Welcher nächste Schritt nach zurückgewiesener Remonstration?

Moderator: FDR-Team

Antworten
blalaber
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 51
Registriert: 05.05.12, 19:26

Welcher nächste Schritt nach zurückgewiesener Remonstration?

Beitrag von blalaber »

Hallo,

es geht um die Selbsttests, die in NRW in den Schulen unter der Aufsicht der Lehrerschaft durchgeführt werden sollen. Unser halbes Kollegium hat remonstriert (vgl. z.B. https://forenregelnbeachten.de), was wie erwartet zurückgewiesen wurde. Welches wäre jetzt der nächste Schritt? Bei der Gewerkschaft läuft eine Anfrage, wir hätten aber gerne mehrere Einschätzungen.
Zuletzt geändert von ktown am 06.04.21, 14:33, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Link korrigiert
hawethie
FDR-Moderator
Beiträge: 5530
Registriert: 14.09.04, 12:27

Re: Welcher nächste Schritt nach zurückgewiesener Remonstration?

Beitrag von hawethie »

Wenn die Remonstration zurückgewiesen wurde, hat man der dienstlichen Anordnung Folge zu leisten.
Wenn die Anordnung einen VA darstellt, käme die Klage in Betracht - wobei die Anordnung jedoch bis zur Entscheidung durchzuführen ist.

(Ich amüsier mich köstlich über Punkt 2: das erste Mal, das Lehrer zugeben, zu b...d zu sein, eine einfach Handlung vorzunehmen, die nach der Beschreibung jeder, der Lesen kann problemlos durchzuführen in der Lage ist.)
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.
blalaber
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 51
Registriert: 05.05.12, 19:26

Re: Welcher nächste Schritt nach zurückgewiesener Remonstration?

Beitrag von blalaber »

hawethie hat geschrieben: 06.04.21, 14:30 (Ich amüsier mich köstlich über Punkt 2: das erste Mal, das Lehrer zugeben, zu b...d zu sein, eine einfach Handlung vorzunehmen, die nach der Beschreibung jeder, der Lesen kann problemlos durchzuführen in der Lage ist.)
Geschenkt, allerdings geht das am Punkt vorbei: Ich kann auch mit Motorsäge und Wackerhammer umgehen, trotzdem würde ich mich dagegen verwahren, dass das Ministerium Liegenschaftspflege zur Aufgabe der Lehrer macht.
ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 25526
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Welcher nächste Schritt nach zurückgewiesener Remonstration?

Beitrag von ktown »

Gegenfrage: Was sind die die Aufgaben und Pflichten eines Lehrers und welchen Umfang dürfen die Nebenpflichten eines Lehrers sein um seine Aufgabe bzw. Pflichten umsetzen zu können?
Das dazu nicht grundsätzlich Motorsäge und Wackerhammer gehören (außer man ist in einer entsprechenden Schule tätig) wird wohl jedem klar sein. Nur mir scheint, dass hier das Deckmäntelchen, der "es ist nicht meine Aufgabe-Theorie" vorgehalten wird um den wirklichen Grund zu verbergen. Aber das ist eine rein private Meinung eines Vaters der froh ist, dass sein Kind sehnsüchtig auf den Präsentunterricht wartet und ob der vielen Ausreden der Lehrer was alles nicht möglich ist oder nicht deren Aufgabe zu sein scheint, ziemlich genervt ist.
Als Teil eines Schulelternbeirates der auch viele Kontakte zu anderen Schulen bei uns im Bezirk hat habe ich so den Eindruck, dass eine Vielzahl von Lehrern mehr die Problemsucher als die Problemlöser sind und die es extremst nervt aus ihrer Komfortzone rausgehen zu müssen.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
blalaber
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 51
Registriert: 05.05.12, 19:26

Re: Welcher nächste Schritt nach zurückgewiesener Remonstration?

Beitrag von blalaber »

ktown hat geschrieben: 06.04.21, 15:56 Gegenfrage: Was sind die die Aufgaben und Pflichten eines Lehrers und welchen Umfang dürfen die Nebenpflichten eines Lehrers sein um seine Aufgabe bzw. Pflichten umsetzen zu können?
[...]
Das klären zu lassen ist ja das Ziel. Und wenn das in dieser Umsetzung (die in NRW wirklich abenteuerlich ist) zu meinen Dienstpflichten gehört, dann soll es so sein.
FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 20048
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Welcher nächste Schritt nach zurückgewiesener Remonstration?

Beitrag von FM »

ktown hat geschrieben: 06.04.21, 15:56 Aber das ist eine rein private Meinung eines Vaters der froh ist, dass sein Kind sehnsüchtig auf den Präsentunterricht wartet und ob der vielen Ausreden der Lehrer was alles nicht möglich ist oder nicht deren Aufgabe zu sein scheint, ziemlich genervt ist.
Und was macht der Vater, wenn das Kind frühmorgens in der Schule positiv getestet wird und inzwischen schon einige andere Kinder und den Lehrer angesteckt hat und nun das Klassenzimmer verlassen muss und keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen darf? Wäre es da nicht einfacher, er testet es selbst vorher zuhause?

Und Präsenzunterricht: mal angenommen, es dauert zwei Minuten mit der Probenentnahme und es sind je Lehrer 20 Kinder zu testen. Dauert 40 Minuten. Dann noch eine viertel Stunde warten bis das letzte Ergebnis vorliegt. Sind 55 Minuten. Dann eine halbe Stunde lang organisieren was man mit den positiv getesteten Kindern macht ... und was mit den anderen und sich selbst als Kontaktperson.
ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 25526
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Welcher nächste Schritt nach zurückgewiesener Remonstration?

Beitrag von ktown »

In dem Thread geht es nicht um die Sinnhaftigkeit der Regelung sondern darum, ob diese Aufgabe teil der durch den Lehrkörper zu verrichteten Dinge sein können und ob der Dienstherr dies den Beamten anweisen kann.

Ich kann ihnen jedoch versichern, dass die Variante "Testen im elterlichen Haushalt" auch komplett in die Hose gehen wird. Man braucht sich nur die Anzahl der Kinder betrachten, die in der bisherigen Präsenzzeit, trotz Symptomen, von den Eltern zur Schule geschickt wurden und sich im Nachgang ein positiver Test ergab.
Da ist mir der Test in der Schule effektiver und direkter. Egal ob das organisatorisch ein riesen Aufwand sein wird. Achja und wer meint, dass in diesen Zeiten, wo, Aufgrund von Risikogruppen im Kollegium, eh mindestens 1/3 der Kollegen nicht im Schulgebäude sind, noch schulischer Normalbetrieb abgehalten wird, der lebt auch seinen Tagtraum. Daher sind 40min Zeitverlust sicherlich noch das geringste Übel.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 20048
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Welcher nächste Schritt nach zurückgewiesener Remonstration?

Beitrag von FM »

Für den Riesenaufwand ist allerdings das Gesundheitsamt zuständig, nicht die Schule.
ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 25526
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Welcher nächste Schritt nach zurückgewiesener Remonstration?

Beitrag von ktown »

FM hat geschrieben: 06.04.21, 22:47 Für den Riesenaufwand ist allerdings das Gesundheitsamt zuständig, nicht die Schule.
und das steht nun wo?
Wenn dem so wäre, dann könnten die Lehrer berechtigterweise diese Arbeit verweigern.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6281
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Welcher nächste Schritt nach zurückgewiesener Remonstration?

Beitrag von ExDevil67 »

FM hat geschrieben: 06.04.21, 20:25 Und Präsenzunterricht: mal angenommen, es dauert zwei Minuten mit der Probenentnahme und es sind je Lehrer 20 Kinder zu testen. Dauert 40 Minuten. Dann noch eine viertel Stunde warten bis das letzte Ergebnis vorliegt. Sind 55 Minuten. Dann eine halbe Stunde lang organisieren was man mit den positiv getesteten Kindern macht ... und was mit den anderen und sich selbst als Kontaktperson.
Warum so viel Zeit? So wie ich das verstehe sollen die Lehrer lediglich die Schüler* beaufsichtigen wenn die sich selber testen. Sprich nach 20 Minuten sollte sich das Thema erledigt haben und die Frage was man mit positiven Tests macht hat die Schule hoffentlich im Vorfeld geklärt.

*OT, was wäre eigentlich die gendergerechte Alternative für "Schüler" wenn auch das generische Maskulinum als "böse und diskriminierend" angesehen wird?
Antworten