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Nicht alles ist ein "Reisemangel" was nicht gefällt

Beschreibung: Information zur Beurteilung von Reiseleistungen

Kategorie: Reiserecht

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Da die Reisesaison wieder einmal dem Ende zu geht, ist die Frage sicherlich bei vielen aufgetaucht: war das nun ein Reisemangel oder nicht?

Nicht alles, was ein Urlauber als Störung empfindet, ist auch rechtlich betrachtet ein so genannter "Mangel". Der Reiseveranstalter hat die gebuchten Reiseleistungen so zu erbringen, dass sie die zugesicherten Eigenschaften haben und keine Mängel aufweisen - das heißt, dass sie den Wert oder die Tauglichkeit der Reise mindern oder gar aufheben.

Der Punkt, ob nun ein Reisemangel vorliegt oder nicht, ist somit die Unterscheidung zwischen dem Fehlen einer zugesicherten Eigenschaft und einem Mangel, verstanden als Abweichung der vereinbarten von der tatsächlichen Leistung. Dabei muss aber immer die Gesamtheit der Reise betrachtet werden.

Und das sind dann auch die häufigsten Probleme in Foren: warum war einmal das Fehlen beispielsweise eines Tennisplatzes ein "Mangel" und in einem anderen Fall wieder nicht oder weniger wichtig. Ausschlaggebend wären dabei die Buchungsgrundlagen: Internet-Seite, Katalog-Beschreibungen, in der Regel jedoch NICHT mündliche Aussagen vom Reisevermittler - denn der darf grundsätzlich nur jene Eigenschaften zusichern, die auch der Veranstalter im Katalog seinen Kunden zusichert.

Dazu kommt ein weiteres Problem: Die Beurteilung basiert auf zwei "Ebenen", nämlich einerseits auf der Erfahrung und Betrachtungsweise des jeweiligen Richters, andererseits auf verschiedenen rechtlichen Grundlagen.

Daher empfehle ich ja auch immer wieder, mit Katalog und Beschwerdebestätigung zu einer Konsumentenschutzorganisation zu gehen. Die kann dann leichter feststellen, ob es sich um eine echten Reisemangel oder um einen "bloße hinzunehmende Unannehmlichkeit" handelt.

Also, wer Probleme in diesem Sommer gehabt hat, muss zuerst hoffentlich seinen Mangel der Reiseleitung gemeldet haben, Abhilfe verlangt haben und weil es keine Abhilfe gab, eine Bestätigung erhalten haben. Und diese Bestätigung samt einer persönlichen Reklamation mit einer konkreten Forderung muss dann binnen einem Monat nach Reiseende an den Veranstalter geschickt werden.

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Anmerkung des Moderators: Diese Information (hier in leicht veränderter Fassung) wurde von Peter Krackowitzer erstellt, der in diesem Forum den Nick "mosaik" verwendet.

Nils-Christian Engel
(community-support auf recht.de)
engel@destinatio.de