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Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Beschreibung: Grundsätzliches, rechtliche u. ethische Überlegungen, Links, Forum

Kategorie: Arzt-, Zahnarzt- und Medizinrecht

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[url=https://www.recht.de/phpbb/app.php/kb/viewarticle?a=20&sid=5999ae8841abafe9529abe7b481f4d51]Knowledge Base - Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht[/url]

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Der Arzt ist bei der Behandlung normalerweise grundsätzlich an den Willen des Patienten gebunden. Der Patient muß in die Behandlung einwilligen. Ist der Patient bewußtlos oder nicht entscheidungsfähig muß der Arzt seiner eigenen Gewissensentscheidung folgen und nach dem mutmaßlichen Willen des Patienten handeln.

Für den Arzt können in dieser Situation Äußerungen von Angehörigen oder Patientenverfügungen eine große Hilfestellung sein.
Durch eine Patientenverfügung kann der Patient von seinem Selbstbestimmungsrecht Gebrauch machen und dem ärztlichen Behandlungsauftrag bei Aussichtslosigkeit einer Heilung Grenzen setzen. Die Patientenverfügung wurde von verschiedenen Organisationen (z.B. Deutscher Juristinnenbund, Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben, Internationale Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand) befürwortet.

Für den Arzt kann das aber nur Anhalt sein. Es darf ja nicht relevant sein, was der Patient irgendwann einmal gewollt hat, sondern was er in aktuell in einer konkreten Situation wollen würde. Daher hat eine Patientenverfügung prinzipielle und nicht aufhebbare Schwierigkeiten u.a. der Aktualität und der präzisen Beschreibung der jeweilig relevanten Umstände.

Eine Vorsorgevollmacht versucht die o.g. Unsicherheiten zu umgehen, indem man einem nahestehenden Menschen seines Vertrauens eine Entscheidungsvollmacht für solche Fälle übertragen kann. Dieser Mensch sollte natürlich die eigenen Vorstellungen möglichst genau kennen. Bei Eingriffen, die das Leben oder die Gesundheit gefährden können, ist aber auch dann stets die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts einzuholen (§1904 Abs. 2 Satz 1 BGB).
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