Pflicht, sich beleidigen zu lassen ?

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Altbauer
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Pflicht, sich beleidigen zu lassen ?

Beitrag von Altbauer » 30.07.17, 10:22

Fra A ist Lehrerin

In ihrer Sprechstunde erscheint Herr B, der mit den Zensuren seiner Tochter nicht zufrieden ist.
Frau A erklärt die Notenfindung (korrekt nach den Maßgaben des jew. Bundeslandes)

Herr B sieht dies nicht ein und wird massiv.
- Er bezeichnet Frau A als völlig unfähig
- Er bezeichnet Frau A als Alkoholikerin
- Er behauptet, dass Frau A seiner Tochter willkürlich schlechte Zensuren erteilt hätte.

Frau A reicht es! Zumindest die zweite Unterstellung stellt nämlich ein Dienstvergehen (evtl. sogar eine Straftat) dar.
Frau A erklärt das Gespräch für beendet und verlässt das Besprechungszimmer.

Herr B stürmt zum Schulleiter und beschwert sich u.a. über den Abbruch der Besprechung.

Der Schulleiter bestellt Frau A zu sich und kritisiert sie :
Frau A hätte das Gespräch nicht abbrechen dürfen. Das Elterngespräch sei ein Elternrecht, das zu gewähren sei.
Auch dann, wenn der Vater B die Lehrerin eines Dienstvergehens bezichtigen würde.
Denn erteilt der Schulleiter Frau A eine Dienstanweisung, dass sie ein Elterngespräch nicht mehr abbrechen dürfe.
(Ausnahme : Unterrichtsbeginn für Frau A / Evtl. reine mehrfache Wiederholung von Fragen und Argumenten )
Der Schulleiter begründet seine Anweisung u.a. damit, dass Polizisten (auch Beamte) sich z.B. beim Einsatz bei
Demonstrationen noch ganz andere Sachen gefallen lassen müssten.

Frage:
Ist der Schulleiter mit seiner Anweisung (und der Begründung) im Recht?
Muss sich Frau A die Unterstellung eines Dienstvergehens und die Titulierung "Alkoholikerin" gefallen lassen und das Elterngespräch dennoch fortsetzen?

Hinweis :
Statt einer Lehrerin hätte ich auch für den konstruierten Fall eine Situation auf dem Sozialamt wählen können,
oder bei der Baugenehmigungsbehörde oder .......

Dieter_Meisenkaiser
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Re: Pflicht, sich beleidigen zu lassen ?

Beitrag von Dieter_Meisenkaiser » 30.07.17, 10:54

Altbauer hat geschrieben:Statt einer Lehrerin hätte ich auch für den konstruierten Fall eine Situation auf dem Sozialamt wählen können,
oder bei der Baugenehmigungsbehörde oder .......
Wieso, sitzen im Sozial- und Bauamt ausschließlich Beamte?

winterspaziergang
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Re: Pflicht, sich beleidigen zu lassen ?

Beitrag von winterspaziergang » 30.07.17, 11:04

Altbauer hat geschrieben:F

Der Schulleiter bestellt Frau A zu sich und kritisiert sie :
Frau A hätte das Gespräch nicht abbrechen dürfen. Das Elterngespräch sei ein Elternrecht, das zu gewähren sei.
Auch dann, wenn der Vater B die Lehrerin eines Dienstvergehens bezichtigen würde.
Denn erteilt der Schulleiter Frau A eine Dienstanweisung, dass sie ein Elterngespräch nicht mehr abbrechen dürfe.
Wenn der Vater das Recht wahrnimmt und Stunden später immer noch Redebedarf hat, dürfe das kaum mit dem Elternrecht zu begründen sein.
Die Lehrkraft könnte sie mit dem Dienstherren und notfalls einer übergeordneten Stelle klären, wann ein Gespräch als beendet gilt und wann das Elternrecht endet.
(Ausnahme : Unterrichtsbeginn für Frau A / Evtl. reine mehrfache Wiederholung von Fragen und Argumenten )
aber dann ist doch alles klar- das ist laut Sachverhalt passiert
Der Schulleiter begründet seine Anweisung u.a. damit, dass Polizisten (auch Beamte) sich z.B. beim Einsatz bei
Demonstrationen noch ganz andere Sachen gefallen lassen müssten.
Nun, die Lehrkraft muss sich das nicht gefallen lassen. Sie kann die Fragen beantworten, nach weiteren Fragen fragen und bei Beginn der Beleidigungen doch auf das "Wiederholen von Fragen und Argumenten" verweisen.
Frage:
Ist der Schulleiter mit seiner Anweisung (und der Begründung) im Recht?
Muss sich Frau A die Unterstellung eines Dienstvergehens und die Titulierung "Alkoholikerin" gefallen lassen und das Elterngespräch dennoch fortsetzen?
Frau A sollte sich nicht so sehr auf das Thema Beleidigung und mehr auf das Thema Elternrecht und Elterngespräch fokussieren. Wenn der besagte Vater keine Fragen mehr hat, alles durchgesprochen ist und nun nur noch Unsachlichkeiten kommen, kann sie laut Anweisung das Gespräch beenden- nicht abbrechen.

Ansonsten lassen sich Pflichten und Berufsrisiken von verschiedenen Beamten sicher nicht vergleichen.

Den Vater selbst kann sie ja bitten, seine Überlegungen schriftlich mitzuteilen und darüber informieren, dass man sich rechtliche Schritte offenhalten wird. Das zweite ist kein Dienstvergehen, sondern eine Rufschädigung.

Deputy
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Re: Pflicht, sich beleidigen zu lassen ?

Beitrag von Deputy » 30.07.17, 11:40

Mal ganz abgesehen vom Schulrecht: wenn einem Polizisten vom Bürger so etwas in einem Gespräch vorgeworfen wird, dann ist das Gespräch ganz schnell beendet. Je nach Sachverhalt gibts noch eine Identitätsfeststellung und eine Anzeige wegen Beleidigung, aber das Gespräch ist beendet. Und genau das passiert auch regelmäßig auf Demos.

Ob beendet oder abgebrochen ist dabei irrelevant, ebenso was der Bürger davon hält.

Die Schulleiterin sollte nicht über das Verhalten anderer Berufsgruppen philosophieren, von dem sie ganz offensichtlich keine Ahnung hat.

Altbauer
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Re: Pflicht, sich beleidigen zu lassen ?

Beitrag von Altbauer » 30.07.17, 12:05

Dieter_Meisenkaiser hat geschrieben:Wieso, sitzen im Sozial- und Bauamt ausschließlich Beamte?
Nö. Bei den Lehrern gibt es übrigens auch Angestellte.

Ich kann ja gerne einen Parallelfall mit einem Nicht-Beamten erfinden und im Arbeitsrecht posten .
Ich denke, das mach ich.

Bis gleich also.
Ihr Altbauer

P.S.
Möchten Sie einen Keks ?

Dieter_Meisenkaiser
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Re: Pflicht, sich beleidigen zu lassen ?

Beitrag von Dieter_Meisenkaiser » 30.07.17, 12:46

Altplenker hat geschrieben:Bei den Lehrern gibt es übrigens auch Angestellte.
Sie selbst haben die Lehrerin aber als Beamte bezeichnet. Wenn Ihnen nicht klar ist, dass Beamte andere Rechte und Pflichten als Angestellte haben, dann sollten Sie erst mal Recherche betreiben.
Altplenker hat geschrieben: Der Schulleiter begründet seine Anweisung u.a. damit, dass Polizisten (auch Beamte) sich z.B. beim Einsatz beiDemonstrationen noch ganz andere Sachen gefallen lassen müssten.

Altbauer
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Re: Pflicht, sich beleidigen zu lassen ?

Beitrag von Altbauer » 30.07.17, 12:59

Keinen Keks ?
Plenk .

SusanneBerlin
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Re: Pflicht, sich beleidigen zu lassen ?

Beitrag von SusanneBerlin » 30.07.17, 13:05

Sind Sie jetzt beleidigt, weil sich nicht jeder in demselben Maße für Ihre abstrusen Fälle interessiert wie Sie selber?
Grüße, Susanne

Altbauer
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Re: Pflicht, sich beleidigen zu lassen ?

Beitrag von Altbauer » 30.07.17, 13:14

SusanneBerlin hat geschrieben:Sind Sie jetzt beleidigt,
Nö, eigentlich eher amüsiert.
SusanneBerlin hat geschrieben:weil sich nicht jeder in demselben Maße für Ihre abstrusen Fälle interessiert wie Sie selber?
Wenn ein häufig in Schulen vorkommendes Ereignis abstrus sein soll ......

Und : Wenn Meisenkaiser sich so gar nicht interessieren würde, dann würde er doch gar nicht teilnehmen !?

SusanneBerlin
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Re: Pflicht, sich beleidigen zu lassen ?

Beitrag von SusanneBerlin » 30.07.17, 13:35

Wenn ein häufig in Schulen vorkommendes Ereignis abstrus sein soll ......
Das mag auf schlechte Noten zutreffen.

Aber dass Schuldirektoren häufig vorkommen, die den Lehrerinnen ihrer Schule sagen, sie sollen wenn ein Elternteil sie als "unfähig" und "Alkoholikerin" bezeichnet das Gespräch weiterführen als ob nichts gewesen wäre, weil einem Polizist im Einsatz auf einer Demo könne das auch passieren, das wage ich zu bezweifeln.
Grüße, Susanne

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Re: Pflicht, sich beleidigen zu lassen ?

Beitrag von Altbauer » 30.07.17, 13:58

Liebe SusanneBerlin

Verkämpfen wir uns doch nicht, ob ein extra für das Forum konstruierter Fall wirklich häufig ist, oder nicht.
Mit Sicherheit haben Sie selbst sich zuweilen schon gefragt : "gibt es denn sowas ?" .
Aber erlebt haben Sie es eben doch!

Bleiben wir doch ganz einfach bei der Fragestellung, ob der Schulleiter mit seiner Position im Recht ist.


Herzlich Grüße
Altbauer

Dieter_Meisenkaiser
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Re: Pflicht, sich beleidigen zu lassen ?

Beitrag von Dieter_Meisenkaiser » 30.07.17, 14:13

Altplenker hat geschrieben:Wenn ein häufig in Schulen vorkommendes Ereignis abstrus sein soll ......
Abstrus ist eher Ihre Phantasie, die abstrusen Ereignisse kämen an Schulen häufig vor, zumal Sie offenkundig kaum mit Schulen zu tun haben.

Altbauer
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Re: Pflicht, sich beleidigen zu lassen ?

Beitrag von Altbauer » 30.07.17, 14:25

Dieter_Meisenkaiser hat geschrieben:.
Hallo Dieter !

Keks ?

ktown
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Re: Pflicht, sich beleidigen zu lassen ?

Beitrag von ktown » 30.07.17, 15:03

Da es hier relativ zügig in Beleidigungen ausartet, mache ich mal zu.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

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