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recht.de • Thema anzeigen - Schadensersatz vom Gutachter
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 Betreff des Beitrags: Schadensersatz vom Gutachter
BeitragVerfasst: 28.09.17, 09:49 
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Hallo zusammen,

angenommer folgender fiktiver Vorfall:

Nach einem Verkehrsunfall wird ein KFZ-Gutachter aufgesucht. Dieser bewirbt die Zusammenarbeit mit einem Anwalt zwecks Durchsetzung der Ansprüche:" Wir haben einen super Anwalt - der kümmert sich um alles." Es wird eine Abtretungserklärung für den Gutachter, sowie eine Vollmacht zur anwaltlichen Vertretung unterzeichnet.

Die gegnerische Versicherung überweist Anwalts, -Gutachter und KFZ-Schadenskosten an den Anwalt. Dieser entschliesst sich, mit
mehreren weiterer Zahlungen diverser Mandanten, einen schönen Lebensabend zu machen und verlässt mit sehr vielen Mandantengeldern das Land.

Anzeige wegen Veruntreuung von Mandantengeldern, sowie Beschwerde bei der Anwaltskammer laufen immer noch, aber der Anwalt ist nicht mehr greifbar, da er sich abgesetzt hat.

Ca ein Jahr später fordert der Gutachter jetzt vom Auftraggeber seine Gutachtergebühren, da der Anwalt diese mitunterschlug.
Dem Geschädigten ist durch die Vermittlung des Gutachters an besagten Anwalt bereits ein fünfstelliger Betrag an Schaden entstanden und soll nun auch noch das Gutachten zahlen.

a) muss das Gutachten gezahlt werden
b) kann gegen den Gutachter Klage auf Schadensersatz eingereicht werden aufgrund der Vermittlung

Vielen Dank für Antworten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schadensersatz vom Gutachter
BeitragVerfasst: 28.09.17, 09:53 
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Da dem Gutachter eine Abtretungserklärung vorlag, denke ich nein.

§398 BGB hat geschrieben:
Eine Forderung kann von dem Gläubiger durch Vertrag mit einem anderen auf diesen übertragen werden (Abtretung). Mit dem Abschluss des Vertrags tritt der neue Gläubiger an die Stelle des bisherigen Gläubigers.

_________________
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.
Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe


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 Betreff des Beitrags: Re: Schadensersatz vom Gutachter
BeitragVerfasst: 28.09.17, 10:28 
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ktown hat geschrieben:
Da dem Gutachter eine Abtretungserklärung vorlag, denke ich nein.

§398 BGB hat geschrieben:
Eine Forderung kann von dem Gläubiger durch Vertrag mit einem anderen auf diesen übertragen werden (Abtretung). Mit dem Abschluss des Vertrags tritt der neue Gläubiger an die Stelle des bisherigen Gläubigers.


zu a) aktzeptabel - wer die Musik bestellt, muss sie bezahlen

Kann b) Aussicht auf Erfolg haben:

zu b) Schadensersatz, da aufgrund der Vermittlung des Gutachters dem Auftraggebers der Schaden im Nachhinein entstanden ist.
Ohne das Bewerben der anwaltlichen Zusammenarbeit wäre womöglich ein anderer oder gar kein Anwalt beauftragt worden?


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 Betreff des Beitrags: Re: Schadensersatz vom Gutachter
BeitragVerfasst: 28.09.17, 10:31 
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Ich sehe da keinen Kausalzusammenhang zwischen Schaden und Beauftragung des Gutachters.

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Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)


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 Betreff des Beitrags: Re: Schadensersatz vom Gutachter
BeitragVerfasst: 28.09.17, 12:54 
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ktown hat geschrieben:
Da dem Gutachter eine Abtretungserklärung vorlag, denke ich nein.

§398 BGB hat geschrieben:
Eine Forderung kann von dem Gläubiger durch Vertrag mit einem anderen auf diesen übertragen werden (Abtretung). Mit dem Abschluss des Vertrags tritt der neue Gläubiger an die Stelle des bisherigen Gläubigers.

Was heißt, dem Gutachter lag die Abtretungserklärung vor? Der Gutachter müsste die Forderung schon selbst abgetreten haben, damit man sich auf diesen Paragraphen berufen kann.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schadensersatz vom Gutachter
BeitragVerfasst: 28.09.17, 15:00 
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FDR-Moderator

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Normaler Vorgang:
Geschädigter beauftragt Gutachter zur Feststellung der Schadenshöhe. Gutachter erstellt sein Dokument und übergibt dies inkl. Rechnung dem Geschädigten. Dieser wiederum reicht beides bei der Versicherung der Gegenseite ein und bittet um Begleichung der Forderung.

Vorgang Abtretungserklärung:
Geschädigter beauftragt Gutachter (inkl. Abtretungserklärung) zur Feststellung der Schadenshöhe. Gutachter erstellt sein Dokument und übergibt dies inkl. Rechnung der Versicherung. Diese wiederum begleicht die Rechnung des Gutachters und überweist die Schadenshöhe an den Geschädigten.

Hier vorgetragener Sachverhalt:
Geschädigter beauftragt Gutachter (inkl. Abtretungserklärung und Vollmacht für Anwalt) zur Feststellung der Schadenshöhe. Gutachter erstellt sein Dokument und übergibt dies inkl. Rechnung dem Anwalt, damit dieser die Forderungen bei Versicherung der Gegenseite einfordert. Diese wiederum begleicht die Rechnung des Gutachters und Anwalt. Den Betrag der Schadenshöhe wird hier dann wohl anstatt an den Geschädigten an den Anwalt mit überwiesen (wieso auch immer).

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 Betreff des Beitrags: Re: Schadensersatz vom Gutachter
BeitragVerfasst: 28.09.17, 16:45 
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ktown hat geschrieben:
Normaler Vorgang:
Geschädigter beauftragt Gutachter zur Feststellung der Schadenshöhe. Gutachter erstellt sein Dokument und übergibt dies inkl. Rechnung dem Geschädigten. Dieser wiederum reicht beides bei der Versicherung der Gegenseite ein und bittet um Begleichung der Forderung.

Vorgang Abtretungserklärung:
Geschädigter beauftragt Gutachter (inkl. Abtretungserklärung) zur Feststellung der Schadenshöhe. Gutachter erstellt sein Dokument und übergibt dies inkl. Rechnung der Versicherung. Diese wiederum begleicht die Rechnung des Gutachters und überweist die Schadenshöhe an den Geschädigten.

Hier vorgetragener Sachverhalt:
Geschädigter beauftragt Gutachter (inkl. Abtretungserklärung und Vollmacht für Anwalt) zur Feststellung der Schadenshöhe. Gutachter erstellt sein Dokument und übergibt dies inkl. Rechnung dem Anwalt, damit dieser die Forderungen bei Versicherung der Gegenseite einfordert. Diese wiederum begleicht die Rechnung des Gutachters und Anwalt. Den Betrag der Schadenshöhe wird hier dann wohl anstatt an den Geschädigten an den Anwalt mit überwiesen (wieso auch immer).


Der markierte Bereich ist korrekt. Wie ist das : wieso auch immer zu verstehen? Ist die Versicherung dazu nicht berechtigt?
Der Anwalt wurde nie gesehen, noch gesprochen. Die komplette Abwicklung lief über die Vollmacht beim Gutachter.

Vieln Dank schonmal für die Antworten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schadensersatz vom Gutachter
BeitragVerfasst: 28.09.17, 20:35 
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Registriert: 31.05.15, 07:19
Beiträge: 1911
Naja - was ich nicht beurteilen kann, bzw. wo ich dazu neige, dass der Gutachter bezahlt werden muss:

Der Geschädigte ist ja Auftraggeber, er kann zwar gegenüber dem Gutachter eine Erklärung abgeben, das es sein Wille ist, das der Anwalt aus den Beigetriebenen Geldern dessen Forderung begleicht, allerdings wüsste ich nicht, wie er durch eine Erklärung seinerseits den Anwalt zum Schuldner des Gutachters machen kann.
Dazu bräuchte es einer entsprechenden Vereinbarung mit dem Anwalt, von der ich hier nicht wirklich etwas erkennen kann. Könnte sein, dass so eine (Rahmen-)Vereinbarung zwischen Gutachter und Anwalt gibt - sehe ich hier aber noch nicht.

Genauso die "Empfhelung" woher sollte da eine Haftung 280 kommen?


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