Nach Abbruch Mängelbeseitigung an Nachbarhaus

Öffentliches und privates Baurecht, Bebauungsrecht, Nachbarrecht

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Daniella
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Nach Abbruch Mängelbeseitigung an Nachbarhaus

Beitrag von Daniella » 13.03.17, 18:30

Hallo zusammen.

Folgender Fall beschäftigt mich etwaa.

Gustav hat ein Haus, welches er vermietet hat.
Irgendwann teilen die Mieter Gustav ganz beiläufig mit, dass Nachbar Fritz sein Haus abgerissen hat.
Beide Häuser, also das von Gustav und Fritz, teilen sich eine Giebelwand.

Irgendwann fährt Gustav zu seinem vermietet Haus und entdeckt Beschädigungen an dem Flachdach seines Hauses. Zweifelsfrei durch den Abbruch des Nachbarhauses verursacht.

Daraufhin kontaktiert Gustav den Fritz und berichtet von den Schäden. Gleichzeitig bittet er um die Reparatur der Beschädigungen.
Als Gustav erfährt dass die Schäden nicht behoben wurden kontaktiert er Fritz erneut telefonisch und bittet erneut um die Behebung der Mängel. Diese werden jedoch erneut nicht behoben.

Nach einiger Zeit reicht es Gustav und er beauftragt einen Dachdecker sich die Beschädigungen anzusehen.
Der Dachdecker rät dazu die Beschädigungen schnellstmöglich zu beheben da u.a. Regen eindringt.
Daraufhin gibt Gustav dem Dachdecker grünes Licht und lässt die Beschädigungen von diesem beheben. Die Rechnung vom Dachdecker wird auf Gustav ausgestellt.

Die gesamte Korrespondenz zwischen Gustav und Fritz fand leider nur telefonisch statt. Also auch die Aufforderungen zur Mängelbeseitigung

Hat Gustav dennoch die Möglichkeit oder gar das Recht die Kosten für den Dachdecker von Fritz einzufordern?


PS: es handelt sich lediglich um eine provisorische Reparatur!
Fritz baut sein neues Haus wieder an die Giebelwand. Im Zuge dessen wird wohl irgendwann, wenn das Haus fertiggestellt ist, das Dach repariert.
Die provisorische Mängelbeseitigung durch den Dachdecker diente lediglich dazu dass keine weitere Feuchtigkeit durch die Beschädigungen am Dach eindringen kann.

ralph12345
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Re: Nach Abbruch Mängelbeseitigung an Nachbarhaus

Beitrag von ralph12345 » 14.03.17, 11:14

Achtung, Laienmeinung!

Wenn Gustav mit der Baufirma einen Vertrag gehabt hätte, dann hätte er die Baufirma zur Nachbesserung auffordern müssen, unter Fristsetzung, dann nach erfolglosem Mahnen selber tätig werden können. Da kann man mit einer Selbstvornahme ohne vorige Fristsetzung einiges falsch machen.

Nun gibt es hier keinen Vertrag, die Baufirma hat einen Schaden verursacht und hat den zu entschädigen. Meiner bescheidenen Meinung nach kann Gustav selber entscheiden, wie er den Schaden behebt, ob er der Firma die Chance gibt, das zu tun oder ob er das selber machen lässt. Die Baufirma ist in jedem Fall schadenersatzpflichtig. Gustav ist zur Schadensminderung verpflichtet, also tut er gut daran, den entdeckten Schaden am Dach nicht durch Untätigkeit größer werden zu lassen.

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