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recht.de • Thema anzeigen - Berechnung der Fensteröffnung bei Vorbau
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BeitragVerfasst: 31.08.18, 12:46 
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Hallo,
ich poste das erste Mal und hoffe, dass ich alles richtig mache. Falls nicht, bitte nicht gleich hauen, sondern sagen, ich will es dann besser machen. ;)

Mein Problem:
Ich habe Probleme bei der Berechnung der Mindestgröße eines Fensters, wenn vor dem Fenster eine Art Laubengang ist, der den Zugang zur Wohnung gewährleistet.

Also mein fiktiver Fall:
Die Küche und ein Zimmer haben ein Fenster zu einem Durchgang, der dafür nötig ist um diese Wohnung überhaupt zu betreten. Der Durchgang ist nach oben und zur Seite geschlossen. Es fällt nur Licht durch zwei Öffnungen (Durchbrüche) hinein, die genau in der gleichen Größe sind wie die Fenster und genau auch davor sitzen.

Auszug aus der Landesbauordnung (LBauO M-V, § 47 Aufenthaltsräume):
Zitat:
Sie müssen Fenster mit einem Rohbaumaß der Fensteröffnungen von mindestens 1/8 der Netto-Grundfläche des Raumes einschließlich der Netto-Grundfläche verglaster Vorbauten und Loggien haben.

Ich habe eine "Bauzeichnung" gefertigt: http://fs1.directupload.net/images/180831/4gezxfhc.jpg

Meine Fragen dazu:
Welchen Bereich vom Laubengang muss ich zur Grundfläche des jeweiligen Raumes hinzurechnen?
Ist es der gesamte Laubengang (9m x 1m) oder nur der Teilbereich, der in der Breite vor dem Raum liegt?

Danke für eure Aufmerksamkeit!


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BeitragVerfasst: 31.08.18, 15:28 
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Nach meiner Rechtsauffassung ist nur die Laubenganggrundfläche zu berücksichtigen, die vor dem jeweils zu belichtenden und belüftenden Raum der Wohnung liegt. Sollte der Laubengang vor dem betreffenden Zimmer / Raum eine Breite von 1 m haben und die Fensterwandbreite des konkreten Zimmers 3,5 m breit sein, so wäre zur Grundfläche des Zimmers die Laubengangfläche von 1 x 3,5 m = 3,5 m² hinzuzurechnen. Alles Andere wäre nicht sachgerecht und oft auch gar nicht praktikabel.

Dieses gilt aber nur dann, wenn der Laubengang auch verglast ist / Fenster hat. Ist er hingegen nach außen offen, ist er überhaupt nicht zu berücksichtigen, sondern man geht allein von der Nettogrundfläche des Zimmers aus. Auf der verlinkten Bauskizze sind Fenster an der Außenwand des Laubengangs nicht ersichtlich, wenn die Skizze korrekt ist, bleibt die Laubengangfläche grundsätzlich außer Betracht.

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BeitragVerfasst: 06.09.18, 14:08 
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Danke für ihren Beitrag.
Das hat mir schon mal weitergeholfen.

Rohbaumaß vs. Fensterfläche netto
Übel aufgestoßen ist mir die Vorgabe, dass nach dem Rohbaumaß der Fenster gerechnet wird. Das ist leider lebensfremd, da die Fensterfläche (netto) je nach Aufbau vom Fenster (mehrere Sproßen, Unterteilung, Flügel, etc.), sowie Hersteller (Profilbreite vom Rahmen und Fenster) und vom Einbauer (je nach Abstand äußeres Fensterprofil zum Mauerwerk) sich stark unterscheiden.
In einem Fall hatte ich hier beim Einbau neuer Fenster bei gleichem Rohbaumaß einen Unterschied von -14% der Fensterfläche zu den alten Fenstern. Das bedeutet bei gleichem Rohbaumaß 14% weniger Licht. Und das ohne die Möglichkeit rechtlich eingreifen zu können.


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BeitragVerfasst: 07.09.18, 18:26 
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So lebensfremd ist das gar nicht, da diese Norm vordergründig den Zweck verfolgt, ein bestimmtes (Mindest-)Rohbaumaß sicherzustellen. Ihr Anknüpfungspunkt ist der Tageslichteinfall und die Vermutung, eine bestimmte Glasfläche korreliere immer mit einem bestimmten Tageslichteinfall, das trifft aber nicht zu. So liegt bei den zunehmend verwendeten 3-fach-Verglasungen der Tageslichteinfall allein schon wegen der dritten Glasscheibe (= mehr Glasstärke) um etwa 20 bis 30% niedriger, als bei einem Fenster mit identischer Nettoglasfläche und nur 2 Scheiben. Auch Schallschutzfenster haben wegen ihrer größeren Glasstärken einen verringerten Lichttransmissionsgrad.

Wenn aber nicht allein die Nettoglasfläche für den Lichteinfall maßgebend ist, sondern auch technische Eigenschaften des Glases, Glasbeschichtungen und Glasstärken, wird bereits erkennbar, daß sich über Bauvorschriften zur Fenstergröße ohnehin nicht sicherstellen läßt, daß sich ein ganz bestimmter Tageslichteinfall ergibt. Die von Ihnen genannten - 14% wären jedenfalls eine deutlich geringere Verminderung des Tageslichteinfalls, als sie zustande käme, wenn bei unveränderter Nettoglasfläche eine 2-fach-Verglasung im Interesse der Energieeinsparung durch eine 3-fach-Verglasung ersetzt würde. Das wird für die Zukunft sicherlich vorgeschrieben werden.

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BeitragVerfasst: 11.09.18, 16:26 
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Etienne777 hat geschrieben:
Dieses gilt aber nur dann, wenn der Laubengang auch verglast ist / Fenster hat. Ist er hingegen nach außen offen, ist er überhaupt nicht zu berücksichtigen, sondern man geht allein von der Nettogrundfläche des Zimmers aus.
und woher haben sie dieser Erkenntnis? Das Landesrecht unterscheidet da nicht.
Marie.Penshorn hat geschrieben:
Übel aufgestoßen ist mir die Vorgabe, dass nach dem Rohbaumaß der Fenster gerechnet wird.
Braucht es nicht. :wink: Dies hat ganz pragmatische Gründe. Das Rohbaumaß einer Fensteröffnung ist fest definiert und kann auch von jedem Laien nachgemessen werden. Würde das Landesrecht auf Nettoglasfläche abzielen, müsste der Antragssteller schon in der Phase des Bauantrages wissen welchen Fenstertyp er nehmen wird und dürfte davon auch nicht mehr abweichen oder es gäbe regelmäßig Streitigkeiten wie die Glasfläche und der definierte Lichteinfall zu berechnen wäre.

So wird das notwendige Verhältnis zwischen Nettogrundfläche und Rohbaumaß definiert und man hat hier definitiv für die vielen Variationen der Fensterarten mit einem entsprechenden Puffer Fläche hinzugefügt.

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BeitragVerfasst: 11.09.18, 19:19 
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ktown hat geschrieben:
woher haben sie dieser Erkenntnis?

Sie werden es nicht glauben, ich kann lesen!

§ 47 Abs. 2 S. 2 LBauO M-V hat geschrieben:
Sie müssen Fenster mit einem Rohbaumaß der Fensteröffnungen von mindestens 1/8 der Netto-Grundfläche des Raumes einschließlich der Netto-Grundfläche verglaster Vorbauten und Loggien haben.


Daraus folgt, was nicht verglast ist, ist entgegen dieser Norm NICHT bei der Ermittlung der Grundfläche zu berücksichtigen. Daß Sie da keine Unterscheidung zwischen verglast und nicht verglast im Landesrecht erkennen, tut mir leid.

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BeitragVerfasst: 11.09.18, 19:50 
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Diese Lesart ist jedoch nicht richtig. Die Verglasung bezieht sich nur auf die Vorbauten.

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BeitragVerfasst: 11.09.18, 22:59 
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Da erübrigt sich jeder weitere Kommentar. :lachen:

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BeitragVerfasst: 02.10.18, 16:58 
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Sprachlich unglücklich gelöst, da nicht eindeutig.
Eindeutig wäre "verglaste Vorbauten und verglaste sowie unverglaste Loggien"
Oder "Loggien und verglaste Vorbauten"
Ich kenne Loggien eigentlich nur ohne Glas und würde vermuten, es war Intention des Gesetzgebers, Loggien da mit einzubeziehen.


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BeitragVerfasst: 02.10.18, 17:38 
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Machen wir es nicht komplizierter als es ist. Ein Vorbau ragt deutlich aus dem Gebäude heraus, dazu zählen viele Balkone, Wintergärten und Veranden. Eine Loggia ragt in der Regel nicht oder nur unwesentlich aus dem Gebäude heraus, dazu zählen auch bestimmte Balkone, die wiederum verglast sein können, oder auch offen sind. Da jede Verglasung den Tageslichteinfall gegenüber einer fensterlosen Wandöffnung verringert, will der Gesetzgeber bei verglasten Vorbauten und Loggien deren Grundfläche bei der Berechnung der Fenstergröße des dahinterliegenden Wohnraumes berücksichtigt wissen, sonst aber nicht.

Nach den Regeln der Logik muß eine Fensteröffnung größer werden, wenn man bei deren Berechnung zusätzlich auch die Grundfläche des Vorbaus oder der Loggia einzubeziehen hat. Dieses trägt dem durch das zweite Fenster / die zweite Glasfront (in Vorbau oder Loggia) verminderten Lichteinfall im dahinterliegenden Wohnraum Rechnung, es schafft eine gewisse Kompensation. Hätte der Gesetzgeber grundsätzlich alle Vorbauten und Loggien bei der Ermittlung der Grundfläche mit einbezogen wissen wollen, so hätte sich die ausdrückliche Festlegung "verglaste ..." nicht nur erübrigt, sondern verboten.

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