Laubfall

Öffentliches und privates Baurecht, Bebauungsrecht, Nachbarrecht

Moderator: FDR-Team

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Töpfer
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Nachbarschaftsrecht

Beitrag von Töpfer »

Der Eigentümer A hat einen Knickwall als gemeinsame Grenze zu 4 Nachbarn ( ca. 125 Meter).
Nachbar B hat einen Knickanteil von 40 Metern mit A. Die Grenze verläuft genau in der Mitte.
B möchte nun den Knick durch eine Gartenfirma "auf den Stock setzen", obwohl dieser bereits
vor 4-5 Jahren eine Knickpflege durchgeführt hat. Gleichzeitig möchte er auf seine Kosten zwei
sogenannte "Überhälter" ( große alte Eichen mit einen Stammumfang von 100-150 cm) fällen.
Die "Überhälter" stehen ca. 25 Mter auseinander. Die Grenze verläuft durch diese Bäume.
Nachbar A ist dagegen und möchte die Bäume unbedingt erhalten unter Hinweis auf LNatSchG
von SH und unter Hinweis auf Einhaltung der Fristen für die Knickpflege ( 10-15 Jahre). A glaubt, daß die Knickpflege nur vorgeschoben ist, um die lästigen Überhälter fällen zu können. Auch nach dem BNatSchG
istdie selektive Herausnahme von Überhältern nicht erlaubt. Wie ist die Rechtlage und was kann A evtl.
unternehmen ?

cobold64
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Re: Nachbarschaftsrecht

Beitrag von cobold64 »

Wenn die Bäume tatsächlich unter die Baumschutzsatzung fallen (was bei der Größe wahrscheinlich ist), dürfen sie nur mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde gefällt werden. Liegt die vor, kann der Nachbar sie fällen lassen, auch wenn sie auf der Grenze stehen. Google mal nach "Champignon-Urteil" und 'Grenzbaum'. Da hat der BGH entschieden, dass ein Baum, dessen Stamm von der Grenze durchschnitten wird, beiden Nachbarn gehört und jeder von ihnen die Entfernung des Baumes verlangen kann. Ob für die Knicke in SH andere Vorschriften gelten, weiß ich allerdings nicht.

Ronny1958
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Re: Nachbarschaftsrecht

Beitrag von Ronny1958 »

cobold64 hat geschrieben: Ob für die Knicke in SH andere Vorschriften gelten, weiß ich allerdings nicht.
Die Mehrzahl lautet Knicks ;)
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

Töpfer
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Laubfall

Beitrag von Töpfer »

Betreff: Laubfall

Nachbar hat mit dem Saugbläser das Laub vom Schuppendach (unmittelbar an der Grundstücksgrenze) und von seiner Terrasse+Garten auf den Grenzwall
und ganze Berge davon auf unser Grundstück geblasen. Damit das Laub nicht zurück auf seine Terrasse weht, hat er zwei 2m-Hohe Sperrholzplatten davor gestellt.

An einer anderen Stelle, die unmittelbar an der Grundstücksgrenze ( kein Zaun vorhanden) liegt, hat er einen 1 Meter hohen Laubhaufen aufgetürmt.
Weitere Laubhaufen sind zu befürchten. Bei jeden Windstoß flattern die Blätter zu uns rüber. Das Laub stammt wohl von unseren Bäumen an der Grundstücksgrenze
( 30 + 50 Jahre alte Eichen und Birken).

Muß ich das ertragen und muß ich das Laub, daß der Nachbar auf den Knickwall abgelagert hat, entfernen ( Laut Knickverordnung darf kein Laub
abgelagert werden, weil es die Vegetation unterdrückt und erstickt) ? Oder sollte ich mir auch einen Saugbläser besorgen und dann um die Wette gegen anblasen ?
Möchte ich allerdings nicht so gerne.

Wie ist die Rechtslage ?

cobold64
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Re: Laubfall

Beitrag von cobold64 »

Gegen den natürlichen Laubfall kann man sich nicht wehren, der muss so hingenommen werden. Was allerdings nicht zulässig ist: das Laub mittels Laubbläser zurück zum Nachbarn zu blasen. Ebenso dürfte man auch keine Laubsäcke über den Zaun schütten.
Dagegen, dass Laubhaufen an der Grenze aufgehäuft werden, kann man nichts tun. (Der Wind könnte ja fieserweise auch aus der anderen Richtung wehen und dann hat der Nachbar alles wieder in seinem Garten ;)

ktown
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Re: Laubfall

Beitrag von ktown »

So wie es beschrieben wird, scheint der Nachbar aber zu wissen, dass der Wind nur aus einer Richtung bläst.... :twisted: und er will sich wohl noch für das nicht fällen der Bäume bedanken.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

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