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recht.de • Thema anzeigen - Kleintierzucht Hühner mit Lärm und Geruchsbelästigung
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BeitragVerfasst: 26.06.17, 12:56 
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ktown hat geschrieben:
lerchenzunge hat geschrieben:
Man könnte so höchstens verhindern, dass ein anderer Anwohner nun auch noch mit Hühnerzucht startet.
das kann ich mir kaum vorstellen. Dies hätte ja zur Folge, dass, sollte es mal in einem Dorf keine Bauern mehr geben, diese Gebäude unwiederbringlich nicht mehr gemäß ihrer eigentlichen Nutzung betrieben werden dürften.


naja, wenn man lange genug zurückgeht, dann war überall irgendwann mal "dörflicher Raum". Es ist noch nicht so ewig lange her, dass auch im städtischen Bereich die Menschen Kanickel, Hühner, Ziegen, sogar Schweine hielten. Die Taubenzucht des Kohlekumpels ist schon Kulturgut. Aber auch in den Siedlungen, die sogar bei Anlage noch mit Ställen gebaut wurden, darf man heutzutage immer automatisch wieder mit einer Tierhaltung beginnen, da gibt es durchaus Beschränkungen.
Das wichtige auf diesen Fall bezogene jedoch ist, dass die Veränderung der Umgebung nicht bedeutet, dass der letzte Bauer des Ortes von den zugezogenen Nicht-Bauer "überstimmt", von seinem Hof vertrieben oder in seiner bestehenden Wirtschaft eingeschränkt werden kann.


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BeitragVerfasst: 26.06.17, 13:09 
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Pantai hat geschrieben:
Hier hab ich auch noch was gefunden:
Zitat:
LG München I 30. Zivilkammer, Urteil vom 3. März 1989, Az: 30 O 1123/87 :

1. Das Urteil ist zwischenzeitlich 28 Jahre alt und die entsprechenden Urteile haben sich geändert.
2. Es handelte sich bei besagtem Fall um ein reines Wohngebiet und auch nicht in einem ländlichen Ortskern.

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Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.
Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe


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BeitragVerfasst: 26.06.17, 13:20 
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lerchenzunge hat geschrieben:
naja, wenn man lange genug zurückgeht, dann war überall irgendwann mal "dörflicher Raum".
Stimmt... im frühen Mittelalter war auch mal die Stadt Köln ländlicher Raum :lachen:
lerchenzunge hat geschrieben:
Es ist noch nicht so ewig lange her, dass auch im städtischen Bereich die Menschen Kanickel, Hühner, Ziegen, sogar Schweine hielten.
das stimmt und vielfach, wird dies neuerdings auch wieder betrieben.
lerchenzunge hat geschrieben:
Aber auch in den Siedlungen, die sogar bei Anlage noch mit Ställen gebaut wurden, darf man heutzutage immer automatisch wieder mit einer Tierhaltung beginnen, da gibt es durchaus Beschränkungen.
Liegt daran, dass die dörfliche Struktur in den letzten Jahren, z.B. durch Nachverdichtung verloren ging oder bewusst aufgehoben wurde.
lerchenzunge hat geschrieben:
Das wichtige auf diesen Fall bezogene jedoch ist, dass die Veränderung der Umgebung nicht bedeutet, dass der letzte Bauer des Ortes von den zugezogenen Nicht-Bauer "überstimmt", von seinem Hof vertrieben oder in seiner bestehenden Wirtschaft eingeschränkt werden kann.
Dem kann ich voll und ganz zustimmen.

Wobei.....wenn wir gerade dörfliche Strukturen und Gemeindeleben als Thema haben, so verschwinden, Aufgrund der Zugezogenen in vielen Gemeinden die in der Historie jahrelang zelebrierten Feste, weil die Anlieger dagegen klagen und Zeitbegrenzungen bezüglich Lärm fordern. :(

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BeitragVerfasst: 26.06.17, 16:45 
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Auch wenn die genannten Urteile sämtlich von Zivilgerichten waren, will ich doch darauf hinweisen, dass zumindest im öffentlichen-Baurecht das dort maßgebliche Rücksichtnahmegebot wesentlich von dem Baugebiet abhängt, in der sich das Vorhaben befindet.
Ein Dorfgebiet (§ 5 BauNVO) ist normiert und ist etwas anderes als ein Mischgebiet (§ 6 BauNVO). Es wäre also zunächst einmal eine korrekte Sachverhaltsermittlung erforderlich, bevor man sich zu möglichen Ansprüchen äußern könnte. Ein Urteil, dass zu einem Mischgebiet oder gar Wohngebiet ergangen ist, kann also nicht ohne Weiteres auf ein Dorfgebiet übertragen werden.

Davon unabhängig ist auch darauf hinzuweisen, dass falls für eine landwirtschaftliche Nutzung eine Baugenehmigung erteilt wurde, diese Bestandsschutz und Vertrauensschutz verleiht und jedenfalls baurechtlich im Allgemeinen nachträglich keine zusätzlichen Auflagen oder Beschränkungen möglich wären.
Die Nachbarn (ggf. auch Rechtsvorgänger) hätte eben fristgemäß gegen die Erteilung der Baugenehmigung Rechtsmittel einlegen müssen. Das Unterlassen wäre ihnen und ihren Rechtsnachfolgern zuzurechnen.


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BeitragVerfasst: 16.10.17, 13:05 
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Unabhängig von den div. Urteilen, die es da offenbar gibt.

Gibt es nicht auch einen Anspruch auf gegenseitige Rücksichtnahme? Der Hühnerzüchter kann doch genauso "erfolgreich" seine Hühnerzucht betreiben, wenn er entsprechende Massnahmen trifft, um Mitmenschen nicht zu belästigen.


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BeitragVerfasst: 16.10.17, 13:14 
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zweige1 hat geschrieben:
Unabhängig von den div. Urteilen, die es da offenbar gibt.

Gibt es nicht auch einen Anspruch auf gegenseitige Rücksichtnahme? Der Hühnerzüchter kann doch genauso "erfolgreich" seine Hühnerzucht betreiben, wenn er entsprechende Massnahmen trifft, um Mitmenschen nicht zu belästigen.

Es gibt den Rechtanspruch, vom nachbarlichen Grundstück nicht übermäßig belästigt zu werden.
Ein zusätzliches "gegenseitig" in den entsprechenden Paragraphen braucht es dafür nicht.

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Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 16.10.17, 13:29 
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zweige1 hat geschrieben:
Gibt es nicht auch einen Anspruch auf gegenseitige Rücksichtnahme? Der Hühnerzüchter kann doch genauso "erfolgreich" seine Hühnerzucht betreiben, wenn er entsprechende Massnahmen trifft, um Mitmenschen nicht zu belästigen.
Wenn ich diese Argumentationskette sehe, dann bekomme ich das k*****. Genau solche Zugezogenen verursachen
ktown hat geschrieben:
Aufgrund der Zugezogenen in vielen Gemeinden die in der Historie jahrelang zelebrierten Feste, weil die Anlieger dagegen klagen und Zeitbegrenzungen bezüglich Lärm fordern.

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BeitragVerfasst: 16.10.17, 14:01 
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Nun seien Sie mal nicht so streng, immerhin hat zweige1 sich fast vier Monate lang überlegt, wie man sich der Problematik nähern könnte. :engel:


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BeitragVerfasst: 16.10.17, 15:41 
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Ich stelle mir grade vor, wie mein bäuerlicher Nachbar (Kühe) gucken würde, wenn ich jetzt damit ankommen würde, dass die doch leiser sein sollten.

Also ich wusste, bevor ich da hingezogen bin, dass es Kühe in der Nachbarschaft gibt. Da ich familiär mit der Landwirschaft zu tun habe weiss ich auch, dass die auch mal in aller Frühe Geräusche von sich geben können. Zuden wurde vom Vermieter vorgewarnt.

Bei Hähnen kann man sowas allerdings ja nicht erahnen.... :lol:

_________________
:engel:


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