Sicherungspflicht

Öffentliches und privates Baurecht, Bebauungsrecht, Nachbarrecht

Moderator: FDR-Team

Antworten
Janis B.
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 41
Registriert: 16.12.08, 17:18

Sicherungspflicht

Beitrag von Janis B. » 26.04.09, 16:26

Hallo hier bin ich noch einmal mit einer Frage.

Also folgender Fall. Zwischen 2 Haushälften gibt es keine Trennwand im Haus.

Nachbar A will nun seine Haushhälfte sichern. Er verschließt Türen und Fenster mit Holzplatten.

Nachbar B kann seine Haushälfte nicht in dieser Art und Weise sichern, weil er seine Hälfte verkaufen will und der Makler muß Zugang haben, um Besichtigungen vorzunehmen.

Und Nachbar B hat dreimal seine Tür verriegelt und alle Fenster geschlossen mit dem Ergebnis, dass die Tür immer wieder aufgebrochen wurde und ein Fenster eingeschlagen wurde. Nachbar B wohnt nicht in seiner Haushälfte und hat einen 2 Stunden Fahrtweg, um zu seiner Haushälfte zu kommen.

Wenn nun Nachbar A ganz sicher sein will, dass in seine Haushälfte nicht eingebrochen wird, ist er dann verpflichtet seine Haushälfte so abzugrenzen, dass er eine Trennwand hochziehen muß zwischen den beiden Hälften, damit auch kein Zugang zu seiner Seite besteht, wenn jemand in die andere Hälfte einsteigt?

Nachbar A will Nachbar B verpflichten seine Hälfte so zu sichern, dass keiner überhaupt ins ganze Haus einsteigen kann, denn wenn jemand in die Hälfte von Nachbar B einsteigt, hat er ja automatisch Zugang zur Hälfte von Nachbar A, weil es keine Trennwand gibt zwischen den Hälften.

Wie sieht es rechtlich aus?

Könnte sonst Nachbar A den Nachbarn B schadensersatzpflichtig machen, falls durch einen Einbruch in die Hälfte von Nachbar B, die Hälfte von Nachbarn A in Mitleidenschaft gezogen wird?

Ich bin der Meinung, dass Nachbar A verpflichtet ist, seine Hälfte so abzusichern, dass sie eigenständig abgesichert ist - also müßte er eine Trennwand ziehen - dann wäre seine Hälfte ganz abgeschlossen - auch wenn bei Nachbar B eingestiegen werden würde.

Janis B.
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 41
Registriert: 16.12.08, 17:18

Beitrag von Janis B. » 26.04.09, 16:35

Noch eine Frage dazu. In welches Sachgebiet gehört diese rechtliche Auseinandersetzung?

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 20759
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Beitrag von ktown » 27.04.09, 07:18

Kurz ne dumme Frage dazwischen:
Anscheinend sind beide Häuser im Rohbau fetrig. Wie kann es sein, dass zwischen beiden Haushälften keine Trennwand ist? Wie hätten Nachbar A und B dies für die Zukunft behoben, wenn sie eingezogen wären?
hätten sie ein Vorhang aufgehängt? :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Janis B.
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 41
Registriert: 16.12.08, 17:18

Beitrag von Janis B. » 27.04.09, 14:17

Hallo ktown,

nein nur die Hälfte von "B" ist im Rohbau - die von "A" ist stark sanierungs bedürftig. Beide Haushälften wurden vor Verkauf der Hälften als ein gesamtes Haus genutzt - deshalb keine Trennwand.

Ich habe mir inzwischen anwaltliche Hilfe gesucht und es ist so, dass beide Nachbarn verpflichtet sind, sich um eine Trennwand zu kümmern. Entweder eine gemeinsame mit Kostenteilung oder jeder eine auf seiner Hälfte.

Damit kann Nachbar "A" so nicht von "B" erwarten, dass der sein Haus sichert, sondern müßte genauso wie "B" für eine Trennwand sorgen. So sehe ich das glaub ich richtig.

Das ist der relevante Paragraph, so die Auskunft vom Rechtsanwalt:

Es gilt § 29 Abs. 2 Ziff. 1 der Landesbauordnung Mecklenburg-Vorpommern (LBauO M-V): Danach sind Trennwände erforderlich zwischen sog. Nutzungseinheiten.

Antworten