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recht.de • Thema anzeigen - Niederlassungserlaubnis erteilen oder oder nicht?
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BeitragVerfasst: 27.03.17, 14:40 
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Beiträge: 2
Guten Tag, hoffe endlich auf einer seriösen und kompetenten Seite angekommen zu sein...

Mich würde interessieren:


eine Frau lebt seit 1993 in Deutschland, (also vor 01.01.2005-daher werden einfachste Deutschkenntnisse A1 gefordert)

Alle anderen Forderungen werden mehr als übertroffen

- min. 5 Jahre aufenthalt gefordert bei ihr: 25 Jahre
-min. 60 Monate sozial/pflichtabgaben gefordert, bei Ihr: ca. 280
-keine straftaten,keine gesetzesbrüche, akte ist mehr als rein.
-Lebensunterhalt ist gesichert - Festanstellung-Unkündbares Arbeitsverhältnis
- niemals sozialgelder,staatszuschüsse etc. in anspruch genommen
- eine Wohnung für sich und ihren mann welches ausreichend platz bietet
- sie sieht deutschland als Ihre heimat an, mit einhalten und respektieren aller rechts und ordnungsgesetzen
- sie hat eine tochter welche heute deutsche staatbürgerin ist, ihre schule und ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat und heute verheiratet ist und selbst mutter.

Das "einzige" also was die Sachbearbeiterin beanstanden könnte, sind die fehlenden sprachkenntnisse (was so aber auch nicht stimmt, denn sie kann sich schon verständigen auch auf a1 niveau)

Das Problem ist, das die Sachbearbeiterin mit ihr nicht WIE GEFORDERT langsam-deutlich und mit geleisteter Hilfestellung gesprochen hat!

Dazu kommt das die Frau aufgrund Ihres Analphabetismus, dazu neigt in Gesprächen mit Ämtern,autoritären menschen in panik auszubrechen und keinen klaren gedanken mehr zu fassen...


Dies war bei Ihrem letzten besuch in der behörde der fall, sie ist fast zusammengeklappt, weiß angelaufen und gezittert, und aus angst den Aufenthalt nicht zu kriegen, hat sie nur noch versucht wenigstens etwas zu reden, aber das reichte der Bearbeiterin nicht.

WICHTIG: im Gesetz steht, das die Bearbeiter gewisse Ermessenspielräume hätten, ggf. sogar auch auf die Sprachkenntnisse verzichten können sofern andere Integrationsleistungen vorliegen (ich bitte euch, das was ich oben alles aufgezählt habe ist doch wohl mehr beweis für einen integrierten menschen als sonst etwas, oder nicht?


Ist die Sprache das einzige kriterium um integriert zu werden?

So viele Ausländer sprechen ausreichend deutsch aber erfüllen z.b. in keinster weise auch nur ansatzweise die leistungen dieser Frau, entweder mal hartz4 empfänger, kriminell oder oder. (nicht verallgemeinert ausgedrückt)

Wie sieht die Rechtslage aus?


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BeitragVerfasst: 27.03.17, 16:59 
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Beiträge: 20560
Wohnort: Zwischen Flensburg und Sonthofen
Wie die Rechtslage aussieht, scheint Ihnen bekannt zu sein. Im Normalfall sind Sprachkenntnisse B 1 erforderlich für eine NE.

Für Personen auf welche der § 104 Abs. 2 AufenthG zutrifft, genügen Sprachkenntnisse auf dem Niveau A 1. Dazu die Ziffer 9.2.1.7 der VwV zum AufenthG (AuszuG) :

Zitat:
Sind die erforderlichen Kenntnisse der deut-
schen Sprache nicht oder nicht hinreichend an-
hand von Zeugnissen oder Zertifikaten nachge-
wiesen, ist dem Ausländer ein Sprachtest, ggf.
auch ein Sprachkurs zu empfehlen, es sei denn,
der Ausländer verfügt nach der in einem per-
sönlichen Gespräch gewonnenen Überzeugung
der Ausländerbehörde offensichtlich über die
geforderten Sprachkenntnisse. In diesen Fällen
kann auf einen Sprachtest verzichtet werden


Sie könnte also (wenn Sie bei der Behörde gehemmt ist) bei der Volkshochschule einen Sprachtest ablegen. Oder noch sinnvoller einen Sprachkurs ableisten.

Das Übrige ist eine Tatsachenentscheidung der Behörde vor Ort, das kann von hier aus nicht bewertet werden.

Das Niveau A 1 ist nicht übermäßig hoch, also sollte jemand der seit 1993 in Deutschland lebt auch über diese durchaus niedrigen Sprachkenntnisse verfügen. Dazu die Ziffer 30.1.2.1 der VwV:

Zitat:
Die gesetzliche Voraussetzung, sich auf ein-
fache Art in deutscher Sprache verständigen zu
können, entspricht der Definition des Sprach-
niveaus der Stufe A 1 der elementaren Sprach-
anwendung des Gemeinsamen Europäischen
Referenzrahmens des Europarats (GER). Die
Stufe A 1 GER (Globalskala) beinhaltet als un-
terstes Sprachstandsniveau die folgenden
sprachlichen Fähigkeiten: „Kann vertraute, all-
tägliche Ausdrücke und ganz einfache Sätze
verstehen und verwenden, die auf die Befriedi-
gung konkreter Bedürfnisse zielen. Kann sich
und andere vorstellen und anderen Leuten Fra-
gen zu ihrer Person stellen – z. B. wo sie woh-
nen, was für Leute sie kennen oder was für
Dinge sie haben – und kann auf Fragen dieser
Art Antwort geben. Kann sich auf einfache Art
verständigen, wenn die Gesprächspartnerinnen
oder Gesprächspartner langsam und deutlich
sprechen und bereit sind zu helfen.“
Das Sprachniveau A 1 GER umfasst alle vier
Sprachfertigkeiten (Hören, Sprechen, Lesen,
Schreiben). Die schriftlichen Kenntnisse um-
fassen dabei folgendes: „Kann eine kurze ein-
fache Postkarte schreiben, z. B. Feriengrüße.
Kann auf Formularen, z. B. in Hotels, Namen,
Adresse, Nationalität usw. eintragen“


Ob die Beurteilung der Sachbearbeiterin zutrifft, kann ich wie gesagt so nicht beurteilen.

Besondere Integrationsleistungen sind nicht das, was Sie aufgezählt haben. Auchg der nach wie vor vorhandene Analphabetismus ist eher geeignet, das Gegenteil von Integration anzunehmen, soryy.

_________________
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)


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BeitragVerfasst: 27.03.17, 17:13 
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Registriert: 27.03.17, 14:32
Beiträge: 2

Themenstarter
ich muss mich vielmals für die ausführliche Erklärung bedanken.

das war sehr hilfreich! Mir ist bewusst das es wirklich nur über die Sprache geht,
darf ich sie noch fragen, wie ich der Sachbearbeiterin klar machen kann, das Sie auch mit Ihr langsam deutlich und mit Hilfestellung spricht?

Wie gesagt beim letzten mal war das nicht der Fall, sie sagte das klingt mir alles nur auswendig gelernt... wie soll man denn aber sonst etwas lernen ohne es auswendig zu lernen? Vor allem von einem Menschen von dem A1 Niveau erwartet wird?

Leider finden wir dort immer schlecht gelaunte Mitarbeiter mit eisernem verbissenem verhalten...

Man findet nicht die Gelegenheit sich rechtzufertigen weil man direkt Mundtot gemacht wird...


Vielen lieben dank für Ihre Mühen
und mit freundlichen Grüßen


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BeitragVerfasst: 27.03.17, 17:29 
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Registriert: 19.08.05, 13:20
Beiträge: 20560
Wohnort: Zwischen Flensburg und Sonthofen
Man sollte seine Mutter dort allein hingehen lasssen. Das ist wichtig für die eigene Erfahrung, die Ihre Mutter machen muß.

Meine Erfahrungen:

Ich habe bis zum Jahr 2000 Sprachtests für Einbürgerungen abgenommen. Dabei waren die älteren Kunden gehemmt, vor allem wenn nahe Angehörige sich dazwischen geschaltet haben. Ich habe diese (oftmals erwachsene Kinder) höflich aber bestimmt nach draußen komplimentiert.

Nur so konnte ich sicher sein, dass mich der Einzubürgernde auch selbst verstehen konnte und sich selbst bemühte.

Sie tun Ihrer Mutter keinen Gefallen, wenn Sie ihr diese Arbeit "abnehmen" wollen. Sie wird entweder selbst erkennen, dass es reicht oder begreifen, dass sie etwas tun muß.

Die Sprachkurse werden doch gerade heute beinahe inflationär angeboten. Evtl sogar welche, die mit vielen Gleichgesinnten besetzt sind und zum Schluß den Sprachtest abnehmen.

Und ganz zum Schluß:

Keine NE zu bekommen ist per se erst einmal kein Beinbruch.

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BeitragVerfasst: 27.03.17, 18:35 
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Registriert: 15.03.16, 08:56
Beiträge: 445
Zitat:
Nur so konnte ich sicher sein, dass mich der Einzubürgernde auch selbst verstehen konnte und sich selbst bemühte.



So denke ich auch. Oftmals wird sich darauf verlassen das noch jemand dabei ist der helfend eingreifen kann. ( wenn auch unbewusst )

Wenn die gute auf sich alleine gestellt ist, wird das wahrscheinlich schon besser gehen.


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