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recht.de • Thema anzeigen - Original versiegelte Neuware angeblich defekt Privatverkauf
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BeitragVerfasst: 07.08.17, 02:18 
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Hallo!

Folgender theoretischer Fall

Bei einem großen Online Auktionshaus verkauft ein Verkäufer einen Prozessor, der vom Hersteller in ESD-Folie original verschweißt und versiegelt ist. Es ist ein Verkauf von Privat an Privat.

Er beschreibt ihn als Neu und in versiegelter Originalverpackung, noch nie entnommen und nicht benutzt, voll funktionsfähig (logisch, da NEU – sonst kommen ständig Anfragen von Interessenten, ob der neue Artikel funktionsfähig ist – was soll ein neuer Artikel sonst sein???). Die Gewährleistung und Sachmängelhaftung werden ausgeschlossen.

Ein Käufer kauft ihn und bekommt die Lieferung. Die Lieferung soll an eine Apotheke gehen. Der Käufer arbeitet da aber nicht. Scheinbar nimmt da Jemand seine Sendungen entgegen. Die Ware wird dort zugestellt. Der Zusteller unterschreibt selbst in Druckbuchstaben mit „APO“, eine Unterschrift des Empfängers wird nicht eingeholt. Es ist unbekannt welche Person das Paket annahm und das Paket an den Käufer weiter reichte.

Niemand weiß, durch wie viele Hände die Sendung oder der Prozessor ging, bis er beim Käufer ankam.

Einen Tag später reklamiert der Käufer den Prozessor mit Bildern. Er habe auf der Oberseite der Kappe einen Kratzer gefunden und auf der Unterseite an den Anschluss-Pads (Prozessor ist für LGA Sockel) sind einige wenige Pads mit schwarzen Punkten versehen. Möglicherweise Brandflecken.

Im Internet finden sich aber entsprechende Prozessoren, welche neu sind und tatsächlich ähnliche dunkle Punkte auf Kontakten aufweisen. Ob das normal ist? Die Prozessoren werden ja erst bei Herstellern aufwendig getestet.

Der Verkäufer verfügt über Fotografien vom Einpackvorgang, auf denen der Kratzer auf der Oberseite nicht sichtbar ist. Allerdings konnte der Verkäufer den Prozessor nicht von der Unterseite fotografieren, da er in der ESD-Verpackung auf einem Schaumstoffstück lag. So sah man von der anderen Seit der Verpackung nur den Schaumstoff.

Der Käufer soll den Prozessor eingebaut haben und meint, dass er nicht vollständig funktioniert. Nur der halbe RAM wird erkannt. 2 von 4 Speicherbänken sollen erkannt werden.

Der Käufer ist kein IT-Fachmann und hat den Prozessor auf eigene Faust eingebaut. Fehler möglich, Beschädigung auch, wenn man die ESD-Arbeitsvorschriften missachtet oder als Laie nicht kennt.

Es ist nicht mal bekannt, ob der Prozessor überhaupt wegen seiner schwarzen Punkte auf den Anschluß-Pads nur „halb“-funktioniert, oder ob eine Misskonfiguration des Mainboards, falsche BIOS Version oder falsche RAM-Regel verwendet wurden. Es gibt sicher 1000 Gründe, warum ein Prozessor nur 2 von 4 Speicherkanälen erkennt. Die schwarzen Punkte auf den Pads mögen ein Grund dafür sein, müssen es aber nicht.

Die andere Frage, die sich stellt, ist, wurde der Prozessor mit schwarzen Anschluss-Pads von Intel als Neuware verkauft?

Wie kam der Kratzer des Prozessors auf die Oberseite?

Funktioniert der Prozessor wegen den schwarzen Punkten auf den Anschlüssen (nicht auf der Platine – kein Platinenbrandfleck) oder wurde er vom Verkäufer anders beim Einbau beschädigt und der Schaden entstand erst durch den Einbau und war gar nicht durch die schwarzen Punkte bedingt?

Käufer ist arrogant, uneinsichtig und beleidigen. Hält sich für den Größten. Diskussion unmöglich.

Verkäufer ist der Meinung, dass ein neu versiegelter Prozessor vom Hersteller funktionsfähig sein wird und diese Schäden vom Käufer verursacht wurden.

Welche Chancen hat der Käufer, ggf. Schadensersatz oder Deckungskauf vor Gericht durchzusetzen? Er meint, er möchte sich im Fachhandel einen gleichwertigen Prozessor kaufen. Vom Verkäufer hat er ihn für 300 EUR ersteigert. Im Preisvergleich gibt es einen Neuen für ab 550 EUR. Er hat sich für seinen Deckungskauf gleich mal 650 EUR angesetzt. Schadensminderungspflicht Fehlanzeige.

Verkäufer hat zuerst eine Rücknahme (Freitag) des Prozessors abgelehnt, sowie eine Mängelbeseitigung. Aber am Sonntag den Käufer dann doch angeschrieben, und ihm mitgeteilt, er solle die angeblich defekte Ware auf seine Kosten zurück senden, damit der VK den Prozessor prüfen lassen und in Augenschein nehmen kann.

Darauf hat der Käufer umgehend geantwortet, dass er gar nichts zurück senden wird und den Prozessor erst der Polizei als Beweismittel geben will. Er würde schon gar nichts auf seine Kosten zurück senden. Der Prozessor könnte ja auf wundersame Weise verloren gehen. Fazit: Er verweigert die Rücksendung.

Er will wohl auch Anzeige erstatten. Da sieht es aber für den Käufer schlecht aus, da der Vekräufer nachweisen kann, dass er für ihn unbeschädigt aussehende versiegelte Neuware verschickte (Fotos + Zeuge). Damit kein Vorsatz. Es ist auch möglich, dass der Käufer den Prozessor beschädigte und nun durch falsche Betrugs-Strafanzeige Druck ausüben will. Mit Strafrecht kennt sich der Verkäufer aus, sieht da keine Probleme. Geht hier bei der Frage nur um Zivilrecht.

Ist vor Zivilgerichten in Deutschland der Leumund eines Klägers (Käufers) überhaupt relevant oder ist der völlig egal?

Es gibt nämlich einige interessante Punkte zu dem Käufer, die ermittelt wurden:

1. Der Käufer hat direkt nach dem Kauf, den Verkäufer zu einer Straftat angeleitet. Er hat den Verkäufer darum gebeten, die Verkaufsprovision des Online-Auktionshauses widerrechtlich wieder zu erlangen, indem der Verkäufer dem Auktionshaus gegenüber hätte behaupten müssen, der Käufer hätte den Artikel nicht bezahlt, um letztlich die zurückerlange Verkaufsprovision 50:50 mit dem Käufer zu teilen. Das ist eine Anleitung zur Straftat und strafbar (§130a zufällig?). Es sollte ein Betrug zu Lasten des Auktionshauses erfolgen. Der Verkäufer hat aber abgelehnt.

2. Der Käufer ist vermutlich mit einer Person in der Apotheke, wo er seine Waren liefern lässt, liiert. Diese Person entwendet angeblich regelmäßig Artikel in hoher Anzahl aus der Apotheke, die der Käufer auf der Auktionsplattform ohne Gewerbe verkauft. Momentan bietet der Käufer auf dem Marktplatz ca. 70 Laborutensilien gleichzeitig als Privatverkäufer an im Gesamtwert von ca. 2000 EUR. Das macht er schon seit Monaten immer wieder so. Er ist/war Chemiestudent. Möglicherweise bezieht er noch BaFög und tut die Einnahmen verheimlichen, von der Gewerblichkeit und Umsatzsteuerhinterziehung abgesehen.

3. Eine Suche nach der Email-Adresse des Käufers führt zu Gruppen im Internet, welche sich mit dem Konsum von Drogen befassen.

4. Der Käufer hat sich über eine bekannte schwere Erkrankung des Verkäufers in einer seiner Emails an den Verkäufer lustig gemacht, indem er schmähende und beleidigende Kommentare vom Stapel gelassen hat, die dem Verkäufer zu verstehen geben sollten im Klartext „schade dass Du damals nicht verreckt bist“. Es wurde als Beleidigung vom Verkäufer erfasst und vom Käufer auch so geschrieben, dass es wie eine Beleidigung wirken soll.

5. Der Käufer hat andere Teilnehmer auf dem Onlineauktionshaus ausfindig gemacht, die auch genau die gleichen Prozessoren in der Vergangenheit verkauften. Er hat alle Verkäufer solcher Prozessoren angeschrieben und gefragt, ob der Verkäufer von ihnen einen defekten Prozessor kaufte. Er teilte in seiner Anfrage auch die Kontaktdaten des Verkäufers mit (Anschrift, User-Nick) und teilte ihnen mit, dass er vom Verkäufer defekte Ware als Neuware kaufte, was den Verkäufer als Betrüger darstellt. Er stellte den Verkäufer bei anderen ihm unbekannten Auktionshausnutzern als einen Betrüger dar mit Kontaktdaten.

6. Das Bewertungsprofil des Käufers besteht aus 4 negativen von ihm selbst abgegebenen Bewertungen. Die anderen negativ bewerteten Verkäufer wurden kontaktiert. Es wurde in Erfahrung gebracht, dass der Käufer bei all seinen Verkäufern gleich vorgeht, jedoch alle anderen Verkäufer durch seine Drohkulisse dazu bewegen konnte, die Artikel zurück zu nehmen, ob berechtigt oder nicht. Da war z.B. ein Händler, von dem er eine High-End-Grafikkarte kaufte, ausprobierte und dann zurück schicken wollte. Der Händler wollte das verweigern. Also kaufte er eine zweite Grafikkarte, ohne zu bezahlten und bewertete den Händler zwei mal negativ, um ihm eine reinzuwürgen. Der Händler akzeptierte schließlich die Rücknahme. Der Händler hat die Grafikkarte hat er immer noch nicht zurück erhalten. Der andere war ein Privatverkäufer, der eine SSD ihm verkaufte. Er behauptete da, ebenfalls gebrauchte statt neue Ware erhalten zu haben und bewertete ihn negativ. Der Verkäufer willigte irgendwann einer Rücknahme ein, um seine Ruhe zu haben (der Streitwert war auch geringer). Der Käufer weigert sich jedoch die SSD an seinen Verkäufer zurück zu schicken, bevor er das Geld wieder hat. Dieser Verkäufer wird ihm jedoch kein Geld vorher überweisen, da er befürchtet, einen Stein im Paket zurück geschickt zu bekommen. Von beiden existieren bisher Stellungnahmen über den Vorgang und die Probleme mit dem Käufer. Sie lesen sich katastrophal. Der Käufer wird als der schlimmste Fall aller Zeiten beschrieben.

Die Email-Kommunikation vom Käufer liest sich wie der schlimmste Getto-Slang. „Ey-digga, ich mach dich fertig. Du kommst nicht aus dem zahlen raus. lügner, betrüger, etc.“. Wie ein auf Droge hängen gebliebener in der Jugend oder ein Counterstrike Spieler beim Chatten.

Auf den Verkäufer macht der Käufer einen Eindruck eines Berufsbetrügers mit Drogenproblemen aus, der betrügt, steuern hinterzieht, privatgewerblich handelt, beleidigt, etc. Weil ihn bisher noch keiner gestoppt oder Einhalt gewährt hat.

Ich gehe davon aus, dass er ebenfalls betrügerische Freunde hat, die als Zeugen vor Gericht bestätigen werden, dass die Beschädigungen auf der CPU natürlich schon beim Auspacken vorhanden waren.

Wie schätzt ihr die Situation ein?

Macht es Sinn den Richter im Schriftsatz über den Leumund des Käufers zu informieren, indem man diese Dinge aufzählt – natürlich durch einen Rechtsanwalt.

Sollte der Käufer klagen, kann der Rechtsanwalt des Verkäufers, dem Anwalt des Käufers mitteilen: „zieh deine Klage zurück, oder wir zeigen den Käufer wegen allen Straftatbeständen (Punkte 1-6) an“, oder wäre das Nötigung?

Schließlich hat man wohl das Recht dazu, den Käufer wegen seiner Verfehlen anzuzeigen. Wie kann der Verkäufer oder sein Anwalt ihm das beibringen, ohne dass man sich selbst strafbar macht?

Allgemeine Meinung zur Schwierigkeit der Beweisführung des Klägers (Käufers) wäre interessant.

Genauso zum Thema Leumund und wie man den Richter von einem unehrlichen Kläger überzeugen kann.

Sowie der Nötigung – ist es eine? „Wenn Du gegen mich klagst, zeige ich dich wegen allem an.“

Grüße
Freeman


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BeitragVerfasst: 07.08.17, 05:41 
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BeitragVerfasst: 07.08.17, 06:35 
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freeman303 hat geschrieben:
Darauf hat der Käufer umgehend geantwortet, dass er gar nichts zurück senden wird und den Prozessor erst der Polizei als Beweismittel geben will. Er würde schon gar nichts auf seine Kosten zurück senden. Der Prozessor könnte ja auf wundersame Weise verloren gehen. Fazit: Er verweigert die Rücksendung.

Damit würde ich als Verkäufer mich relativ entspannt zurücklehnen. Solange der Defekt nur als Behauptung vom Käufer besteht, dürften seine Chancen bei einer Klage sehr dünn sein.


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BeitragVerfasst: 07.08.17, 06:44 
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Zusamenfassend:
Der Verkäufer hat das Geld. Der Käufer die (mutmaßlich defekte) Ware.
Solange das so bleibt ist erstmal alles gut.
Der einzig mögliche nächste Step ist die Rücksendung der Ware aufgrund des Widerrufs. Alles ander sollte man ignorieren.

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Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Nehmt das ihr Cookies:Blondine, Bikini, Strand, Insel, Hawaii, Palme, Cocktail.
Und unsere Hooligans grüße ich mit einem freundlichen "AHOI" :mrgreen:


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BeitragVerfasst: 07.08.17, 06:47 
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Zitat:
Sowie der Nötigung – ist es eine? „Wenn Du gegen mich klagst, zeige ich dich wegen allem an.“
Ja es handelt sich um eine Nötigung, Sachverhalte anzuzeigen die mit dem streitbaren Gegenstand -ob ein neuer, intakter Prozessor versendet wurde- nichts zu tun haben.

Zitat:
Ist vor Zivilgerichten in Deutschland der Leumund eines Klägers (Käufers) überhaupt relevant oder ist der völlig egal?
Der Leumund interessiert nicht vor dem Zivilgericht, es kommt nur darauf an, ob der Kläger seinen Anspruch beweisen kann.

Vorschlag: Verfassen Sie den Beitrag nochmal ohne die ganzen Nebenschauplätze, dann gibt es auch eher Antworten.

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Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 07.08.17, 06:51 
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Tastenspitz hat geschrieben:
Der einzig mögliche nächste Step ist die Rücksendung der Ware aufgrund des Widerrufs. Alles ander sollte man ignorieren.

Welcher Widerruf? Das ganze ist C2C und da kann der Verkäufer doch mehr oder minder sämtliche aus B2C bekannten Rechte ausschließen.
Absichtlich defekte Ware als neu zu verkaufen sollte davon zwar nicht erfasst sein, aber dazu müsst erstmal der Zustand der Ware geklärt werden.


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BeitragVerfasst: 07.08.17, 06:57 
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Streichen wir den Widerruf. Ich hab tatsächlich nicht alles gelesen... :oops:
Letztlich steht eine Behauptung im Raum (Defekt), die der Verkäufer nicht prüfen kann und der Käufer sich weigert diese prüfen zu lassen.
Also gehts nicht weiter.

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BeitragVerfasst: 07.08.17, 08:27 
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Tastenspitz hat geschrieben:
Letztlich steht eine Behauptung im Raum (Defekt), die der Verkäufer nicht prüfen kann

Da nicht vollständig erkannter RAM so rein gar nichts mit einem angeblich defekten Prozessor zu tun hat, braucht man da auch nicht viel prüfen.


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BeitragVerfasst: 07.08.17, 12:48 
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Es ist wirklich so. Die CPUs werden tatsächlich getestet. Wenn die produziert werden, weiß der Hersteller noch nicht,welchen Takt, wie viel Cache funktioniert, wie viele Kerne laufen.

So entstehen erst die CPUs mit vier Kernen, zwei Kernen, einem Kern. Die defekten Kerne werden einfach abgeschaltet und so wird dann der CPU verkauft. Es werden keine extra CPUs mit unterschiedlicher Kernzahl produziert.

Das läuft immer so bei Prozessor-Produktion. Habe mal einen langen Bericht über die Herstellung bei Intel gelesen. So ist es tatsächlich. Ein Prozessor wird immer mehrfach unterschiedlich getestet, um die anzahl der intakten Kerne, des Cache und des maximal stabilen Taktes zu bestimmen. Dann wird er Endkonfiguriert, kommt der Heatspreader drauf und wird letztlich beschriftet, dann nochmals getestet, etc.

D.h. man produziert meist immer nur Vierkerner und macht aus den quasi halb-defekten, bei denen ein oder zwei Kerne kaputt oder nicht komplett funktionsfähig sind, eben Zweikerner.

Wer es nicht glaubt, soll sich belesen oder beim Hersteller anfragen.

Ich bin selbst seit über 25 Jahren in der IT Branche und muss sagen, dass bei Komponenten, wie RAM oder CPU, die original in der Herstellerverpackung neu gekauft wurden, mir noch niemals ein Teil unterkam, das defekt war.

Defekte passieren erst bei größeren zusammengebauten Geräten, wie kompletten PCs, TVs, Radios, etc. Aber einfache elektronische Teile sind extrem selten im Neuzustand (raus aus der ESD-Verpackung) defekt.


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BeitragVerfasst: 07.08.17, 15:23 
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OK. Zum Thema: Leumund (nenne ich mal so)

Angenommen es gibt eine Person, die Berufsbetrüger ist. Sie fälscht Beweise, etc. und klagt gegen arglose Vertragspartner landesweis und finanziert sich auf diese Weise ein Zubrot.

So soll es tatsächlich nicht möglich sein, bei einem Verfahren einen Richter darüber zu informieren, dass der Kläger bereits zahlreichen anderen unehrlichen / betrügerischen Tätigkeiten nachgeht?

Der Richter darf das dann nicht in sein Urteil einfließen lassen und sich auch nicht davon beeinflussen lassen?

Wenn das wahr ist, kann man daraus ein funktionierendes Geschäftsmodell per Prozessbetrug entwickeln.


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BeitragVerfasst: 07.08.17, 15:40 
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Flowjob hat geschrieben:
Tastenspitz hat geschrieben:
Letztlich steht eine Behauptung im Raum (Defekt), die der Verkäufer nicht prüfen kann

Da nicht vollständig erkannter RAM so rein gar nichts mit einem angeblich defekten Prozessor zu tun hat, braucht man da auch nicht viel prüfen.


Da wäre ich mir heute nicht mehr so sicher - früher war das sicher im chipsatz anzusiedeln - soweit ich weiss ist haber bei modernen CPU die Northbridge (mit Speicher Controller) sousagen wegen der direkteren Anbindung mit auch den Chip der CPU gewandert... kann mich aber irren....


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BeitragVerfasst: 07.08.17, 16:37 
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Name4711 hat geschrieben:
Flowjob hat geschrieben:
Tastenspitz hat geschrieben:
Letztlich steht eine Behauptung im Raum (Defekt), die der Verkäufer nicht prüfen kann

Da nicht vollständig erkannter RAM so rein gar nichts mit einem angeblich defekten Prozessor zu tun hat, braucht man da auch nicht viel prüfen.


Da wäre ich mir heute nicht mehr so sicher - früher war das sicher im chipsatz anzusiedeln - soweit ich weiss ist haber bei modernen CPU die Northbridge (mit Speicher Controller) sousagen wegen der direkteren Anbindung mit auch den Chip der CPU gewandert... kann mich aber irren....


Ja ist so. Ändert aber nichts am Problem.

Du hast immer noch ein möglicherweise teildefektes Mainboard, möglicherweise defekte RAM Riegel, Kontakte, Leiterbahnen auf MB, unpassende BIOS version. Oder zwei unterschiedliche RAM-Typen vertragen sich nicht am gleichen Speichercontroller. Ich könnte da noch Seiten mit Möglichkeiten füllen. Ist aber nicht die Aufgabe des Verkäufers dem Käufer zu seinem Erfolg zu verhelfen.


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BeitragVerfasst: 09.08.17, 07:10 
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Tastenspitz hat geschrieben:
Letztlich steht eine Behauptung im Raum (Defekt), die der Verkäufer nicht prüfen kann und der Käufer sich weigert diese prüfen zu lassen.
Also gehts nicht weiter.

Weiter gehen wird es schon. Strafanzeige gegen den Verkäufer, böse Briefe vom Anwalt, Zivilklage gegen den Verkäufer.
Wenn der Käufer es unbedingt will wird der schon einen Anwalt finden der das alles mitmacht.

Nur dürfte das alles nicht zum, vom Käufer gewünschten, Ziel führen. Wenn er was erreichen will, wird er die vermeintlich defekte Ware dem Verkäufer zur Prüfung überlassen müssen.
Und ja, der Käufer wird sicher einen Anwalt finden, der Anwalt wird schließlich so oder so bezahlt. Wer das am Ende macht, ist dem egal.


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BeitragVerfasst: 09.09.17, 00:48 
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In wie weit könnte in diesem Zusammenhang eine Betrugsanzeige vom Käufer gegen den Verkäufer von Erfolg gekrönt sein?

Ich sehe da keinen Vorsatz des Verkäufers. Sogar wenn der Defekt da tatsächlich gewesen sein sollte, könnte der Verkäufer nichts davon wissen, da die Art der Verpackung den Blick auf die defekte Stelle nicht erlaubte.

Wie seht ihr das?


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