Garage aufstocken

Öffentliches und privates Baurecht, Bebauungsrecht, Nachbarrecht

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Der Hilfesuchende
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Garage aufstocken

Beitrag von Der Hilfesuchende » 08.01.10, 07:58

Hallo

nehmen wir mal folgenden fiktiven Fall an

Eine Reihe Garagen, 6 an der Zahl aus den 60er Jahren , natürlich im Lageplan ? eingetragen, müßten etwas aufgestockt werden.

Grund wäre , das die Tore noch eine Höhe von 1,75m haben. Nun soll halt rundum das Mauerwerk um 30-50cm aufgemauert werden und dann mit Dach zusammen die Tore erneuert werden. Die Garagenhöhe wäre dann im Mittel vieleicht 2,1 - 2,3m.

Da würde sich die Frage stellen, ob das in NRW dann erlaubt ist, müßte man den Nachbarn an dessen Grundstück die Garagen stehen nochmals fragen oder reicht die Genehmigung die seinerzeit gegeben wurde (und natürlich nicht mehr vorliegt) ? :roll:

gruß

jelly
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Beitrag von jelly » 08.01.10, 10:23

Baugenehmigungen aus den 60ern müssten eigentlich im Bauarchiv der Gemeinde vorhanden sein. Wenn nicht, gab es zwischendurch vielleicht mal eine Zeit, in der solche Bauten genehmigungsfrei waren.

Eine Eintragung im Lageplan bedeutet nicht zwingend, dass ein Bauwerk legal errichtet wurde.

Wenn die Garageneigentümer sich sicher sind, dass die Garagen keine Schwarzbauten sind, könnten sie ja mal im Bauamt vorsprechen - irgendein netter Angestellter dort wird ihnen schon sagen können, ob ihr Vorhaben genehmigungspflichtig ist.

Der Hilfesuchende
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Beitrag von Der Hilfesuchende » 02.02.10, 20:50

Hallo nochmal,

möchte das nochmal aufgreifen. Was könnte das BoA denn so sagen ?

Ich denke mal das einfachste wäre wohl, die sagen "kein Problem, können Sie machen"
Das das Vorhaben von X ganz unterbunden wird bezweifel ich, aber
a) was könnte X sonst noch erwarten ?
b) was könnte passieren wenn X das einfach macht ohne zu fragen und jemand beschwert sich ?

X will ja jetzt erstmal keine schlafenden Hunde wecken :-)

X stellt sich weiterhin die Frage , ob das eigentlich eine bauliche Veränderung darstellt wenn an der Einfahrtsseite, also zu dem Grundstück des Garagenbesitzer hin (zum Nachbarn bräuchte nicht) etwas aufgemauert wird. Das Dach erneuern sollte ja im Grundsatz kein Problem darstellen. Aber vieleicht denkt X ja auch zu einfach :?

danke

edit:
X hat folgendes noch gefunden in der LBo

Die Grenzbebauung darf entlang einer Nachbargrenze 9,00 m und insgesamt (an allen Nachbargrenzen) 15,00 m nicht überschreiten,

Bei X wird diese jedoch um ein vielfaches überschritten, wie gesagt hatten damals aber die Nachbarn alles genehmigt. Könnte das noch zu Problemen führen ?

jelly
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Beitrag von jelly » 03.02.10, 08:12

Der Hilfesuchende hat geschrieben: a) was könnte X sonst noch erwarten ?
Alles von "ja, kein Problem" bis zu "Ups, das sind ja Schwarzbauten, die müssen weg".
Der Hilfesuchende hat geschrieben: b) was könnte passieren wenn X das einfach macht ohne zu fragen und jemand beschwert sich ?
Im Wesentlichen die gleiche Antwort wie oben - mit Tendenz zum negativen Fall. Bei gravierenden baulichen Veränderungen kann es passieren, dass der Bestandsschutz für das gesamte Gebäude (sofern es den überhaupt gab) erlischt).

Der Hilfesuchende hat geschrieben: X will ja jetzt erstmal keine schlafenden Hunde wecken :-)
Dann sollte er es vielleicht lassen - wer weiss, vielleicht ist ja einer der Nachbarn ein "schlafender Hund" und wartet nur auf einen Anlass, gegen die Garagen vorzugehen.
Der Hilfesuchende hat geschrieben: X stellt sich weiterhin die Frage , ob das eigentlich eine bauliche Veränderung darstellt wenn an der Einfahrtsseite, also zu dem Grundstück des Garagenbesitzer hin (zum Nachbarn bräuchte nicht) etwas aufgemauert wird. Das Dach erneuern sollte ja im Grundsatz kein Problem darstellen. Aber vieleicht denkt X ja auch zu einfach :?
Eine bauliche Veränderung ist grob gesagt alles, was die Abmessungen des Gebäudes signifikant verändert. Egal, ob diese Änderung an der Nachbargrenze oder in der anderen Richtung erfolgt.

Ich versteh auch nicht ganz, wieso dann überhaupt eine Höhenänderung nötig ist. Ist die Oberkante (Sturz) des Tores denn schon direkt unter dem Dach?

Der Hilfesuchende
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Beitrag von Der Hilfesuchende » 03.02.10, 08:22

jelly hat geschrieben:Ich versteh auch nicht ganz, wieso dann überhaupt eine Höhenänderung nötig ist. Ist die Oberkante (Sturz) des Tores denn schon direkt unter dem Dach?
Jo, sonst wärs ja einfach :-)

trotzdem danke

Edit: Was ist denn signifikant. Bei 20cm einseitig anheben würd ich ja eher sagen unwesentlich .

Hab das hier gefunden :

Wesentliche bauliche Änderung: Eine
wesentliche bauliche Änderung verändert
das Erscheinungsbild eines Gebäudes
so, dass rechtlich nicht mehr von der
Identität des herzustellenden mit dem
ursprünglichen Gebäude ausgegangen
werden kann. Dies ist z.B. der Fall, wenn
durch die baulichen Änderungen eine
statische Neuberechnung des Gebäudes
erforderlich wird.

Davon kann aber in dem Fall von X keine Rede sein, trifft ja garnicht zu.

jelly
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Beitrag von jelly » 03.02.10, 10:47

Der Hilfesuchende hat geschrieben: Was ist denn signifikant. Bei 20cm einseitig anheben würd ich ja eher sagen unwesentlich .
Naja - anfangs war noch von 30-50 cm die Rede. Bei 20 cm einseitig KÖNNTE es sein, dass der Nachbar nix merkt. Und wo kein Kläger, da kein Richter. Aber wenn er meckert, wird die Sache wenigstens überprüft werden - mit welchem Ergebnis, kann hier niemand vorhersagen.

Der Hilfesuchende hat geschrieben: Hab das hier gefunden :

Wesentliche bauliche Änderung: Eine
wesentliche bauliche Änderung verändert
das Erscheinungsbild eines Gebäudes
so, dass rechtlich nicht mehr von der
Identität des herzustellenden mit dem
ursprünglichen Gebäude ausgegangen
werden kann. Dies ist z.B. der Fall, wenn
durch die baulichen Änderungen eine
statische Neuberechnung des Gebäudes
erforderlich wird.

Davon kann aber in dem Fall von X keine Rede sein, trifft ja garnicht zu.
Auch das kann hier sicher niemand beurteilen. Könnte ja sein, dass allein die Änderung der Dachneigung das Erscheinungsbild verändert oder sogar eine statische Neuberechnung notwendig macht.

ktown
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Beitrag von ktown » 03.02.10, 11:54

Was soll eigentlich dieses rumgeeiere hier.
Will man was verändern, geht man zum örtlichen Bauamt, erklärt die Sachlage und fragt dort um Rat.
1. kennen die garantiert besser die örtlichen Gegebenheiten
2. wissen die garantiert ob es bezüglich der Garagen schon eine Genehmigung gibt
3. wissen die genau welche §§ zur Anwendung kommen
4. können sie auch Auskunft darüber geben inwieweit der Nachbar mit einbezogen werden muß.

Letztlich gibt es nur zwei mögliche Ergebnisse:
Entweder wird die veränderung als so gering erachtet, dass dieser zugestimmt wird
oder
sie wird abschlägig beschieden und es muß alles so bleiben wie es ist.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

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Beitrag von Der Hilfesuchende » 04.02.10, 15:14

Also, mal aktuell

im Stadtarchiv nachgefragt, dort liegen Pläne vor, also alles mit Genehmigung erstellt. Bekommt X dann in 14 tagen

Info vom Bauordnungsamt, das Dach erneuern wäre eh nur ne Modernisierung, da bedarf es keiner Genehmigung

das Aufmauern, ächz, ist so eine Sache, der schlimmste Fall wäre das das Vorhaben schriftlich angezeigt werden muss, X kann aber mal mit nem Foto reinkommen, evtl. bedarf es selbst dazu keiner Genehmigung. Schlimmer wirds aber nicht.

gruß und danke

ktown
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Beitrag von ktown » 04.02.10, 15:26

Sehen sie, oftmals lösen sich anscheinende Probleme urplötzlich in Wohlgefallen auf.
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Beitrag von Der Hilfesuchende » 17.02.10, 12:44

Muss doch nochmal aufgegriffen werden.

Also, Eigentümer X hat wie geschrieben ein Grundstück, auf dem beidseitig (L + R) Garagen stehen.

Nun hat X von den Garagen L noch Baupläne und Genehmigungen und beantragt im vereinfachten Verfahren einige Änderungen die auch kein Problem sind.

In diesen zuge stellt sich X nun im Stadtarchiv vor und hätte gerne die Pläne von R da diese der ehemalige Eigentümer nicht mehr hatte.

Jetzt stellt sich heraus das das Stadtarchiv hat garkeine unterlagen, weder von L noch von R, d.h. das X sogar mehr Pläne hat wie das Stadtarchiv :? Nach Aussage des Mitarbeiters kann da wohl was während der Umlagerung der Akten (wegen Eingemeindung) abhanden gekommen sein.

X stellt sich die Frage, da nun von den Garagen R nichts mehr existiert, könnte da nun das Bauamt (wenn auch mehr als unwahrscheinlich) sagen, abreißen....neu beantragen...etc. Oder müßten die Nachweisen das das Schwarzbauten sind, was es aber (nicht nachzuweisen) nicht sind ?

X kann ja beweisen das das Hausarchiv bzw die Unterlagen unvollständig sind.

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Beitrag von blarch » 17.02.10, 13:42

X stellt sich die Frage, da nun von den Garagen R nichts mehr existiert, könnte da nun das Bauamt (wenn auch mehr als unwahrscheinlich) sagen, abreißen....neu beantragen...etc. Oder müßten die Nachweisen das das Schwarzbauten sind, was es aber (nicht nachzuweisen) nicht sind ?
Soweit ich weiss sind Bauakten vom BOA unbefristet aufzubewahren.

Ich hatte bei meinen Eltern mal einen ähnlichen Fall. Dort waren sämtlich Carports in der Strasse nicht im Lageplan eingezeichnet und dabei handelte es sich nicht um Carports aus den 60er-Jahren. Als mein Vater einen Carport beantragen wollte wurde dies mit der Begründung abgelehnt, dass der Carport dann der einzige in der Strasse sei. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass das Bauamt die 15-20 Jahre alten Bauakten verschlampt hatte :shock:

Ich denke dass das BOA in diesem speziellen Fall die Garage R als bewilligt ansehen wird ... schliesslich will das BOA auch keine schlafenden Hunde wecken ;)

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Beitrag von Der Hilfesuchende » 12.04.10, 07:13

So, nun war doch tatsächlich jemand vom BOA da, weil sich irgendein Nachbar beschwert hat :-)

Gut das alles mit Baugehnemigung war, naja, der nette Mann hat dann mal wo er eh schon da war die Bauabnahme gemacht und nu ist alles erledigt.

Nochmal eine fiktive Frage. Angenommen auf dem Grundstück ständen an der Kopfseite auch noch Garagen die an ein Städtisches Schulgelände enden. Dort würde man das gleiche machen wollen, wie verhalten sich den Städte in solchen Fällen, könnte das dort auch klappen oder lehnen STädte sowas eher ab ?

gruß

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