Bauverzögerung?!

Öffentliches und privates Baurecht, Bebauungsrecht, Nachbarrecht

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SanRom
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Bauverzögerung?!

Beitrag von SanRom » 21.10.19, 13:37

Hallo zusammen,

folgender fiktiver Fall:

A lässt von der Firma B sein Haus bauen. Alles funktioniert einwandfrei. Im Juli teilt ein Subunternehmer der Hausbaufirma dem A mit, dass die Verlegung der Elektrik erst Mitte September erfolgen kann bzw. wird. A nimmt dauraufhn Kontakt mit der Hausbaufirma B auf und teilt mit, dass die Mietwohnung zu Ende September gekündigt sei und eine Wartefrist von 3 Monaten schlicht und ergreifend nicht akzeptabel sei. So sah es die Hausbaufirma auch und bemühte sich um einen zeitnaheren Termin, was auch funktionierte.
Ende August wurde von der Sanitärfirma, ebenfalls ein Subunterehmen der Hausbaufirma, die Wärmepumpe mit Fußbodenheizung ins Betrieb genommen. Weitere Sanitärarbeiten könne man nicht durchführen, da es, nach Prüfung der Leitungen, angeblich ein Leck in der Kaltwasserversorgung im Hauptbad gäbe. Es würde sich aber eine Firma in den kommenden drei Tagen bei A melden, die solche Lecks sucht und findet. Nach einer Woche hält A Rücksprache mit der Sanitärfirma mit der Antwort, man sei da dran. Nach einer weiteren Woche kam ein Mitarbeiter der Sanitärfirma (keine gesonderte Leck - Such - Firma), der erneut eine Prüfung der Leitungen vornahm und mitteilte, dass alle Leitungen einwandfrei seien. A könne jetzt die restlichen Eckventile anbringen und den Sevice der Sanitärfirma benachrichtigen zwecks Endinstallation. Gesagt, getan! Nachdem A es nicht schaffte irgendwen ans Telefon zu bekommen (es ging einfach keiner ran) teilte er dem Projektleiter mit, dass man bereit sei und die Endinstallation getätigt werden könne vor allem mit Hinblick auf den Bezugstermin bzw. der gekündigten Mietwohnung zu Ende September. Der Projektleiter wollte sich kümmern. Eine weitere Woche verging und nichts passierte, keine Arbeiten, keine Rückmeldungen, nichts. A informiert die Hausbaufirma B um die Umstände, und teilte mit, dass man sich zum einen mit dem Vermieter auf eine Verlängerung des Mietverhältnisses bis Ende Oktober einigte UND, dass sich die Sanitärfirma einfach nicht meldet. Die Hausbaufirma wolle sich kümmern. Stand bis heute: Nichts passiert. A wartet noch immer!

Hat A ein Anrecht auf Schadensersatz (Verlängerung der Miete)?
Wenn ja, dann gegenüber der Hausbaufirma oder dem Subunternehmen?
Was kann A jetzt tun?

VG

SusanneBerlin
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Re: Bauverzögerung?!

Beitrag von SusanneBerlin » 21.10.19, 13:57

Hallo!

Ganz zu Anfang steht die Frage (haben Sie sicherlich bloß vergessen hinzuschreiben):
Welchen Fertigstellungstermin (Bezugsfertigkeit) hat A mit der Hausbaufirma B vereinbart?
Was kann A jetzt tun?
Der Hausbaufirma eine Frist zur Fertigstellung setzen.
Zuletzt geändert von SusanneBerlin am 21.10.19, 14:01, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße, Susanne

ExDevil67
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Re: Bauverzögerung?!

Beitrag von ExDevil67 » 21.10.19, 14:00

SanRom hat geschrieben:
21.10.19, 13:37
Was kann A jetzt tun?
Gucken mit er einen Vertrag hat und prüfen was konkret sein Vertragspartner ihm wann schuldet bzw was zu tu ist wenn der Vertragspartner nicht pünktlich leistet.

Vertragspartner dürfte einzig B sein und bevor sich A über Schadenersatz nachdenkt, wäre zu prüfen ob und ggf welchen Termin B definitiv als Übergabetermin zugesagt hat.

SanRom
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Re: Bauverzögerung?!

Beitrag von SanRom » 21.10.19, 14:03

Nach Rücksprache mit der Hausbaufirma wurde A bereits am Anfang mitgeteilt, dass es soetwas nicht mehr gibt, genauso wenig wie einen Zeitstrahl wann welche Gewerke abgearbeitet werden. Darum habe sich A selbst zu kümmern. So der "O"-Ton der Hausbaufirma...habe ich gehört. Da es seitens des Bauleiters und des seperat angeheuerten Baubegleiters darüber keine Widerworte gab, hat es A so hingenommen.

Ok, dann wird A nochmal Nachforschungen anstellen.

Tastenspitz
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Re: Bauverzögerung?!

Beitrag von Tastenspitz » 21.10.19, 14:11

Moment...
Sie beauftragen einen schlüsselfertigen Hausbau(?), haben einen Bauleiter und einen extra Baubegleiter und sollen sich trotzdem noch selber um die Gewerke und Handwerker kümmern?
OK.... :shock:
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

SusanneBerlin
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Re: Bauverzögerung?!

Beitrag von SusanneBerlin » 21.10.19, 14:13

SanRom hat geschrieben:
21.10.19, 14:03
Nach Rücksprache mit der Hausbaufirma wurde A bereits am Anfang mitgeteilt, dass es soetwas nicht mehr gibt,
Sie schreiben leider nicht besonders verständlich. Was gibt es nicht? Keinen Vertrag? Keinen Fertigstellungstermin? Überhaupt keine verbindlichen Termine?
Nun ja, wenn man das nicht gleich bei der Auftragserteilung in den Vertrag schreibt, lässt es sich später leider nicht mehr ändern, dass man sich auf die Prämisse "Es ist fertig, wenn es fertig ist" eingelassen hat.
Grüße, Susanne

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Re: Bauverzögerung?!

Beitrag von Zafilutsche » 21.10.19, 14:16

SanRom hat geschrieben:
21.10.19, 13:37
Was kann A jetzt tun?
Ist das so ein "Schlüsselfertigangebot" wo zwischendurch der Stab oder Hut des Bauherrn gewechselt wird?
Muß lt Vertrag der "A" sich um Terminkoordinierungen der verschiedenen Subunternehmen kümmern?
Merkwürdig dass die Sanitärfirma mit A Vereinbarungen trift, insbesondere wenn ungeplante Situationen entstehen oder entstanden sind. :roll:
Wer trägt die Verantwortung wofür? :wink:

SanRom
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Re: Bauverzögerung?!

Beitrag von SanRom » 21.10.19, 14:18

Ich versuchs mal aufzudröseln:

- Das Haus wird von der Hausbaufirma gestellt ohne Innenausbau ---> erledigt
- Sanitärinstallation (Verrohrung im Haus) wird ebenfalls über die Hausbaufirma gestellt ---> teilerledigt
- Elektro bis Endinstallation wird ebenfalls über die Hausbaufirma gestellt ---> erledigt
- Bodenplatte und später Estrich ebenfalls Hausbaufirma ---> erledigt

A hat sich um den restlichen Innenausbau zu kümmern. A hat im Grunde alles erledigt, lediglich die Santärgeschichte ist noch immer offen.

PS.: Ja, es ist ein Ausbauhaus und wie oben geschreben vertraglich so geregelt. Terminkoordinierung hat alles A zu erledigen. Aber was hilft es, wenn A regelt, sich aber die Subunternehmer nicht melden und nicht kümmern?!

SusanneBerlin
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Re: Bauverzögerung?!

Beitrag von SusanneBerlin » 21.10.19, 14:51

"Regeln" kann unter Umständen bedeuten, dass man demjenigen, von dem man etwas will, solange auf die Nerven geht (ihn notfalls auch persönlich abpasst und aufsucht), bis derjenige das erledigt, was er soll.

Niemand hat gesagt, dass "Chef-Sein" einfach ist.
Grüße, Susanne

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Re: Bauverzögerung?!

Beitrag von ktown » 21.10.19, 18:31

SanRom hat geschrieben:
21.10.19, 14:18
Sanitärinstallation (Verrohrung im Haus) wird ebenfalls über die Hausbaufirma gestellt ---> teilerledigt
Was ich jetzt noch nicht kapiert habe, welche Arbeiten hier der A als Zwischenschritt selbst ausführen musste und wieso?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: Bauverzögerung?!

Beitrag von Zafilutsche » 22.10.19, 08:53

Das Problem scheint ja tatsächlich zu sein, das weder ein Fixtermin im Vertrag steht, noch tatsächlich geplant ist. Ergo ein Bauabnahmetermin erst vereinbart wird, wenn der Bau fertig ist.
Also gibt es auch keine Regelungen/Vereinbarungen was passieren würde, wenn die Fertigstellung/Bauabnahme erst in 2 Jahren erfolgen wird.
Nach Rücksprache mit der Hausbaufirma wurde A bereits am Anfang mitgeteilt, dass es so etwas nicht mehr gibt, genauso wenig wie einen Zeitstrahl wann welche Gewerke abgearbeitet werden.
:shock:
Offenbar wird das virtuell abgenommene "Schlüsselfertige Haus" ja schon vor der tatsächlichen Bauabnahme/Fertigstellung verkauft. Ein Kaufvertrag ohne vereinbarten Liefertermin ist vielleicht kein so guter Vertrag. Wenn gleichzeitig kein Zahlungstermin vereinbart worden ist, gleicht sich das aber wieder aus :lol:

MGH
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Re: Bauverzögerung?!

Beitrag von MGH » 22.10.19, 11:24

Es gibt durchaus Verträge, bei denen fixe Termine vereinbart sind... die sind gar nicht so selten. Vor allem bei Bauherren, die schön öfters gebaut haben und daher manchmal solche Erfahrungen schon gemacht haben... Oft stehen da auch ganz appetitliche Vertragsstrafen mit drin.
Im Umkehrschluss wird dann aber von den Firmen dieses Risiko mit eingepreist. In der Folge ist der Billigste nicht immer der Beste.

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Re: Bauverzögerung?!

Beitrag von ktown » 22.10.19, 12:54

MGH hat geschrieben:
22.10.19, 11:24
In der Folge ist der Billigste nicht immer der Beste.
Ich korrigiere: In der Folge ist der Billigste meistens nicht der Beste. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: Bauverzögerung?!

Beitrag von Zafilutsche » 22.10.19, 14:09

@TE
mal unabhängig von dem geschlossenen bescheidenen (Kauf) Vertrag würde ich mir schon Gedanken machen im Hinblick einer theoretisch möglichen Mängelanzeige:
Ende August wurde von der Sanitärfirma, ebenfalls ein Subunterehmen der Hausbaufirma, die Wärmepumpe mit Fußbodenheizung ins Betrieb genommen.
Soweit ich verstehe wurde diese ja nicht in Betrieb genommen weil:
es, nach Prüfung der Leitungen, angeblich ein Leck in der Kaltwasserversorgung im Hauptbad gäbe
War die Prüfung fehlerhaft?
und
Weitere Sanitärarbeiten könne man nicht durchführen,
Können schon, aber sinnfrei und unnötig kostenträchtig wenn das System fehlerhaft (undicht) ist.
Nach einer weiteren Woche kam ein Mitarbeiter der Sanitärfirma (keine gesonderte Leck - Such - Firma ), der erneut eine Prüfung der Leitungen vornahm und mitteilte, dass alle Leitungen einwandfrei seien.
Hm- durch Handauflegen? Oder
vielleicht hat er die Prüfung nun anders (vielleicht jetzt korrekt :?: ) durchgeführt? Wer weiss, wer weiss :?:
Jedenfalls wenn die Leitungen nun Dicht ist, können die Leitungen nun mittels Fliesen, Putz, Estrich, Tapeten usw abgedeckt werden.
Wäre nur blöd wenn die Leitungen entgegen der Annahme einer Druckfestigkeit doch langsam Wasser verliert :oops:

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