Laufbahnbefähigung Regierungsrat

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HansPeter_Forum
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Laufbahnbefähigung Regierungsrat

Beitrag von HansPeter_Forum » 19.06.17, 19:50

Hallo zusammen,

ich habe einen vielleicht etwas seltsamen hypothetischen Fall:

Stellen wir uns vor, wir bewerben uns in NRW auf eine Stelle, die neben den inhaltlichen Beschreibungen folgende Hinweise enthält:

Stelle als Referent
- bis A 14 LBesO bzw. entsprechende tarifrechtliche Einstufung
- Fachliches Anforderungsprofil: Lehramtsbefähigung für eine der Lehrerinnen- oder Lehrerlaufbahnen gemäß § 50 Ziffer 8 bis 12 Laufbahnverordnung NRW

Diese Stelle wird jemandem, Person A, nach Durchlaufen des Bewerbungsverfahrens angeboten, allerdings mit dem Hinweis, dass sie dort nicht verbeamtet werden könne. Dies wurde wie folgt erklärt: Die Behörde könne nur die Laufbahn Regierungsrat anbieten, nicht die eines Studienrats (das ist durchaus logisch, wenn man das Tätigkeitsfeld betrachtet), dafür erfülle aber Person A die Voraussetzungen nicht. Ihr fehle leider ein wissenschaftlicher, nicht-technischer Hochschulabschluss.

Person A hat nämlich folgende Abschlüsse: ein 1. und 2. Staatsexamen für Sek II (auch ein Dr. phil ist vorhanden, aber überhaupt relevant?).

Somit steht die Option im Raum als Angestellter (TV-L EG 14) eingestellt zu werden und einen wissenschaftlichen Hochschulabschluss zu erwerben, um dann verbeamtet (A13) zu werden.

Ich frage mich in diesem Kontext - wie ist die Rechtslage bezüglich:
1) Was genau sind denn in NRW die Voraussetzungen für die Laufbahn Regierungsrat?
2) Ist ein Lehramtsstudium mit einer Regelstudienzeit von 9 Semestern grundsätzlich nicht wissenschaftlich?
3) Ist es alsdann sinnvoll einen beliebigen Master of Arts zu erwerben, um die Voraussetzungen zu erfüllen, aka. die Laufbahnbefähigung zu erwerben?
4) Kann die wissenschaftliche Befähigung nicht über die Promotion "unter Beweis" gestellt werden?
5) Was übersehe ich bzw. welche Möglichkeiten gibt es (noch)?

Ich freue mich sehr, diesen theoretischen Fall zu diskutieren und ggf. Verweise auf entsprechende Stellen oder Möglichkeiten zu erfahren. Sollten dazu noch Informationen fehlen, denke ich mir diese natürlich gerne aus.

Vielen Dank im Voraus und viele Grüße
Hans

Hans Speicher
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Re: Laufbahnbefähigung Regierungsrat

Beitrag von Hans Speicher » 20.06.17, 18:28

Hallo Hans,

da hast Du Dir ein komisches Beispiel ausgedacht :roll:

§ 50 Ziffer 8 - 10 LVO gibt es nämlich nicht (mehr).

Wenn fachliches Anforderungsprofil die Lehramtsbefähigung voraussetzt, kann im Bewerbungsverfahren nicht die "Laufbahn" eines Regierungsrates angeboten werden.

Nach § 6 LBG ist für die Laufbahngruppe 2 zweites Einstiegsamt ein mit einem Masteregrad abgeschlossenes, geeignetes Hochschulstudium oder
ein gleichwertiger Abschluss an einer Universität, einer techn. Hochschulde oder einer anden gleichstehenden Hochschule Voraussetzung. Damit ist die Laufbahnbefähigung erworben (vgl. § 4 Abs. 1 Nr. 1 LVO).

Da es sich um eine Laufbahn mit Vorbereitungsdienst handelt, ist eine Referendarzeit von zwei Jahren zu absolvieren ( §15 Abs. 1 Nr. 2 LVO), der mit der zweiten Prüfung (Staatsprüfung) abschließt.

Einzelheiten dazu:
Verordnung
über die Ausbildung und Prüfung
für Bewerberinnen und Bewerber der Laufbahn
des höheren allgemeinen Verwaltungsdienstes
mit einem abgeschlossenen Studium
der Wirtschafts-, Verwaltungs-
oder Sozialwissenschaften
- (VAP höh allg VD) -

Hans

HansPeter_Forum
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Re: Laufbahnbefähigung Regierungsrat

Beitrag von HansPeter_Forum » 27.06.17, 15:30

Hallo Hans,

Vielen Dank für eine Überlegungen.

In diesem Fallbeispiel liegt durchaus die Befähigung für den höheren Dienst vor, das bestreitet auch niemand.
Als Angestellter bspw. wäre die Einstufung TV-L EG 14 - damit erkennt die Behörde das ja auch an.

Die Frage in diesem Kontext ist jetzt, wie käme jemand dann noch an eine Verbeamtung.

Die Behörde empfiehlt bei diesem Beispiel ein wissenschaftliches Studium bzw. genauer einen Master of Arts mit beliebiger Fachlichkeit.

Fraglich wäre an der Stelle, ob andere das auch so sehen.
Ich könnte mir vorstellen, dass es andere (einfachere) Wege gibt oder noch viel gravierender, dass der "Master-Weg" ein Holzweg sein könnte.

Ich freue mich über weitere Gedanken!
Viele Grüße
Hans

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