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recht.de • Thema anzeigen - Bank erkennt eigene Vollmacht nicht an
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BeitragVerfasst: 24.04.17, 06:52 
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Hier mal ein fiktiver Fall zu dem ich gerne Ihre Meinungen lesen würde :

Frau A. erscheint zusammen mit ihrer Tochter B bei der Bank P und erklärt, die möchte, dass ihre Tochter Vollmacht
für das vorhandene Girokonto erhält.

Die P-Bank-Mitarbeiterin füllt einen hausinternen Vollmacht-Vordruck aus, Frau A. unterschreibt und bekommt eine Zweitschrift
der Vollmacht. Alle sind zufrieden.

Ein halbes Jahr später erscheint Tochter B mit der Zweitschrift der Vollmacht sowie ihrem Ausweis bei der P-Bank und erklärt
dem Mitarbeiter, dass sie einen Dauerauftrag löschen möchte. Dafür sei lt. dem hausinternen eine Dauerauftrags-Nr. notwendig,
diese sei ihr nicht bekannt und sie bittet den P-Bank-Mitarbeiter, ihr die entsprechende Nummer zu nennen.

Der P-Bank-Mitarbeiter verweigert dies. Er erklärt ihr, dass sie nicht die Kundin sei und er, wenn er auf die Daten der Konto-Inhaberin
zugreifen wolle, bestätigen müsse, dass die Kundin sich ausgewiesen hätte.

Der Hinweis auf die Vollmacht sowie den Ausweis der Tochter B ändert seine Meinung nicht.
Er verweigert die Auskunft und beruft sich auf das Datenschutzgesetz.

Wie zu erwarten ist auf Nachfrage der zuständige Vorgesetzte, hier Filialleiter gerade an diesem Tag nicht da und der Vertreter soll angeblich
gerade auch der vorgenannte Mitarbeiter sein.

Meine Frage nun : Ist es rechtens, dass der Mitarbeiter die Vollmacht ignoriert ? Welchen Sinn macht dann eine Vollmacht.
Und wie kann man erreichen, dass die Vollmacht doch akzeptiert wird ?

Gitta.


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BeitragVerfasst: 24.04.17, 10:09 
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Wurde begründet, wieso die Vollmacht nicht akzeptiert wird?
Was umfasst diese Vollmacht?

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Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.
Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe


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BeitragVerfasst: 24.04.17, 15:18 
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Es gibt eine Vielzahl von Bankvollmachten; die wenigsten Bankvollmachten sind uneingeschränkt. Bei den uneingeschränkten Vollmachten könnte beispielsweise der Bevollmächtigte auch Kredite aufnehmen, Wertpapiere verkaufen etc. etc.
Vermutlich handelt es sich um eine Vollmacht für Abhebungen und Überweisungen des Girokontos; da kann der SB der Bank sich durchaus im REcht sehen. Es ergibt sich aus der Vollmacht, was die Vollmacht beinhaltet und was nicht.


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BeitragVerfasst: 24.04.17, 21:03 
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Ich muss Baden-57 mal deutlich Recht geben.

"Vollmacht" sagt nicht viel. Es kommt darauf an, *für was* die Vollmacht erteilt ist.

Die Standardformulare der Banken enthalten üblicherweise keine uneingeschränkte Generalvollmacht sondern sind sregelmäßig gegenständlich beschränkt.

Falls sie zum Beispiel einfach nur Geld vom Girokonto abgeben darf, bedeutet das noch lange nicht automatisch, dass die Bevollmächtigte auch uneingeschränkte Auskunftsrechte hat.

Kann sein, muss aber nicht. Der Inhalt der Vollmacht entscheidet.

Davon abgesehen kann es theoretisch auch sein, dass sich die Banken Recht vorbehalten, Handlungen der Bevollmächtigten (zeitaufwändig) zu verifizieren oder unter bestimmten Voraussetzungen zurückzuweisen.

_________________
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.


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BeitragVerfasst: 25.04.17, 06:49 
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Themenstarter
Die Vollmacht wurde wie schon geschrieben, nicht berücksichtigt, weil der Mitarbeiter am Schalter/Tresen, wie ich inzwischen habe, wohl nur Briefmarken verkaufen darf, aber kein Mitarbeiter der Bank ist. Und diese sind wohl angewiesen, nur dem direkten Kunden eines Kontos Auskünfte zu erteilen ( wenn es denn sein muß und der Kunde sich nicht auf die Terminals verweisen lässt ).

Diese Mitarbeiter sind wohl nicht ausreichend ausgebildet, um Bevollmächtigte zu erkennen.

Die Bevollmächtigte muß nun also hoffen, das tatsächlich einer der beiden Bankmitarbeiter in dieser Filiale gerade anwesend ist ( also weder Urlaub, Krankheit noch die Mittagspause deren Abwesenheit begründet ) und könnte dann bei dem Bankmitarbeiter unter Vorlage der Vollmacht sämtliche Auskünfte bekommen.

Es wurde seitens des Bankmitarbeiters vorgeschlagen, dass die Bevollmächtigte sich vor einem Erscheinen in der Filiale telefonisch informiert, ob zu dem Zeitpunkt ein Bankmitarbeiter anwesend sei. ACHTUNG - KEINE IRONIE. Das wurde tatsächlich so vorgeschlagen.

ALso, die Vollmacht reicht zur Tätigung der Bankgeschäfte aus, allerdings nicht bei den unterqualifizierten Mitarbeiter am Schalter, sondern nur bei den oft nicht anwesenden Bankmitarbeitern.

Toller Service, aber so ist es halt, wenn man bei einer Bank sein Konto hat, die überwiegend Briefmarken verkauft und Pakete transportiert. :devil:


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BeitragVerfasst: 25.04.17, 07:01 
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Da könnte man doch glatt in Erwägung ziehen, mit dem Konto zu einer anderen Bank zu wechseln.

_________________
Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 25.04.17, 07:10 
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gitta. hat geschrieben:

ALso, die Vollmacht reicht zur Tätigung der Bankgeschäfte aus, allerdings nicht bei den unterqualifizierten Mitarbeiter am Schalter, sondern nur bei den oft nicht anwesenden Bankmitarbeitern.

Toller Service, aber so ist es halt, wenn man bei einer Bank sein Konto hat, die überwiegend Briefmarken verkauft und Pakete transportiert. :devil:


Irrtum.
Die Bank verkauft keine Briefmarken oder transportiert Pakete, das sind drei verschiedene Abteilungen.
Die Mitarbeiter am Schalter, die keine Bankmitarbeiter sind, sind auch nicht unterqualifiziert, sondern für den Bereich qualifiziert, in dem sie arbeiten.
Wie man das organisatorisch findet, ist ein anderes Thema.


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BeitragVerfasst: 25.04.17, 07:24 
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Die von mir vorgebrachte "Vollmacht" hatte die Bank auch nicht akzeptieren wollen. Stattdessen hat die Bank eine von ihr selbst erstellte "Vollmachtsvorlage" beigebracht und hat sich diese vom Vollmachtgeber nochmal "Unterschreiben" lassen.
Banken sind da irgendwie ganz eigen. :roll:


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BeitragVerfasst: 25.04.17, 07:45 
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Was hier wohl los wäre, wenn der Briefmarkenverkäufer sich dazu hätte hinreißen lassen, einem Wunsch der bevollmächtigten Person regelwidrig nachzukommen...


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BeitragVerfasst: 26.04.17, 10:14 
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Die Vollmacht ist auf dem Vordruck dieser Bank gefertigt worden und sagt aus, dass die Vollmachtnehmerin alle Geschäfte anstelle der Vollmachtgeberin tätigen darf.

Und der "Briefmarkenverkäufer", wie BäckerHD, den Mitarbeiter am Tresen nennt, müsste die Vordrucke dieser Bank erkennen und verstehen können,
insbesondere, da diese Schaltermitarbeiter ansonsten Tätigkeiten eines Bankmitarbeiters ausübt.

So ist z.B. die vorgenannte Vollmacht bei einem eben solchen Tresenmitarbeiter erteilt worden.

Dass diese Mitarbeiter zwar solche Vollmachten fertigen dürfen, diese, insbesondere wenn diese als stellvertretende Filialleiter fungieren, diese Vollmachten aber nicht als solche erkennen können, ist jedenfalls für mich unverständlich.

Und wie gesagt, es ging hier lediglich darum, die bankinterne Nummer eines Dauerauftrages zu erfahren, bei dem die Bevollmächtigte ansonsten sämtliche Daten wie Empfänger, Höhe, Zahlungszeitraum usw. kannte, um dann den bankinternen Vordruck für die Löschung des Dauerauftrages korrekt auszufüllen.


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BeitragVerfasst: 26.04.17, 14:31 
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gitta. hat geschrieben:
Und der "Briefmarkenverkäufer", wie BäckerHD, den Mitarbeiter am Tresen nennt, müsste die Vordrucke dieser Bank erkennen und verstehen können, insbesondere, da diese Schaltermitarbeiter ansonsten Tätigkeiten eines Bankmitarbeiters ausübt.

Naja - man hat auch schon Kühe kotzen sehen :oops:
So weiß ich, dass es "Freie" Mitarbeiter in Banken gibt, die ein Schreibtisch bzw ein Büroraum innerhalb einer Bank "mieten" :shock:
Es gibt am Markt wirklich kuriose und abenteuerliche Geschäftsmodelle wie Leute für Unternehmen arrangiert werden :roll:
Letztens -kaum zu glauben aber da werden "Vereinsmitglieder" an Unternehmen ausgeliehen, so dass überhaupt kein Arbeitsvertrag existierte. Ob dass alles so mit rechten Dingen geht? Ich persönlich hätte meine Zweifel. aber scheinbar wird so etwas akzeptiert, sonst gäbe es das ja nicht.


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