Wegerecht

Öffentliches und privates Baurecht, Bebauungsrecht, Nachbarrecht

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Wegerecht

Beitrag von Lexastheniker » 07.03.18, 19:42

Hallo,

für einen Privatweg soll ein Wegerecht eingetragen werden. Die Frage ist nun, wie weit dies gehen kann / darf / muss.

An dem Privatweg wohnen entlang des Weges mehrere Anlieger, außerdem ist zur Mitte hin der Zugang zum Garten eines am unteren Wegende wohnenden Anliegers. Offensichtlich ist es sinnvoll, dass dieser schonmal in seinen Garten kann- also sollte sein Wegerecht mindestens bis zum Gartentörchen gehen.

Nun wohnen weiter entlang des Wegs noch andere Anlieger (die der erste Anlieger ganz gut kennt und manchmal besucht) und ganz am anderen Ende der letzte Anlieger (den er nicht kennt und der womöglich kein Interess an einem Kontakt hat). Dieser letzte Anlieger will den Weg kaufen und es sollen für die übrigen Anlieger Wegerechte eingetragen werden.

Was für ein Wegerecht wäre für den unten wohnenden Anlieger sinnvoll bzw. am besten? Wahrscheinlich ja bis zum Ende des Weges, oder? Zwar wird er keinen oder kaum Gebrauch davon machen, aber es wäre wohl besser nach dem Motto "lieber zuviel als zuwenig".

Der kaufende Anlieger möchte aber nur bis zum Gartentörchen ein Wegerecht einräumen. Dann aber könnte der untere Anlieger ja -sehr streng genommen- nicht einmal mehr die darüber liegenden bekannten Anlieger besuchen, da das Wegerecht vorher endet.

Wie sollte man das am besten lösen?
Wie ist die Rechtslage?

hambre
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Re: Wegerecht

Beitrag von hambre » 07.03.18, 21:05

Dann aber könnte der untere Anlieger ja -sehr streng genommen- nicht einmal mehr die darüber liegenden bekannten Anlieger besuchen, da das Wegerecht vorher endet.
Das ist nicht der Fall. Ein Wegerecht zugunsten des jeweiligen Eigentümers von Grundstück 47/11 gilt auch für Besucher dieses Grundstücks. Wenn der untere Anlieger daher seinen Nachbarn besuchen möchte, dann nutzt er also das Wegerecht des Nachbarn und nicht sein eigenes. Ohne einen solchen Grund darf er jedoch nicht den oberen Teil des Weges nutzen.

Nicht ungewöhnlich in so einer Situation wäre jedoch, dass nicht jedes Wegerecht einzeln eingetragen wird, sondern in einem Vorgang ein Wegerecht zu Gunsten der Eigentümer der Grundstücke 47/11, 47/12, 47/13 usw. Das führt dann jedoch dazu, dass jeder Anlieger das gesamte Grundstück benutzen kann. Die Eintragung so eines gemeinsamen Wegerechtes ist dann ein Vorgang, der auch nur einmal Gebühren auslöst.

Da ein Wegerecht grundsätzlich schonend ausgeübt werden muss, ist jeder Anlieger ohnehin verpflichtet, das Wegerecht nicht für unnötige Fahrten zu nutzen. Einfach ohne Grund darf daher der unten liegende Anlieger auch dann nicht bis zum Ende des Weges fahren, wenn dessen Wegerecht für das gesamte Grundstück gilt.

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