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recht.de • Thema anzeigen - Definition: "eine Grundstücksgrenze"
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BeitragVerfasst: 12.01.18, 19:33 
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hallo forum,
nicht so einfach wie es aussieht.
in bayern (und auch anderswo) darf man lt. BayBo Art. 6:

"Garagen einschließlich deren Nebenräume, überdachte Tiefgaragenzufahrten, Aufzüge zu Tiefgaragen und Gebäude ohne Aufenthaltsräume und Feuerstätten mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Gesamtlänge je Grundstücksgrenze von 9 m, bei einer Länge der Grundstücksgrenze von mehr als 42 m darüber hinaus freistehende Gebäude ohne Aufenthaltsräume und Feuerstätten mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m, nicht mehr als 50 m3 Brutto-Rauminhalt und einer Gesamtlänge je Grundstücksgrenze von 5 m;..."

an einer sehr langen seite (>300m) des grundstückes A grenzen drei nachbarn B,C,D, die dann jeweils B,C, 9m und D 9+5 m, also gesamt 32m grenzbauten verwirklichen könnten.

aus sicht der gemeinde und eines nachbarn soll für A gelten: "eine grundstücksgrenze" da fast gerade an B,C,D vorbei führend, also nur 9+5 m grenzanbau.

wäre ja eine eklatante benachteiligung für A


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BeitragVerfasst: 12.01.18, 20:15 
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FDR-Moderator

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soisrecht hat geschrieben:
wäre ja eine eklatante benachteiligung für A
Wieso? Erst einmal hat jedes Grundstück mehr als nur eine Grenzlinie (wird auch schwierig mit nur einen Linie eine Fläche zu bilden und runde Grundstücke gibt es nicht). Somit hat jeder normalerweise mind. 2 Nachbarn die jeweils das max. an Grenzbebauung durchführen dürfte. Das es jetzt hier 3 sind ist zwar ärgerlich, aber von Benachteiligung zu sprechen ist schon weit hergeholt.

_________________
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.
Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe


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BeitragVerfasst: 12.01.18, 22:54 
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Beiträge: 729
soisrecht hat geschrieben:
aus sicht der gemeinde und eines nachbarn soll für A gelten: "eine grundstücksgrenze" da fast gerade an B,C,D vorbei führend, also nur 9+5 m grenzanbau.

wäre ja eine eklatante benachteiligung für A


Ob es aus Ihrer Sicht eine Benachteiligung wäre spielt zunächst keine Rolle, da die gesetzliche Regelung eben so ist.
Viele Gesetze finden viele Leute eine Benachteiligung für sich selbst. Wie so oft ist es lediglich eine Frage der Sichtweise. Sie dürfen eben genauso viel Grenzbebauung errichten, wie Ihre Nachbarn auch, man könnte gerade das auch gerecht nennen.

Im Übrigen hat der Gesetzgeber gleichwohl eine Hintertür offen gelassen.
Nach Art. 63 BayBO darf die zuständige Behörde auf Antrag Abweichungen von jeder bauordnungsrechtlichen Vorschrift im Einzelfall zulassen, also auch von Art. 6 BayBO.
Voraussetzung wäre u.a. das Vorliegen einer atypische Situation, die der Gesetzgeber mit den geschaffenen Regelungen nicht vorhersehen bzw. regeln konnte. Nachbarliche und öffentliche Interessen wären dabei zu würdigen.

Die Gewährung einer Abweichung steht allerdings im Ermessen der Behörde. Sie müssten also die Behörde überzeugen, dass eine atypische Situation vorliegt und weder öffentliche, noch nachbarliche Interessen durch Ihre geplante Bebauung berührt wären.


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BeitragVerfasst: 21.01.18, 11:22 
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Beiträge: 6326
ktown hat geschrieben:
Wieso? Erst einmal hat jedes Grundstück mehr als nur eine Grenzlinie (wird auch schwierig mit nur einen Linie eine Fläche zu bilden und runde Grundstücke gibt es nicht). Somit hat jeder normalerweise mind. 2 Nachbarn die jeweils das max. an Grenzbebauung durchführen dürfte. Das es jetzt hier 3 sind ist zwar ärgerlich, aber von Benachteiligung zu sprechen ist schon weit hergeholt.


Wenn ich das richtig verstanden habe gibt es hier aber mindestens 5 Nachbarn :wink: Zu je mehr Nachbarn es eine Grenze gibt, desto mehr des eigenen Grundstücks kann Grenzbebaut werden. Man könnte sich ja jetzt vorstellen, dass an der 300m Grundstückslänge 15 Nachbarn mit jeweils 20 m breiten Grundstücken angrenzten. Dann dürften 135 m bebaut werden.
Ich würde aber trotzdem sehen, dass das Grundstück mit den 300m dann 15 +X Grenzen hätte.

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BeitragVerfasst: 21.01.18, 11:36 
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FDR-Moderator

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Na bei einem Grundstück mit einer Grundstücksseite die 300 m lang ist, da muss es sich schon um eine recht großes Grundstück handeln (um auch noch drauf bauen zu können). Wir reden hier also min. von 3600 m² und wir reden hier von etwas mehr als 10% an dieser Grenzlinie und von 5,13% der gesamten Grundstücksgrenze?
Nimmt man ein handelsübliches Grundstück von 625 m² und nur 3 Nachbarn die auch die 9m ausnutzen dürfen, dann liegen wir bei ca. 27% der gemeinsamen Grenzlinie.

Wer wird hier also mehr benachteiligt?

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BeitragVerfasst: 21.01.18, 19:59 
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Beiträge: 18
Der Begriff der Grundstücksgrenze wird immer vom Baugrundstück aus betrachtet. Ob eine Grenze nun 43m oder 300m lang ist, ist für die maximale Grenzbebauung unerheblich; es dürfen nur 9m+5m bebaut werden. Ab wann man von zwei Grenzen spricht, muss im Zweifel ein Gericht klären. Im Allgemeinen spricht man von zwei Grenzen, wenn ein Grenzabschnitt mehr als 45° abknickt.

Wenn man mehr Grenzbebauung will, kann man sein Grundstück ja teilen.


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