Ist "umknicken" ein Dienstunfall?

Moderator: FDR-Team

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baderin
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Ist "umknicken" ein Dienstunfall?

Beitrag von baderin »

Hallo,

Angenommen ein Lehrer knickt während der Pausenaufsicht - als er schnell zu einem Schüler möchte - auf dem Schulhof ohne weitere äußere Einflüsse um.
Ist das ein Dienstunfall? Wo kann ich nachlesen, was als Dienstunfall gilt?

Vielen Dank für Tipps und Antworten,

Baderin

Ronny1958
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Re: Ist "umknicken" ein Dienstunfall?

Beitrag von Ronny1958 »

Hallo,

falls er Pausenaufsicht hatte, gilt das wohl als Dienstunfall.

Nachzulesen in § 31 BeamtVG (oder der vergleichbaren landesrechtlichen Regelung).
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

was_guckst_du
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Re: Ist "umknicken" ein Dienstunfall?

Beitrag von was_guckst_du »

..selbst wenn er auf dem Weg zur (Schul)Toilette umgekickt wäre, wäre es ein Dienstunfall...

alana4
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Re: Ist "umknicken" ein Dienstunfall?

Beitrag von alana4 »

könnte aber daran scheitern, dass es kein "Unfall" war.
Denn im im bereits genannten § heißt es:

"Dienstunfall ist ein auf äußerer Einwirkung beruhendes, plötzliches, örtlich und zeitlich bestimmbares, einen Körperschaden verursachendes Ereignis,........" Unterstreichung von mir. Und eine "äußere Einwirkung" ist ja laut TE nicht gegeben gewesen.

Gleichwohl würde ich diesen Unfall dem Dienstherrn/Arbeitgeber entsprechend melden. Ebenso ggf. der privaten Unfallversicherung.
Was dann wie anerkannt wird oder nicht, wird man dann sehen.

baderin
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Re: Ist "umknicken" ein Dienstunfall?

Beitrag von baderin »

Vielen lieben Dank für die Antworten.

Dann werde ich mal sehen....

was_guckst_du
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Re: Ist "umknicken" ein Dienstunfall?

Beitrag von was_guckst_du »

..das "äussere Ereignis" ist der unebene Schulhofboden oder im Toilettenfall der glatte Fußboden...ist alles eine Sache der Argumentation...

mecki111
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Re: Ist "umknicken" ein Dienstunfall?

Beitrag von mecki111 »

Hallo zusammen,

das Umknicken auf der Toilette dürfte wohl eher kein Dienstunfall sein, weil der Toilettengang eher kein Dienst um Sinne der Unfallversicherung ist. Hierzu gibt es meines Wissens mindestens ein Urteil. Umknicken einer Lehrkraft auf dem Pausenhof ist jedenfalls dann ein Dienstunfall, wenn sie als Pausenaufsicht eingeteilt ist.

VG
Mecki

alana4
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Re: Ist "umknicken" ein Dienstunfall?

Beitrag von alana4 »

was_guckst_du hat geschrieben:..das "äussere Ereignis" ist der unebene Schulhofboden oder im Toilettenfall der glatte Fußboden...ist alles eine Sache der Argumentation...

Dann muss aber auch genau so dargestellt werden.
Und im Beitrag heißt es: "auf dem Schulhof ohne weitere äußere Einflüsse "
Und die unfallverursachende "Unebenheit" sollte auch tatsächlich gegeben sein.

Im Übrigen ist das ja nur von (größerer) Bedeutung, wenn wegen des Unfalles bleibende Schäden (Verletzungsfolgen) zu erwarten sind.
Ein einfaches "Umknicken" tut zwar eine Weile weh, die eher leichten Verletzungen heilen aber über kurz oder lang und hinterlassen keine bleibenden Schäden.

delme1
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Re: Ist "umknicken" ein Dienstunfall?

Beitrag von delme1 »

... könnte aber von Bedeutung sein im Beihilferecht

Roderik
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Re: Ist "umknicken" ein Dienstunfall?

Beitrag von Roderik »

Das ist eine Frage der Behörde, die die Kosten übernimmt.

Bei einem anerkannten Dienstunfall werden die Kosten vollständig vom Dienstherrn übernommen (=> Unfallfürsorge), d.h. die Rechnungen brauchen (und dürfen) nicht mehr bei der PKV eingereicht (zu) werden. Die Beihilfe und die PKV bleiben so außen vor.
Ist es kein Dienstunfall, so übernimmt die Beihilfe regulär anteilig zum entsprechenden Beihilfesatz die Kosten. Den Rest muss man dann bei der PKV einreichen.
Im Einzelfall kann es sein, dass wenn man bei der PKV und der Beihilfe im laufenden Kalenderjahr "schadensfrei" war, man ggf. je nach Höhe der Rechnungen zum einen seine Beitragsrückerstattung verliert und darüber hinaus noch - z.B. in NRW - die Kostendämpfungspauschale zahlen muss bzw. diese von der gewährten Beihilfe abgezogen wird.

Insofern kann es bei aufwändigeren Verletzungen durchaus von Belang sein, ob es sich um einen anerkannten Dienstunfall oder um persönliches Pech handelt.

Gruß
Roderik

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