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recht.de • Thema anzeigen - Immobilienverkauf via Treuhandkonto
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 Betreff des Beitrags: Immobilienverkauf via Treuhandkonto
BeitragVerfasst: 17.10.17, 01:16 
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Registriert: 22.01.17, 21:01
Beiträge: 9
Hallo,

wir wollen unser Haus verkaufen und ich würde gern verstehen, wie der Ablauf aussieht, wenn der Kaufpreis zunächst auf ein Treuhandkonto bei der Bank fliesst (Haus ist noch mit einem mit Grundschuld besicherten Darlehen belastet).

Verstehe ich das richtig, dass die Bank nach Eingang des Kaufpreises auf dem Treuhandkonto die bis zur Abrechnung voraussichtlichen Kosten und Schadensersatz (Vorfälligkeitsentschädigung) auf dem Treuhandkonto einbehalten kann und ansonsten den Restsaldo des Darlehens tilgen und den verbleibenden Betrag an den Verkäufer auszahlen muss ?

Im WWW gibt es Hinweise, dass Banken versuchen eine überhöhte Vorfälligkeitsentschädigung zu fordern und Druck dadurch aufbauen, dass Sie den gesamten Kaufpreis auf dem Treuhandkonto blockieren bis der Verkäufer einen Vertrag über die geforderte Vorfälligkeitsentschädigung unterschrieben hat (mir erschließt sich die Rechtsgrundlage für solches Vorgehen nicht).

Danke für Hinweise dazu.

Viele Grüße,

Anke


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BeitragVerfasst: 17.10.17, 10:45 
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Registriert: 25.01.07, 08:01
Beiträge: 1362
Andere Banken, andere Sitt... äh Abläufe. Es gibt nicht "den Ablauf bei der Abwicklung über ein Treuhandkonto bei der Bank".

Bevor man sich jetzt allgemein über gängige/häufige Varianten/Vorlieben austauscht, wäre es doch besser, einfach mal seine Bank direkt zu fragen, wie deren Ablauf/Vorstellung konkret aussieht.


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BeitragVerfasst: 17.10.17, 10:56 
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Registriert: 05.11.12, 13:35
Beiträge: 9497
Ist es nicht so, dass man die Lastenfreistellung von der Bank so oder so erst erhält, nachdem die geforderte Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank geflossen ist, unabhängig davon ob die Bank oder der Notar die Kaufpreiszahlung treuhänderisch entgegennimmt?

_________________
Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 18.10.17, 07:19 
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Registriert: 25.01.07, 08:01
Beiträge: 1362
Die Bank wird erst die Lastenfreistellung erteilen, wenn die Befriedigung ihrer (zumeist finanziellen) Forderungen erfolgt, zumindest aber aus ihrer Sicht sichergestellt ist.

Die Bank wird wohl und verständlicherweise fordern, dass:
- alle durch die Grundschuld(en) gesicherten Forderungen restlos auszugleichen sind,
- eine Vorfälligkeitsentschädigung zu zahlen ist (bei Bestehen eines sog. berechtigten Interesses an der vorfristigen Beendigung des Darlehensvertrages),
- keine Rechte Dritter an den Rückgewähransprüchen bestehen dürfen.


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 Betreff des Beitrags: Immobilienverkauf via Treuhandkonto
BeitragVerfasst: 21.10.17, 19:43 
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Interessierter

Registriert: 22.01.17, 21:01
Beiträge: 9

Themenstarter
Hallo,

danke für die Antworten, hier Ergänzungen zum Sachverhalt:

a) Die Bank teilte im Vorfeld nur mit, wie das von ihr selbst geführte Treuhandkonto lautet. Im notariellen Vertrag ist Zahlung auf das Treuhandkonto vereinbart die dann Zug um Zug die Übergabe des Hauses auslöst. Ansonsten die typischen Vormerkungen/Negativbescheinigung ...

b) Der Käufer erhält von derselben Bank ein Darlehen in der derselben Höhe wie unseres und dies wird durch die schon bestehende Grundschuld besichert. Der Käufer erhält von der Bank weiterhin ein erhebliches Darlehen zur Finanzierung des Hauses.

-> Da stelle ich mir die Frage, ob unter dem Strich überhaupt ein Schadensersatz aus unserem vorzeitig abzulösenden Darlehen gerechtfertigt ist.

c) Der Bank wurde von uns mitgeteilt, dass sie aus dem Guthaben des Treuhandkontos
- den Saldo des abzulösenden Darlehens erledigen soll,
- ausreichenden Betrag für etwaigen Schadensersatz und Kosten einbehalten und
- den Restbetrag erstatten soll

d) Ich war bislang der Meinung, dass es für die Treuhandabwicklung Festlegungen gibt, sei es aus "Treu und Glauben" bezogen auf Käufer und Verkäufer oder Regelungen der BaFin.

Viele Grüße,

Anke


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BeitragVerfasst: 21.10.17, 23:03 
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Registriert: 19.05.05, 15:17
Beiträge: 2459
Wohnort: Niedersachsen
AStiegele hat geschrieben:
-> Da stelle ich mir die Frage, ob unter dem Strich überhaupt ein Schadensersatz aus unserem vorzeitig abzulösenden Darlehen gerechtfertigt ist.
Natürlich. Ihr Darlehen und das eines neuen Darlehensnehmer sind zwei vollkommen unterschiedliche Geschäftsvorgänge. Der Käufer übernimmt ja nicht Ihr Darlehen, sondern schließt selbst eines ab.

_________________
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -


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BeitragVerfasst: 22.10.17, 01:19 
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Registriert: 05.11.12, 13:35
Beiträge: 9497
Zu a) und c): Die Bank teilt doch nicht grundlos die Kontonummer des Treuhandkontos mit. Der Verkäufer muss doch vorher das Darlehen gekündigt haben bzw. der Bank mitgeteilt haben, dass er beabsichtigt die Immobilie zu verkaufen und das Darlehen abzulösen. Hat sich der Verkäufer nicht vorher von der Bank ausrechnen lassen, wie hoch die Vorfälligkeitsentschädigung ausfällt oder lässt sich der Verkäufer einfach überraschen, wieviel Geld von der Kaufsumme übrigbleibt?
Der Ablauf zu c) war doch damit vorher bekannt/vereinbart und braucht der Bank nicht mitgeteilt werden.

d) Haben Sie an der Vorgehensweise der Bank etwas auszusetzen oder erkundigen Sie sich nur präventiv, ob das alles mit rechten Dingen zugeht?

_________________
Grüße, Susanne


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