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Anbau

Verfasst: 04.08.17, 07:37
von thp114
In NRW will ein Eigentümer(A) eines Mehrfamilienhaus ein Zimmer auf einer Bodenplatte im Erdgeschoss Richtung Garten anbauen. Das Haus ist nicht freistehend, sondern ist auf einer Seite direkt mit dem Nachbarhaus verbunden.
Bevor A einen Bauantrag stellt, fragt er den Eigentümer des Nachbarhauses (B), ob er mit dem Anbau einverstanden wäre und lässt sich dieses schriftlich bestätigen.
Aufgrund der Unterschreitung des Mindestabstand zum Nachbargrundstück wird der erste Antrag von A abgelehnt. Daraufhin wird ein Architekt eingeschaltet. Der nächste Bauantrag umfasst dann allerdings nicht mehr nur ein Zimmer, sonder 2 Zimmer plus Bad, Unterkellert mit Wohnraum im Keller und einer Dachterrasse. Auch hierfür versucht A von B eine schriftliche Zustimmung zu bekommen, die B aber ablehnt.
Trotzdem wird der Bauantrag von A genehmigt.
B schaut sich daraufhin die Bauakte des Nachbargrundstück an. Dort ist beim abgelehnten und genehmigten Bauantrag als Anlage die Genehmigung des Nachbarn B aufgelistet, sind aber in der Akte nicht vorhanden. Eine Nachfrage beim Bauamt ergibt, dass diese wohl im Archiv liegen würden. Nach Aufforderung über den Oberbürgermeister bekommt B ein Schreiben vom Bauamt, dass eine Genehmigung vom Nachbarn nicht notwendig ist und deswegen auch kein entsprechendes Schreiben bei der Stadt vorliegt.
Der Bau wurde erstellt. Nach Aufbringung der Dämmung stellt B fest, dass der Abstand zur Grenze nur 2,70 besteht. Auch liegt die Dämmung auf einen Teil des Daches von B auf. Von der Dachterrasse hat man freien Blick in das Badezimmer in der 1. Etage von B.
Bei Beschwerde bei der Stadt, bekommt A die Auflage, dass er die Dachterrasse so gestaltet wird, dass ca. die Hälfte nicht mehr genutzt werden kann.

Frage: 1.) Ist in NRW bei Anbau Richtung Garten eine Zustimmung des Nachbarn notwendig?
2.) Ist es erlaubt bei einem neuen Anbau die Dämmung über die Grundstücksgrenze ragen zu lassen?
3.) Was kann B wegen der Unterschreitung des Abstands von 3 Metern tun?
4.) Ist der nachträgliche Bau einer Dachterrasse erlaubt, wenn diese Einblicke in die Nachbarwohnung gewährt.

DANKE!
Thomas

Re: Anbau

Verfasst: 04.08.17, 08:36
von ExDevil67
Da es einen genehmigten Bauantrag gibt, dürften sich die Fragen zur Zulässigkeit des ganzen erübrigen.

Einziger Ansatzpunkt wäre ggf der Abstand nach Dämmung. Da könnte es durchaus möglich sein das man die sich ergebende Wandstärke hätte einplanen müssen. Wobei einen kompletten Abriss wird man wohl eher nicht verlangen können deswegen.

Re: Anbau

Verfasst: 04.08.17, 08:40
von ktown
Die Problematik mit der Dachterrasse wurde ja auch schon durch die Baubehörde einreguliert.

Re: Anbau

Verfasst: 04.08.17, 10:31
von ralph12345
Beim Bau gibt es nachbarschützende Vorschriften, dazu gehören allen voran die Abstandsflächen. So kann eine Dachterrasse vermutlich niemals an die Grenze gesetzt werden. Wenn der noch zur Nutzung genehmigten Teil die nötigen 3m Abstand hat, dann ist das offenbar so ok und bedarf dann auch keiner Zustimmung des Nachbarn mehr. So ja nun auch die offizielle Aussage des Bauamtes.

Einen generellen Anspruch, dass von keinem Punkt des Hauses oder Grundstücks eine Einsicht in die Nachbarwohnung genommen werden kann, gibt es nicht. Dann müssten die Bauten wohl 100m voneinander entfernt sein, 10m hohe Sichtschutzwände zwischen den Grundstücken stehen, die über die Fenster im 2. Stock hinausragen oder ähnliches, das ist nicht realisierbar.

Wenn B das Gefühl hat, der Nachbar hat gegen die Vorschriften verstoßen, dann muß B die genaue Sachlage einem Anwalt übergeben, der dann die Bauunterlagen einsieht und ggf. klagt. Das was an Unterlagen nötig wäre, Bebauungsplan, Bauunterlagen, Katasterauszüge, ein Bild der Lage vor Ort, liegt hier im Forum nicht vor, da ist es relativ sinnfrei, hier nach einer Lösung zu suchen.