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recht.de • Thema anzeigen - Angaben für den Polizeiarzt?
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 Betreff des Beitrags: Angaben für den Polizeiarzt?
BeitragVerfasst: 07.03.18, 16:19 
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Hallo zusammen,

ich habe eine Frage, die mich seit knapp 2 Wochen richtig wurmt.

Zur Vorgeschichte: Ich habe Ende Januar eine Zusage bei der Polizei erhalten und auch den Test beim Amtsarzt bestanden. Nach der Untersuchung musste ich noch einen Befund meiner Schilddrüse einreichen. Dieser Befund belegt, dass meine Schilddrüse ganz normal arbeitet und ich einmal die Woche eine Jodtablette einnehmen muss. Da keine Erkrankung der Schilddrüse vorliegt, wurde ich also polizeidiensttauglich.

Jetzt habe ich bei einer Kontrolluntersuchung aber erfahren, dass mittlerweile in meiner Schilddrüse ein paar kleine Knoten bis zu einer Größe von 7mm sind. Das sind wohl kleine Knoten und meine Blutwerte und die Größe meiner Schilddrüse waren top.

In den Unterlagen der Polizei steht, dass ich schwere Erkrankungen nachmelden muss.

Mir stellt sich jetzt die Frage, ob ich den neuen Befund nachreichen muss? Die Knoten selbst kann man nicht sehen und sind auch nicht über das Blut nachweisbar und die Wahrscheinlichkeit, dass die in den nächsten 10 Jahren auf einmal 3cm groß sind, ist auch sehr gering.

Was würdet ihr machen oder eventuell hat ja jemand schon Erfahrungen?

PS: Verschweige ich eigentlich etwas, weil sich ja an meiner Medikamentation, die ja bekannt ist, nichts geändert hat?

Wie ist hier die Rechtslage?


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 Betreff des Beitrags: Re: Angaben für den Polizeiarzt?
BeitragVerfasst: 07.03.18, 18:49 
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Beiträge: 3892
Huhu78 hat geschrieben:
Jetzt habe ich bei einer Kontrolluntersuchung aber erfahren, dass mittlerweile in meiner Schilddrüse ein paar kleine Knoten bis zu einer Größe von 7mm sind. Das sind wohl kleine Knoten und meine Blutwerte und die Größe meiner Schilddrüse waren top.

Handelt es sich denn dabei um eine schwere Erkrankung? Was sagt der Arzt dazu, der das festgestellt hat?

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Old Piper
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Behörden- und Gerichtsentscheidungen sind zwar oft recht mäßig, aber meistens rechtmäßig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Angaben für den Polizeiarzt?
BeitragVerfasst: 07.03.18, 19:29 
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Beiträge: 2601
Man wird am Tag der Einstellung nochmals untersucht und auch gefragt, ob es etwas neues gibt seit der letzten Untersuchung. Antwortet man da nicht wahrheitsgemäß, kann das auch noch später zur Entlassung führen.

Du bist tatsächlich mit der Einnahme einer Jodtablette tauglich geworden? Ich kenne es so, dass jegliche regelmäßige Tabletteneinnahme nicht akzeptiert wird; meine Kenntisse sind aber auch nicht mehr unbedingt auf dem neusten Stand. Ist der Polizei bekannt, dass Du regelmäßig Tabletten nehmen musst?


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 Betreff des Beitrags: Re: Angaben für den Polizeiarzt?
BeitragVerfasst: 07.03.18, 19:48 
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@OldPiper: Diese Knoten machen tatsächlich nichts, außer das sie da sind. Mit der Jodeinnahme wird ein Wachstum verhindert und im Regelfall wachsen diese Knoten auch ohne Tabletten nicht. Die Blutwerte sind komplett in Ordnung und es haben wohl viele Menschen solche Knoten ohne es zu wissen.

@Deputy: Ja das mit der Einstellungsuntersuchung ist eben die Frage. Es hat sich im Prinzip doch nichts geändert , weil ich meine Tabletten ja weiterhin einfach nehme. Die Polizei weiß davon und hat das anstandslos akzeptiert.


Ich kann mir nicht vorstellen, dass man da wirklich alles melden muss. Von sich aus kann der Amtsarzt jedenfalls nicht einfach so auf darauf kommen, dass ich Knoten habe. Weil sie nicht sichtbar und nicht im Blut nachweisbar sind.

Nur ich weiß halt nicht, ob so eine Änderung als „gravierend“ gilt und mitgeteilt werden muss.


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 Betreff des Beitrags: Re: Angaben für den Polizeiarzt?
BeitragVerfasst: 08.03.18, 09:14 
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Huhu78 hat geschrieben:
@OldPiper: Diese Knoten machen tatsächlich nichts, außer das sie da sind. Mit der Jodeinnahme wird ein Wachstum verhindert und im Regelfall wachsen diese Knoten auch ohne Tabletten nicht. Die Blutwerte sind komplett in Ordnung und es haben wohl viele Menschen solche Knoten ohne es zu wissen.

Damit beantwortest du deine Frage ja schon selber. Eingangs hast du geschrieben
Huhu78 hat geschrieben:
In den Unterlagen der Polizei steht, dass ich schwere Erkrankungen nachmelden muss.

Da offenbar keine schwere Erkrankung vorliegt, musst du auch nichts nachmelden.

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MfG
Old Piper
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 Betreff des Beitrags: Re: Angaben für den Polizeiarzt?
BeitragVerfasst: 08.03.18, 10:23 
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Vielen Dank schon mal.

Trotzdem habe ich halt ein bisschen Bammel davor, wenn es rauskommt und mir theoretisch dann eine Verbeamtung verwehrt wird. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass es jemals auffallen kann, aber man weiß ja nie.

Eine "deutliche Veränderung des Gesundheitszustandes" liegt bei mir zuimndest garantiert nicht vor.

Aber bei der Einstellungsuntersuchung wird man ja gefragt, ob sich etwas verändert hat. Welche Angabe muss ich dann da machen?
Ich nehme ja nach wie vor nur eine Tablette in der Woche. Es kann eben auch so gewesen sein, dass diese Knoten schon immer da waren, nur eben der eine halt 2mm gewachsen ist und deswegen erst sichtbar geworden ist.

Wie ist denn die Möglichkeit des Amtsarztes mir nachzuweisen, dass ich Kenntnis von den Knoten hatte?


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 Betreff des Beitrags: Re: Angaben für den Polizeiarzt?
BeitragVerfasst: 08.03.18, 10:28 
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Beiträge: 1695
Wieso habe ich eigentlich die ganze Zeit den Eindruck, dass Sie besser über Einschätzung und Verlauf etwaiger Erkrankungen Bescheid wissen als jeder Arzt...?


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 Betreff des Beitrags: Re: Angaben für den Polizeiarzt?
BeitragVerfasst: 08.03.18, 10:30 
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Beiträge: 2601
Wenn du selbst davon ausgehst, dass es bedeutungslos ist bzw es genau das ist dann melde es - auf der sicheren Seite bist du dann allemal.


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 Betreff des Beitrags: Re: Angaben für den Polizeiarzt?
BeitragVerfasst: 08.03.18, 10:31 
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Beiträge: 10117
Wohnort: Berlin
Warum spricht man nicht einfach mit dem zukünftigen Arbeitgeber über diese Fragen und macht sich stattdessen (unnötige) Gedanken über die Möglichkeiten des Verschweigens und dessen eventuelle Folgen? So ganz verstehe ich die Gedankengänge nicht. Zumal wenn die Medikation und der aktuelle Befund doch so unerheblich sind, wie behauptet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Angaben für den Polizeiarzt?
BeitragVerfasst: 11.03.18, 17:06 
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Beiträge: 1561
§ 12
Rücknahme der Ernennung

(1) Die Ernennung ist mit Wirkung für die Vergangenheit zurückzunehmen, wenn

1.sie durch Zwang, arglistige Täuschung oder Bestechung herbeigeführt wurde,2.nicht bekannt war, dass die ernannte Person wegen eines Verbrechens oder Vergehens rechtskräftig zu einer Strafe verurteilt war oder wird, das sie für die Berufung in das Beamtenverhältnis nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 als unwürdig erscheinen lässt,3.die Ernennung nach § 7 Abs. 2 nicht erfolgen durfte und eine Ausnahme nach § 7 Abs. 3 nicht zugelassen war und die Ausnahme nicht nachträglich erteilt wird oder4.eine durch Landesrecht vorgeschriebene Mitwirkung einer unabhängigen Stelle oder einer Aufsichtsbehörde unterblieben ist und nicht nachgeholt wurde.

(2) 1Die Ernennung soll zurückgenommen werden, wenn nicht bekannt war, dass gegen die ernannte Person in einem Disziplinarverfahren auf Entfernung aus dem Beamtenverhältnis oder auf Aberkennung des Ruhegehalts erkannt worden war.2Dies gilt auch, wenn die Entscheidung gegen eine Beamtin oder einen Beamten der Europäischen Gemeinschaften oder eines Staates nach § 7 Abs. 1 Nr. 1 ergangen ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Angaben für den Polizeiarzt?
BeitragVerfasst: 02.05.18, 07:41 
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Beiträge: 439
Jede dem Bewerber bekannte Gesundheitsbeeinträchtigung oder -störung ist anzuzeigen - die Bewertung dessen, ob unerheblich oder erheblich für den Dienst und die dauerhafte Dienstfähigkeitsprognose steht nicht dem Bewerber zu, sondern dem Dienstherrn - und wenn etwas verschwiegen wurde, dann später dem Gericht auf die Widerrufsverfügung wegen arglistiger Täuschung hin. Wenn Sie wissen, dass kleine Knötchen da sind, ist das eine potentielle Gesundheitsbeeinträchtigung, die der Amtsarzt zu bewerten hat und nicht der Bewerber selbst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Angaben für den Polizeiarzt?
BeitragVerfasst: 02.05.18, 09:21 
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Registriert: 05.12.04, 17:06
Beiträge: 15237
Auffallen kann es, wenn später deshalb eine Behandlung erforderlich wird und der Dienstherr über die Beihilfe die Kosten übernehmen soll. Bei einer chronischen Krankheit wäre der Beginn feststellbar anhand der Unterlagen des (vor-)behandelnden Arztes.


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