Campen auf Privatgrundstück

Öffentliches und privates Baurecht, Bebauungsrecht, Nachbarrecht

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Liegestuhl
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Campen auf Privatgrundstück

Beitrag von Liegestuhl »

Hallo zusammen,
dürfen Vereinsmitglieder in Baden Württemberg auf dem Vereinsgrundstück im Wohnwagen oder im Zelt übernachten? Wie ist die Rechtslage?
Vielen Dank für die Hilfe!

Ronny1958
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Re: Campen auf Privatgrundstück

Beitrag von Ronny1958 »

Wo liegt das Grundstück?
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

Liegestuhl
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Re: Campen auf Privatgrundstück

Beitrag von Liegestuhl »

Das Grundstück ist auf Flugplatzgelände, direkt an ein Gewerbegebiet angrenzend.

Ronny1958
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Re: Campen auf Privatgrundstück

Beitrag von Ronny1958 »

Außenbereich? Beplanter Innenbereich? Liegt eine naturschutzrechtliche Genehmigung zum Campen vor?
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

ktown
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Re: Campen auf Privatgrundstück

Beitrag von ktown »

Also grundsätzlich ist es mal eine Thematik die mit dem Grundstücksbesitzer zu klären ist. Hat der nichts dagegen, dann kann dies nur naturschutzrechtliche Gründe haben um dies einzuschränken. Da wir hier aber von einem Flugplatzgelände sprechen, wird der Naturschutz schon aufgrund dieser Nutzungsart wenig relevant sein.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Liegestuhl
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Re: Campen auf Privatgrundstück

Beitrag von Liegestuhl »

Das ist das vereinseigene Grundstück und es handelt sich nicht um ein Naturschutzgebiet. Als Laie hätte ich gesagt, es ist so sls ob man im Garten seines eigenen Hauses im Zelt schläft.

Azik
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Re: Campen auf Privatgrundstück

Beitrag von Azik »

Baurechtlich entscheidend ist, ob es sich um ein Vorhaben im Sinne des § 29 BauGB handelt.

Falls ja wäre das Vorhaben im Außenbereich nur unter Einhaltung der strengen Voraussetzungen des § 35 BauGB zulässig. Dies dürfte hier zu verneinen sein.

Falls nein, dürfte die Frage baurechtlich nicht relevant sein. Mögliche Verstöße gegen umweltschutzrechtliche Vorschriften kommen aber dennoch in Betracht.

§ 29 bis 35 BauGB regeln - neben anderen Dingen - die Zulässigkeit der Errichtung baulicher Anlagen.
Zelte, Wohnwägen und ähnliches dürften dann ausreichend städtebauliche Relevanz haben, wenn Sie entweder regelmäßig wiederkehrend am gleichen Ort errichtet werden oder dauerhaft dort aufgestellt bleiben.

Und nein, der Vergleich mit dem Garten eines Wohnhauses gilt hier nicht.
Der Garten eines Wohnhauses ist durch die Baugenehmigung der Wohnhauses abgedeckt, sodass wohnähnliche Nutzungen dort mit darunter fallen (z.B Grillen im Garten, Kindergeburtstag, Halten eines Hundes usw.).
Wenn im Garten allerdings dauerhaft ein Wohnwagen steht und auch dauerhaft von jemandem bewohnt wird (im Sinne einer eigenständigen Wohneinheit), wäre dies auch baurechtlich zu prüfen und bräuchte ggf. eine eigene baurechtliche Genehmigung.

Liegestuhl
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Re: Campen auf Privatgrundstück

Beitrag von Liegestuhl »

Nein, das ist nicht dauerhaft, sondern lediglich, wenn die Mitglieder übers Wochenende bleiben. Dir Zelte, Wohnwägen und Wohnmobile sind nach dem Wochenende wieder weg. Es stand mal im Raum, dass man dafür eine Campingplatzlizenz braucht, aber es wird ja nicht an fremde vermietet.

Azik
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Re: Campen auf Privatgrundstück

Beitrag von Azik »

Da stellt sich dann die Frage, ob es in der Natur eines Vereinsheimes liegt, dass dort regelmäßig gecamped wird.
Dazu müsste man wohl die Baugenehmigung bzw. den dazugehörigen Bauantrag mit den Freiflächenplänen für das Vereinsheim kennen. Für selbstverständlich oder offensichtlich halte ich das nicht.

ktown
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Re: Campen auf Privatgrundstück

Beitrag von ktown »

Azik hat geschrieben:Da stellt sich dann die Frage, ob es in der Natur eines Vereinsheimes liegt, dass dort regelmäßig gecamped wird.
Dazu müsste man wohl die Baugenehmigung bzw. den dazugehörigen Bauantrag mit den Freiflächenplänen für das Vereinsheim kennen. Für selbstverständlich oder offensichtlich halte ich das nicht.
OK...Ich kenne das aus meiner Jugend. Der ortsansässige Wassersportverein hatte auf dem vereinseigenen Gelände 4 Stellplätze für Wohnwagen. Diese Wohnwagen waren nicht dauerhaft belegt. Jedoch über die Sommermonate (speziell in den Sommerferien) immer belegt. Dafür benötigt es eine spezielle Genehmigung.
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Heckersbruch
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Re: Campen auf Privatgrundstück

Beitrag von Heckersbruch »

Also ich kann mich aus meinen Jugendtagen noch daran erinnern, dass wir regelmäßig an einem Handballturnier in einer kleinen Ortschaft im Schwarzwald teilgenommen haben. Da wurde rund um die Sportanlage von den bauern die Wiese zur Verfügung gestellt, wo dann ca. 1.000 Turnierteilnehmer mit Zelten genächtigt haben, während die Sporthallen-Umkleiden zum Duschen u.ä. genutzt wurden. Nicht zu vergessen das große Festzelt, das ebenfaals auf der Diese neben dem Sportplatz stand.
Das hier klingt für mich irgendwie ähnlich und ich kann mir nicht vortsellen, dass die da bei uns damals dafür eine Baugenehmigung, bzw. Nutzungsänderung beantragt hatten.
Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung!

ACHTUNG: Recht und Gerechtigkeit sind zwei verschiedene Paar Schuhe!

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