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recht.de • Thema anzeigen - Grundvoraussetzungen für die Bankenhaftung
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BeitragVerfasst: 10.03.17, 14:22 
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Beiträge: 784
Guten Tag,

... mal angenommen ich kaufe ein Wertpapier das angeblich Sicherheit vermittelt, aber in Wirklichkeit doch erhebliche Risiken birgt. Der Kundenberater der Hausbank kennt die unwägbaren Risiken schon klärt den Kunden aber nicht auf.

a) Unterliegt dieser Bankberater nicht der Haftung, wenn insbesondere (kein) Risikohinweis in den Verkaufsunterlagen zu finden sind ?

b) Kann es sein, dass die Aufklärungsfrist der Hausbank nur dann greift, wenn der Kunden ausdrücklich entsprechende Risiko-Einschätzungen vom Kundenberater eingefordert hat ?!

Fallbeispiel hier :
Der Bankberater verkauft einen Goldminenfond. Es kommt zum massiven Wertverfall, weil die meisten Minenbetreiber
unwirtschaftlich Ihr Unternehmen betrieben haben. Das Wertpapier ist als Investmentfond aufgelegt worden.

eine Anmerkung noch :
der Kundenberater hat kein Beratungsprotokoll angefertigt !!!

c) Sollte hier eine Bankenhaftung vorliegen, ab wann verjährt der betreffende Kundenanspruch ?!


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BeitragVerfasst: 10.03.17, 18:24 
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Beiträge: 1745
Wohnort: Sachsen
Grundsätzlich wär das Thema in Bankrecht sicher besser aufgehoben...

- War es eine Empfehlung des Bankberaters oder kam der Kunde mit dem Kaufwunsch dieses Fonds?
(und was steht vor allem auf der Kauforder?)
- wurde ein WpHG-Bogen besprochen und liegt der Fonds in den besprochenen Risikoklassen?

Grundsätzlich ist der WpHG-Bogen die Basis für alle Wp-Käufe. Dort wird u.a. Anlageziele, -horizonte und Risikobereitschaft des Kunden besprochen. War der Kauf z.B. Kundenwunsch und im Rahmen der besprochenen Risikoklasse hat die Bank nur eine Ausführungs- und keine Aufklärungspflicht ("execution only").

Tschau
Majo


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BeitragVerfasst: 11.03.17, 14:37 
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Beiträge: 1572
Die gesetzlichen Vorschriften besagen, dass das Protokoll nur bei Geldanlagen eines Privatkunden geführt werden muß, nicht bei Geschäftskunden und professionelle Wertpapieranleger.

Wann eine Privatperson als professionellen Wertpapieranleger gilt, ist gesetzlich nicht definiert und liegt somit in der Entscheidung der Bank. (Die Regulierung soll ja nur die größten Verwerfungen vermeiden aber den Banken ja nicht die Geschäfte verwehren;-) )

zu A) Die Bank ist wohl hier als Vermittler tätig und erhält eine Provision; die Bank ist nur unaufgefordert zur Offenlegung der Provision verpflichtet. Es müsste nachgewiesen werden, dass der Berater die Risiken verschwiegen hat; das Produkt wird aber vor Verkauf der Berater von der eigenen RA-Abteilung überprüft und "freigegeben".

zu B) Soll wohl Aufklärungspflicht und nicht Aufklärungsfrist heißen. Die Aufklärungspflicht ergibt sich aus dem Protokoll, sofern dies geführt werden muß (siehe oben).

zu c) Schadenersatzansprüche verjähren drei Jahre nach Ablauf des Jahres, in dem der Anleger Kenntnis von der Falschberatung und den einzelnen Beratungsfehlern erlangt hat oder hätte erlangen müssen.
Ansprüche auf Schadenersatz wegen fehlerhafter Beratung im Zusammenhang mit geschlossenen Fonds verjähren spätestens 10 Jahre nach Entstehen des Anspruch.
Es kommt also explizit auf das Produkt an, um eine definitive Verjährungsfrist einordnen zu können.


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BeitragVerfasst: 14.03.17, 10:21 
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Was soll denn das konkret heißen ?
Ist denn ein Privatkunde mit durchschnittlicher Erfahrung bei Aktienkäufen von Direktanlagen und Investmentfonds dann automatisch ein Geschäftskunde. Das wäre aber eine willkürliche Definition. Diese Aussage ist für mich relativ dürftig.


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BeitragVerfasst: 17.03.17, 13:53 
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Beiträge: 498
siehe § 31a WpHG, insbesondere Absätze 2 und 7.


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BeitragVerfasst: 17.03.17, 14:34 
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Registriert: 01.06.12, 11:11
Beiträge: 784

Themenstarter
An einem Punkt muss ich einmal sofort nachhaken: Ist es denn grds. ein Unterschied ob die Bank als beratender Vermittler bspw. im Auftrag einer Kapitalgesellschaft durch Fonds in Erscheinung tritt oder aber eigene Wertpapiere vertreibt ?

In beiden Fällen wird doch die beratende Funktion durch den Kundenberater der Bank durchgeführt. Das sollte doch hier eindeutig klar sein.


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