Krankenversicherung /Beamte

Moderator: FDR-Team

Antworten
wildente
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 45
Registriert: 24.06.07, 20:15

Krankenversicherung /Beamte

Beitrag von wildente »

Hallo,
besteht für einen Beamten die Möglichkeit aus seiner
jetzige Krankenversicherung auszutreten b. z. w in eine gesetzliche Krankenversicherung
zuwechseln? Vielen Dank..
Czauderna
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 335
Registriert: 07.05.19, 10:44

Re: Krankenversicherung /Beamte

Beitrag von Czauderna »

Hallo,
solange der Beamtenstatus Bestand hat, gibt es nach der derzeitigen Rechtslage keine Möglichkeit in die GKV zu wechseln.
Gruss
Czauderna
Chavah
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8847
Registriert: 06.02.05, 10:23

Re: Krankenversicherung /Beamte

Beitrag von Chavah »

Czauderna, bist du dir da sicher? Denn umgekehrt geht es doch. Ich musste seinerzeit nur den Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil tragen. Es sollte eigentlich funktionieren, nur übernimmt der AG nicht die Hälfte der Kosten.

Chavah
FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 20882
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Krankenversicherung /Beamte

Beitrag von FM »

Kommt darauf an, wie er bisher versichert war.

Wenn er noch nicht länger als 3 Monate Beamter ist, und vorher gesetzlich versichert war, wäre es denkbar.

Ansonsten nur mit riskanten Tricks.
ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6568
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Krankenversicherung /Beamte

Beitrag von ExDevil67 »

Ich meine Hamburg hat vor einigen Jahren eine Möglichkeit geschaffen das Beamte einmalig wählen können ob sie sich über die klassische Kombi Beihilfe/PKV versichern wollen oder eine Pauschale bekommen und damit z.B. den AG-Anteil in der GKV bestreiten. Ob und welche Länder ggf nachgezogen haben muss ich passen.
FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 20882
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Krankenversicherung /Beamte

Beitrag von FM »

Das SGB V ist Bundesrecht, da kann Hamburg nichts ändern.

Ich vermute die haben nur ihr eigenes Beihilferecht geändert, damit ein Zuschuss zu den GKV-Beiträgen gezahlt werden kann. Aber eben nur dann, wenn der Beamte in der GKV ist, was ihm der Senat nicht abweichend vom Bundesrecht ermöglichen kann. Denkbar wäre auch, dass sie eine eigene Versicherungsanstalt gegründet haben, die eben "wie eine Krankenkasse" arbeitet. Es gab ja auch mal eine Bayerische Beamtenkrankenkasse und eine Postbeamtenkrankenkasse (die aber eben keine Krankenkassen nach SGB V waren).
Czauderna
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 335
Registriert: 07.05.19, 10:44

Re: Krankenversicherung /Beamte

Beitrag von Czauderna »

Hallo
man kann die Frage nur so beantworten, wie sie gestellt wurde, von daher habe ich das mit den drei Monaten ausgeschlossen, wobei mich übrigens interessieren würde, wie das möglich sein könnte.
Auch dass bereits vor dem Beamtenstatus eine GKV-Versicherung bestanden hat, ist nicht bekannt.
Was Hamburg betrifft, so wurde das ja schon geschrieben. Das betraf die Beamten, die bereits in der GKV versichert waren, die konnten den "Arbeitgeberanteil" zur GKV wählen und haben dafür auf entsprechende Beihilfeansprüche verzichtet.
"Riskante Tricks" - da muss ich passen, da ich solche "riskante Tricks" ablehne und von daher auch keine Auskünfte dazu gebe.
@Chava - ja, da bin ich mir sicher - ein PKV-versicherter Beamter kann nicht in die GKV wechseln als Beamter, auch nicht in die Familienversicherung (falls dieses Thema noch kommen sollte). Das SGB V schließt Beamte vom Schutz dieses Gesetzbuches aus. Lediglich Beamte, die schon vor der Verbeamtung in der GV versichert waren (auch familienversichert) können als Beamte in der GKV verbleiben.
Umgekehrt, also von der GKV in die PKV geht natürlich.
Gruss
Czauderna
FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 20882
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Krankenversicherung /Beamte

Beitrag von FM »

Czauderna hat geschrieben: 13.09.21, 20:10 Hallo
man kann die Frage nur so beantworten, wie sie gestellt wurde, von daher habe ich das mit den drei Monaten ausgeschlossen, wobei mich übrigens interessieren würde, wie das möglich sein könnte.
§ 9 Abs. 2 SGB V. Wenn er z.B. bis Ende Juni 2021 gesetzlich versicherter Student war und seit 1.7. als Beamter in der PKV ist, kann er noch zurück.

Das diese Variante eher unwahrscheinlich ist, ist unbestritten. Wenn er schon länger Beamter ist, kaum noch möglich. Auch nicht in Hamburg.

Ein Trick wäre: die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis beantragen, eine gesetzlich versicherte Frau heiraten, und dann wieder die Verbeamtung beantragen (die dann aber abgelehnt werden könnte, deshalb riskant).
Blaise
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 870
Registriert: 12.02.05, 21:30

Re: Krankenversicherung /Beamte

Beitrag von Blaise »

FM hat geschrieben: 13.09.21, 21:18 …Ein Trick wäre: die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis beantragen, eine gesetzlich versicherte Frau heiraten, und dann wieder die Verbeamtung beantragen (die dann aber abgelehnt werden könnte, deshalb riskant).
Die Hamburger brauchen keine Tricks… statt raten, einfach mal nachlesen!
Blaise

**********************************************************************************************
Man muss die Tatsachen kennen, bevor man sie verdrehen kann (Mark Twain)
ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6568
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Krankenversicherung /Beamte

Beitrag von ExDevil67 »

Jein. Das hatten wir doch schon oben. Die landesgesetzliche Regelung für Hamburger Beamte regelt nur die Beziehung Beamte - Dienstherr, davon unberührt bleiben die bundesgesetzlichen Regelungen wer sich überhaupt unter welchen Bedingungen in der GKV versichern kann.
Interessant ist das Modell von Hamburg wohl vor allem, wie czauderna schon schrieb, für jemanden der neu verbeamtet wird, schon in der GKV war/ist und ggf wegen Vorerkrankungen in der PKV mit entsprechenden Beitragszuschlägen belegt wird.

Wobei es damals wohl auch Kritik aus anderen Bundesländern gab die auch in einem Punkt berechtigt war, nämlich das bei einem Wechsel des Dienstherren das nicht ganz so einfach wird. Entweder man zahlt dann als Beamter den GKV Beitrag komplett allein oder der Beitrag zur PKV steigt weil dort keine Rücklagen gebildet wurden.
hawethie
FDR-Moderator
Beiträge: 5617
Registriert: 14.09.04, 12:27

Re: Krankenversicherung /Beamte

Beitrag von hawethie »

Ist es nicht mehr möglich, sich freiwillig bei einer gesetzlichen KV zu versichern? Wäre mir neu.
(Altersbedingte Ausnahmen mal abgesehen)
Allerdings trägt man dann den AG und AN Teil des Beitrages komplett - in HH zahlt der Dienstherr, wie geschildert, dafür die pauschale Beihilfe - in anderen Bundesländern (z.B. NRW) ist das im Gespräch bzw. schon im Gesetzgebungsverfahren.
Was die beamtete Person dann allerdings mit der pauschalen Beihilfe macht, ist seine Sache, man bekommt halt nichts mehr im Einzelfall.
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.
ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6568
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Krankenversicherung /Beamte

Beitrag von ExDevil67 »

hawethie hat geschrieben: 14.09.21, 07:56 Ist es nicht mehr möglich, sich freiwillig bei einer gesetzlichen KV zu versichern? Wäre mir neu.
(Altersbedingte Ausnahmen mal abgesehen)
Doch das ist im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten möglich. Z.B. für jemanden der aus der Privatwirtschaft mit bestehender GKV-Mitgliedschaft in den öD wechselt und dort direkt verbeamtet wird, der kann in den Bundesländern mit entsprechender Wahlmöglichkeit sich weiter freiwillig in der GKV versichern und bekommt den halben Beitrag von seinem Dienstherren als pauschale Beihilfe gezahlt.

Was aber wohl nicht geht ist sich nach vielen Jahren als Beamter zu überlegen ich wechsele aus der Beihilfe/PKV-Kombi in die GKV. Schlicht wohl weil die Bedingungen für eine freiwillige Mitgliedschaft in der GKV nicht gegeben sind.
Chavah
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8847
Registriert: 06.02.05, 10:23

Re: Krankenversicherung /Beamte

Beitrag von Chavah »

@ havethie, das war ja auch meine Überlegung. Man muss dann allerdings auch den AN- und den AG-Anteil zahlen, ist also nicht so ganz preiswert. Ich war seinerzeit vorher weder privat versichert, noch in einer Familienversicherung. Also gar nicht versichert. Konnte mich dann freiwillig in der GKV versichern, und bekam zusätzlich, also quasi aufstockend, über die Beihilfe die Kosten erstattet, die die GKV nicht bezahlte.

War eigentlich eine sinnvolle Regelung.

Chavah
Czauderna
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 335
Registriert: 07.05.19, 10:44

Re: Krankenversicherung /Beamte

Beitrag von Czauderna »

Hallo,
Ich war seinerzeit vorher weder privat versichert, noch in einer Familienversicherung.
schwer vorstellbar, seit Geburt nie krankenversichert oder vorher nicht in Deutschland wohnhaft ?
Gruss
Czauderna
Chavah
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8847
Registriert: 06.02.05, 10:23

Re: Krankenversicherung /Beamte

Beitrag von Chavah »

Doch, war damals gar nicht so unüblich. Es gab keine Versicherungspflicht, die Eltern fielen auch durchs Raster, sie benötigten auch keine Versicherung. Es war seinerzeit Usus, dass Ärzte sich untereinander gratis behandelten, auch die Familie. Lief auch noch während meines Studiums so. Kein Problem gewesen.

Chavah
Antworten