Anbau zwischen zwei Anbauten

Öffentliches und privates Baurecht, Bebauungsrecht, Nachbarrecht

Moderator: FDR-Team

Antworten
m34
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 410
Registriert: 28.07.05, 15:29

Anbau zwischen zwei Anbauten

Beitrag von m34 » 01.09.19, 20:00

Hallo,

angenommen man habe ein Reihenmittelhaus. Die Nachbarn rechts und links hätten jeweils Anbauten. Man beabsichtige nun ebenfalls einen Anbau zu erstellen. Um den Anbau zu erstellen, muss zuerst ausgegraben werden.

Nach meinem Verständnis, dürfte keine Gefahr durch Einstürze der Nachbarhausanbauten zu erwarten seien, wenn bei den Anbauten alles richtig gemacht wurde. Was aber, wenn es nun doch zu Einstürzen kommt? Sind dann die jeweiligen Nachbarn für diese verantwortlich oder der Bauherr?

Danke vorab
Mike

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21569
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Anbau zwischen zwei Anbauten

Beitrag von ktown » 01.09.19, 21:58

m34 hat geschrieben:
01.09.19, 20:00
Was aber, wenn es nun doch zu Einstürzen kommt? Sind dann die jeweiligen Nachbarn für diese verantwortlich oder der Bauherr?
Grundsätzlich ist jeder für sein tun verantwortlich. Es steht jedem aber frei zu beweisen, dass er frei von Schuld ist.
Heißt: Kommt es zum Schaden der unmittelbar mit der Baumaßnahme zutun hat, gilt der Beweis des ersten Anscheins.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

MGH
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 413
Registriert: 07.01.05, 11:47
Wohnort: Region München

Re: Anbau zwischen zwei Anbauten

Beitrag von MGH » 02.09.19, 09:15

Wer direkt an anderen Bauwerken Änderungen vornimmt, z. B. auch den Boden abgräbt, muss erstmal Voruntersuchungen anstellen.
Dies kann (je nach Umfang der Maßnahme) eine Recherche zur geplanten Lage der Bauteile (insbes. Fundamante) sein, (Bestandsakten, Nachfrage bei Eigentümer, Baufirmen usw) als auch Sondierungen vor Ort (kleinflächige Aufgrabung um die tatsächliche Ausführung zu ermitteln, Probebohrung usw.).
Wer dies unterläßt und wenn dann Schäden entstehen (auch schon alleine Risse durch Setzungen) wird es schwer haben, die notwendige Sorgfalt belegen zu können.

Sich darauf zu verlassen, das die vorhandenen Anbauten (ggf schon vor Jahrzehnten) so gebaut wurden, das jetzt nachträglich der Nachbar (mit heutigen Vorgaben) selber bauen kann, ist deutlich zu kurz gegriffen.

Antworten