Entwässerung über fremdes Grundstück

Öffentliches und privates Baurecht, Bebauungsrecht, Nachbarrecht

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gitta.
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Entwässerung über fremdes Grundstück

Beitrag von gitta. »

Ich habe hier einen fiktiven Sachverhalt und würde gerne eure Meinung dazu hören.

Frau A. erbt ein Grundstück mit einem Zweifamilienhaus.

Kurze Zeit später meldet die Mieterin Probleme mit der Entwässerung.

Eine Verstopfung wird von einer Sanitärfirma beseitigt. Eine weitere Untersuchung der Abwasserleitungen mittels Kamera wird angeraten.

Eine zweite Sanitärfirma ( die über eine entsprechende Kamera verfügt ) erscheint und prüft die auf dem Grundstück liegenden Übergabeschächte und
dabei stellt sich heraus, dass das Nachbarhaus an das Abwassersystem auf dem Grundstück angeschlossen ist.
Kurz vor dem öffentlichen Kanal ist ein Übergabeschacht, in dem beide Abwasserleitungen enden.

Frau A. lässt sich von der Stadtentwässerung die dortigen Zeichnungen von dem Kanalanschluss schicken. Danach werden die Rohrleitungen teilweise gemeinsam
genutzt. Ob das den tatsächlichen Örtlichkeiten entspricht, ist derzeit noch unklar.

Im Grundbuch ist lediglich ein Wegerecht zum hinteren Haus eingetragen, kein Leitungsrecht.

Wie sieht die Situation rechtlich aus.

Wie aus anderen Beiträgen ersichtlich, gibt es wohl keine Eindeutigkeit darüber, ob die Nutzung des Grundstücks von Frau A. geduldet werden muss ( weil es keinen andere Möglichkeit
zum Anschluss des hinteren Hauses an den öffentlichen Abwasserkanal gibt ).

Aber wie sieht es mit den Kosten z.B. für die Reinigung der Rohrleitungen aus, wenn nicht eindeutig festgestellt werden kann, wo genau die Verstopfung bestanden hat oder wenn, wie derzeit evtl. notwendig, ein neuer Übergabeschacht gesetzt werden muss und der rückwärtige Nachbar weigert sich, sich an den Kosten zu beteiligen, den Anschluss über ihr Grundstück stilllegen ?

Kann Frau A. den Wert der Nutzung ihres Grundstückes beziffern ( wie dies berechnen ? ) und hat sie einen Anspruch auf eine Nutzungsentschädigung ?

Viele Grüße aus Niedersachsen

Gitta.

ralph12345
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Re: Entwässerung über fremdes Grundstück

Beitrag von ralph12345 »

Auch ohne formelle Eintragung würde ich davon ausgehen, dass das rechtens ist, vermutlich haben sich die Vorbesitzer mal geeinigt. Sonst wäre das wohl nicht so entstanden. Ich würde zum Nachbarn marschieren und ihn informieren, dass die gemeinsame Leitung reparaturbedürftig ist und ihn fragen, ob er an der Abwicklung mitarbeiten will oder ob er nur die Rechnung haben möchte. (schriftlich fixieren!)

Ob er sich an der Rechnung beteiligt, würde ich überhaupt nicht in Frage stellen.

gitta.
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Re: Entwässerung über fremdes Grundstück

Beitrag von gitta. »

Ich würde eher davon ausgehen, dass ein Eintrag im Grundbuch über ein Leitungsrecht notwendig wäre, damit es rechtens ist.
Was mal irgendwann mit irgendwem abgesprochen wurde, ist wohl für den derzeitigen Besitzer nicht relevant, oder ?

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