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 Betreff des Beitrags: Fühle mich gemobbt
BeitragVerfasst: 25.07.10, 13:37 
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Registriert: 25.07.10, 13:31
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Hallo,

hoffe, hier jemanden zu finden der einen kleinen Tipp für mich hat. Es geht darum, dass ich mich von der Arbeitsagentur "gemobbt" fühle.

Tut mir auch echt leid, dass der Text so lang geworden ist.

Seit einiger Zeit beziehe ich Alg II. Um etwas Geld zu verdienen, bin ich unter die "Onlinehändler" (Nebengewerbe angemeldet) gegangen und habe mir mir im Monatsschnitt etwa 300 Euro "dazuverdient". Ich hätte gerne so lange damit weitermachen, bis ich wieder einen festen Arbeitsplatz habe.

Diese 300 Euro waren natürlich anzurechnen. Sie bezogen sich immer auf den Durchschnittsverdienst der letzten 6 Monate. Meine Einnahmen habe ich mit Kassenbuch und den üblichen Belegen nachgewiesen. Außerdem habe ich die "Anlage EKS" ausgefüllt.

Vorgeschichte:

Mir wurde statt dem Gewinn der Umsatz angerechnet. Der liegt natürlich weitaus höher als die 300 Euro. Um alles zu klären, habe ich persönlich vorgesprochen. Im Gespräch wurde mir gesagt, dass man von Selbstständigen nunmal erwarte, dass sie sich selbst versorgen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Nach enigem Hin und Her habe ich vor dem Sozialgericht eine einstweilige Anordnung erwirkt, in der die Arbeitsagentur dazu verpflichtet wurde, nur die Einnahmen anzurechnen, die ich tatsächlich habe. Mehr wollte ich nicht. Ich war zufrieden und dachte, alles ist in Ordnung. Ich bin nie persönlich geworden, war nie unhöflich. Ich habe gegen eine "Behörde" geklagt und nicht gegen einzelne Personen. Dachte, das muss niemand persönlich nehmen.

Doch dann "häuften" sich die Probleme:

1. Mein Fortzahlungsantrag wurde nicht bearbeitet, obwohl ich ihn vollständig und schon mehr als fristgerecht eingereicht habe. Musste zig Mal vorsprechen, damit sich jemand bereit erklärte, ihn zu bearbeiten und habe erst am 20. des Monats einen Bescheid bekommen.

2. Als ich keinen Bescheid vom Landratsamt über den Mietzuschuss bekam, habe ich dort angerufen und gefragt, wo es hakt. Mir wurde gesagt, die Arbeitsagentur hätte meinen Bewilligungsbescheid nicht ans Landratsamt weitergeleitet, was die Grundlage für die Berechnung der Mietkosten ist. Trotz Vorsprache und rumbetteln wurde der Bescheid erst 2 Monate später weitergeleitet (auf Nachfrage beim Landratsamt, ob ich den Bescheid, den ich erhalten habe, vorlegen kann, sagte man mir, das ginge aus Gründen der Dokumentensicherheit nicht, sonst hätte ich das natürlich gemacht).

3. Mir wurde ein Bewerbungstraining von 5 Tagen Dauer auferlegt, zu dem ich immer pünktlich erschienen bin. Man kann ja nie wissen, welche Tipps man noch für die Bewerbung bekommt.

Während des Bewerbungstrainings bekam ich eine Einladung von meinem Sachbearbeiter. Da ich ihn nicht erreicht habe, um den Termin evtl. zu verschieben, bin ich bei ihm erschienen. Mir wurden Bewerbungsadresen mitgegeben, auf die ich mich beworben habe. Beim Bewerbungstraining habe ich mich ganz normal mit dem Einladungstermin für den einen Vormittag entschuldigt.

Der Termin beim Sachbearbeiter hat etwa 15 min. gedauert. Bis ich dann wieder beim Bewerbungstrainng erschienen bin, hat es mit Bus und Bahn etwa eine Stunde gedauert.

Nachdem das Bewerbungstraining beendet war, bekam ich einen Brief in den mir eine Sanktionierung von 30% wegen fehlender Mitwirkungspflicht angekündigt wurde. Grund: ich habe ENTSCHULDIGT wegen dem Termin bei meinem Sachbearbeiter gefehlt. Der Maßnahmerträger (vom Bewerbungstraining) hat mir in die Hand versichert, dass er mein Fehlen zwar aufgeschrieben hat, aber für ihn war die Sache in Ordnung, da ich mein Fehlen ja mit einer Kopie vom Einladungsschreiben der Arbeitsagentur nachgewiesen habe.

Okay, die Sanktionierung konnte abgewendet werden, nachdem ich mich mit dem Teamleiter meines Sachbearbeiters in Verbindung gesetzt und die Sache geklärt hatte. Ich war höflich aber man hat mir angemerkt, dass ich nicht begeistert war...

4. Ich habe unangemeldeten "Besuch" bekommen. Ich weiss, dass man Sozialermittler nicht in die Wohnung lassen muss, sofern man sich bereit erklärt, einen Termin zu vereinbaren, aber ich habe nichts zu verbergen und habe sie reingelassen. Ich dachte, die finden nichts, weil es nichts zu finden gibt. Gefunden haben sie trotzdem etwas. Ganz klassisch zum Verhängnis wurde mir das Zweierpack Zahnbürsten, das ich beim Discounter im Doppelpack erstanden habe.

Außerdem wurde mir unterstellt, ich hätte ein Auto, weil laut Auskunft der Nachbarn die Parkplätze vor dem Haus von allen Mietern kostenlos genutzt werden könnten. Ich habe aber gar kein Auto.

Ich ahnte nichts Gutes und wurde bestätigt. Verdacht: verschweigen von Vermögen. Ich sollte nachweisen, dass ich KEIN Auto habe.

Habe einen Brief aufgesetzt in dem ich versichert habe, kein Auto zu besitzen. Nach einigem Hin und Her wurde mir das auch geglaubt (oder auch nicht). Jedenfalls habe ich nichts mehr gehört und hoffe, das beleibt auch so.

5. Habe eine Zuweisung in einen Ein-Euro-Job bekommen. Kein Problem für mich, ich bin ja nicht arbeitsscheu.

Das dumme an der Sache war nur, dass ich täglich von 7-9 Uhr und von 15-17 Uhr arbeiten sollte. Ich habe beim Chef nachgefragt, ob ich die Arbeitszeit nicht am Stück leisten kann. Ihm ist fast die Kinnlade runtergefallen, denn er meinte, er hätte die Arbeitszeit extra für mich so angelegt, weil er von der Arbeitsagentur gesagt bekommen hätte, dass ich zwischen den "Arbeitseinheiten" eine Maßnahme besuche, die in der Nähe ist, die Zeiten für mich also "praktischer wären", weil ich dann die Maßnahme besuchen und mir gleichzeitig ein bisschen was im Eurojob verdienen kann.

Mein Sachbearbeiter wollte sich dazu nicht äußern. Ich darf meine Arbeit jetzt am Stück erledigen.

6. Ich wurde aufgefordert, meinen Onlinehandel aufzugeben, da es mich nicht aus der Arbeitslosigkeit bringt. Mein Sachbearbeiter sagte, ich verdiene einfach zu wenig und für ihn den Steuerzahler lohnt sich das ganze auch nicht, weil mir nur ein geringer Betrag als Einkommen angerechnet werden kann (spart unterm Strich als nicht genug ein). Lieber zahle man mir den vollen Regelsatz aus, als dass man sich ständig die Arbeit mache, meine Einnahmen zu kontrollieren.

Da ich es wirklich leid war, mich ständig herumzustreiten und ich inzwischen am Ende meiner Kräfte bin, habe ich meinen Shop schweren Herzens aufgegeben.

Damit, dachte ich, wäre der ganze stress mit der Arbeitsagentur zu Ende. Aber es hört einfach nicht auf!

7. Von Zeit zu Zeit muss ich meine Bewerbungsaktivitäten nachweisen. Ich lege also Kopien meiner Absagen und eine Adressliste vor.

Die Unterlagen sind weggekommen. Beim zweiten Mal habe ich mir beim Empfang eine Bestätigung geben lassen. Die Sachen kamen trotzdem noch ein zweites Mal weg...

8. Vor 3 Wochen habe ich eine Einladung zum Psychologischen Dienst erhalten, Termin pünktlich wahrgenommen. Am Freitag Termin beim Sachbearbeiter gehabt, der mir mitteilte, dass ich mich auf Empfehlung des Amtsarztes in psychologische Behandlung begeben solle. Verdacht auf starke Depressionen (ich habe während des Gespräches lediglich gesagt, meine Arbeitslosigkeit mache mich traurig, ich bin aber ansonsten ein stabiler Mensch! Sonst hätte ich mich schon längst hinter den Zug geworfen!!!) Hat mir dann noch was von Mitwirkungspflicht erzählt, auf meine Eingliederungsvereinbarung verwiesen und noch gemeint, ich solle ihm die Termine beim Psychologen regelmäßig und unaufgefordert nachweisen!

Ich bin wirklich total verzweifelt. Ich weiss einfach nicht, was ich getan habe und wie ich die Sache wieder geradebiegen kann. Ich fühle mich einfach nur noch gemobbt.


BEVOR ich diesen Text geschrieben habe, habe ich mich nochmal selbst geprüft, ob ich nicht einiges viel zu eng sehe, was ich selbst falsch gemacht habe und ob ich vielleicht zu empfindlich reagiere.

Ich bete, dass ich endlich wieder einen Job bekomme und dann weg bin vom Amt. So gehts nämlich nicht weiter. Jeden Tag frage ich mich, was als nächstes kommt.

Ich bin mehr als dankbar wenn jemand einen Tipp für mich hat. Ich bin nämlich wirklich einfach nur noch fertig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Fühle mich gemobbt
BeitragVerfasst: 25.07.10, 14:56 
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In diesem Fall bleibt nur übrig wegen jedem einzelnen Fehlverhalten der Behörde Frist zu setzen und dann durch einen Rechtsanwalt den Rechtsweg zu beschreiten, bzw. jeden falschen Bescheid anzufechten.
Bei konsequenter Ausführung kann eine deutsche Behörde dieses Mobben dann nicht durchhalten, weil die unnötigen Rechtsverfolgungskosten irgendwann negativ auffallen.
Zusätzlich hilft es auch, wegen jedem einzelnen Behördenversäumnis eine Dienstaufsichtsbeschwerde einzureichen.
Der Anwalt kann auch Schadensersatz geltend machen, der durch ungerechtfertigte Verzögerungen entsteht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Fühle mich gemobbt
BeitragVerfasst: 25.07.10, 16:05 
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Außerdem würde ich in diesem Fall auch noch einen Beistand (Zeugen) zu den Terminen mitnehmen. Darauf hat man ein Recht.
Unsinnige Anweisungen , Behauptungen würde ich mir schriftlich bestätigen lassen, so hat man was in der Hand. Ein Anwalt ist hier unumgänglich.

Zitat:
Lieber zahle man mir den vollen Regelsatz aus, als dass man sich ständig die Arbeit mache, meine Einnahmen zu kontrollieren.


Den zahlen sie ja nun schon und trotzdem werden die Steuergelder noch weiterhin durch die Machtspielchen der ARGE und dem kontrollieren von nichtvorhandenen Vermögen verprasst.

Also hier muss man die ARGE mal erziehen. Immer schön einen Anwalt nehmen. Auch bei jeder Klage.
Wenn die ARGE die Prozesse verliert, kostet es der lieben ARGE noch mehr.


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 Betreff des Beitrags: Re: Fühle mich gemobbt
BeitragVerfasst: 30.07.10, 16:52 
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Warum bewerben Sie sich nicht einfach bei der ARGE als Sachbearbeiter. Bundesweit wird massiv gesucht und behörden- und ausbildungsfremde Personen werden eingestellt. Kommt natürlich daruaf an, ob Sie bedingt umzugsfähig sind und welche Ausbildung Sie haben.
Lassen Sie sich nicht runterziehen. Oft ist man als ALG II-Bezieher den Launen von Sachbearbeitern ausgesetzt, die selber weniger Ahnung haben. Das liegt an der hohen Wechselbereitschaft der dortigen Mitarbeiter


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