtbild 53 zeigt eine Datailaufnahme der Kotflügelspitzen. Hier waren angebrochene Spachtelflächen sowie beginnende Korrosion erkennbar.

...

Nach Reinigung und Druchgeführung der Probefahrt kam es im Wesentlichen zu leichten Ölausschwitzungen an der Ölwannendichtung des Getriebes.

...

Der Linke Einstiegsschweller war von unten großflächig eingedrückt und wies erhebliche Korrisionspuren auf.
Die hintere linke Seitenwandbeplankung unterhalb war im Bereich vor dem hinteren linken Rad ebenfalls mit erheblichen Fällmaterialauftrragsschichten versehen, was auf eine nicht unerhebliche bleibende Karosserieverformung unterhalb der Lackschicht hinweist.
Insgesamt wurden an dem Fahrzeug Vorschäden an den vorderen rechten Eccke, der rechten und der linken Seite festgetellt. Das Fahrzeug ist insofern nicht unfallfrei.

...

Die Wiederhertellung eines unfallfreien Zustandes ist technisch nicht möglich.


Zweit Gutachten hat geschrieben:
Lichtbild 24 zeigt eine Nahaufname des Dichtungsschadens. Die Dichtung selbst ist im Randbereich gerissen und einseitig verrutscht. Es handelt sich um eine Typische Folge fehlerhafter Montage.
Lichtbild 25 zeigt die Einbaulage des vorgefundenen Bruchstückes. In diesem Bereich befindet sich ein Kolben, der von außen mit einer Druckfeder belastet ist. Diese Druckfeder wird durch eine entsprechende ausgeführte Kunstoffhalterung mit einem Gewinde gehalten. Im vorgefundenen Zustand war die Halterung der Druckfeder ausberochen, sodass sich die Feder bzw. der sich anschließende Kolben weitestgehend frei hin und her bewegen konnte. Der Schaden zeigt sich typisch in der Folge einer fehlerhaften Montage. Materialermüdung kann jedoch letzlich nicht ausgeschlossen werden.

....

In Bezug auf die bei der Besichtigung gemachten Feststellungen ist zusammenzufassen, dass an dem Getriebe unter anderem deutliche Spuren einer nicht fachgerechten durchgeführten Reperatur festzustellen waren. ...

... Die vorgefundenen Schäden stehen daher in plausieblem Zusammenhang mit der festgestellten Ausfallerscheinung. ...

... Die Zerlegung des Getriebes ergab einen Schaden am Schaltchieberkasten, aufgrund dessend ie Hydraulikversorgung des Getriebees nicht mehr einwandfrei funktionierte. Des Weiteren wurden mehrfach Spurgen einer unsachgemäß durchgeführten Instandsetzung festgestellt. ...




Ist damit nicht bereits sichergestellt und untermauert das der Mangel bereits bei Übergabe vorgelegen haben?

Anhand der Gutachten stellt mich sich mir die Frage, wie das Gericht zu so einem "laschen" vergleich kommt. In meinen Augen ist das Gericht angesichts der Gutachten auf Seiten des Verkäufers? Oder deute ich den vorgeschlagenen vergleich falsch?

Wie kommt angesichts der Fesststellungen des Gutachters zu der Aussage das nachgewiesen werden muss das die Schäden beim Kauf bereits vorlagen? Abplatzungen, Korrisionen rissbildungen und ausgeschlagene Teile treten doch nicht von heute auf Morgen auf sondern dieses bedarf doch eines längeren Zeitraums ... oder?

Gruß Armin


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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrzeugkauf in Online Auktionen
BeitragVerfasst: 05.08.17, 18:40 
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Mir scheint, dass hier gerade ein sehr konkreter Fall besprochen wird. Dieses Forum dient aber eigentlich der Diskussion von Rechtsfragen anhand, mehr oder weniger, abstrakter Vorträge.

All die gestellten Fragen beantworten doch der Anwalt oder die Berater der Rechtschutzversicherung.


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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrzeugkauf in Online Auktionen
BeitragVerfasst: 05.08.17, 19:40 
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Mainacht17 hat geschrieben:
Anwälte können immer nach dem Interesse Ihres Mandanten reden. Der Anwalt wird denke ich seltens sagen "Herr XXX ich wiederspreche Ihnen und sehe das ganze ganz anders."

Dann sagt man halt dem Anwalt klar das man seine realistische Einschätzung zur Rechtslage haben möchte und nicht das was er glaubt was man hören will.


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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrzeugkauf in Online Auktionen
BeitragVerfasst: 05.08.17, 20:00 
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webelch hat geschrieben:
Mir scheint, dass hier gerade ein sehr konkreter Fall besprochen wird. Dieses Forum dient aber eigentlich der Diskussion von Rechtsfragen anhand, mehr oder weniger, abstrakter Vorträge.
All die gestellten Fragen beantworten doch der Anwalt oder die Berater der Rechtschutzversicherung.


Diesem muss ich zustimmen. Nur wie es ausschaut Redet der Anwalt nur nach dem was sein Mandant hören möchte "Sie haben erfolg und es ist unzweifelhaft das der Wagen zurückgegeben wird". Es betrift mich aber nicht selbst, ich habe nur die Unterlagen bekommen ob es sich Lohnt das Fahrzeug selbst fertig zu machen, dabei hatte sich mir nur die Frage gestellt ob hier die Beratung des Anwaltes / die Einschätzung des Anwaltes eigentlich richtig ist.

Meine Meinung ist eigentlich so, das der Kläger die Beweise doch Problemlos erbracht hat und zweifelreif dargestellt hat das die Mängel vorher schon vorhanden waren.

Für mich schaut es gerade so aus:
a) als wenn der Richter sich die Gutachten nicht angeschaut / Gelesen hat oder von Technik und dem was der Gutachter schreibt keine Ahnung hat.
b) der Richter die Klage als unerfolgreich ansieht, dem Kläger (Käufer) daher nur ein bischen zugestehen will bevor er mit seiner entgültigen Meinung die Klage ablehnt so das der Kläger keine zugeständnisse bekommt.

Daher stellt sich mir auch die Frage, was ich den Bekannten raten würde als Privater freund, da ich es so sehe das das Urteil (besser gesagt der Vergleich) ein hohn ist, er lieber auf das Geld verzichten soll und weiterklagen soll. Aber, ich befürchte wenn er das tut so wie es sich für mich darstellt wird er dann ggf. schlechter davon kommen als wie wenn er nun das Geld nimmt und die sache abbläst. Ich vermute bald das er mit diesen Richter keine Chance darauf hat an sein Recht zu kommen.

Nur da hier sicherlich mehrer Leute sind die sich mit solchen Fällen bestimmt besser auskennen, ob ich mit meinem Verständniss auf Recht falsch liegen (daher auch die Bemerkung das es doch kein Waschmaschienen handel ist)

Gruß Armin


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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrzeugkauf in Online Auktionen
BeitragVerfasst: 05.08.17, 21:30 
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Da der TE zugibt, dass es hier um eine konkrete Rechtsberatung geht, mach mal zu.

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Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe


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