Navigationspfad: Home arrow Foren
Foren
recht.de • Thema anzeigen - Hilfe für sozial schwache und psychisch kranke Menschen?
Aktuelle Zeit: 24.04.18, 12:09

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 25 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2  Nächste
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 06.11.17, 10:17 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 18.10.04, 20:48
Beiträge: 249
Guten Tag,

mich interessiert, ob bzw. wie man einem sozial schwachen und psychisch kranken Menschen helfen kann, der auf keine Ratschläge hört und zu keinem Arzt gehen will.

So wie z.B. im folgenden frei erfundenen Fall.

Ein Mann ist 33 Jahre alt, psychisch krank, arbeitsunfähig, bekommt Sozialhilfe und wohnt in einer kleinen 1-Zimmer Wohnung, wo das Wasser mit Strom geheizt wird.
Er war schon mehrmals in verschiedenen Krankenhäusern psychiatrisch behandelt, was ihm aber vollständig nicht geholfen hat.
Seit mehr als einem Jahr wegen seiner Schulden hat er in der Wohnung kein Telefon, kein Internet, keinen Strom und daher auch kein warmes Wasser sowie kann sich weder duschen noch Essen zubereiten.
Er kann mit dem Geld nicht umgehen und gibt seine Sozialhilfe nach dem Erhalt sehr schnell aus, ohne etwas für seine Strom- oder Telefonraten o.ä. beiseite zu legen. Und dann hungert er letzte Wochen jedes Monats bis ihm seine Sozialhilfe wieder überwiesen wird.

FRAGEN:

1. Gibt’s irgendwelche soziale Betreuer, die solchen psychisch kranken Menschen in ähnlichen Situationen helfen können bzw. wo?
2. Kann seine Sozialhilfe ihm wöchentlich statt monatlich überwiesen werden? Oder noch besser in bar?
3. Können seine monatlichen Ratenzahlungen für Strom von seiner Sozialhilfe abgezogen und direkt an seinen Stromanbieter überwiesen werden? Wie kann man das veranlassen?
4. Könnte gleichzeitig die gleiche Stelle bzw. welche für ihn einen neuen Stromvertrag abschließen?
5. Wie kann er seine angesammelten Stromschulden begleichen?
6. Wie kann man ihm überhaupt helfen?

Danke im Voraus.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 06.11.17, 10:29 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 17.01.14, 09:25
Beiträge: 4035
Teamplay hat geschrieben:
1. Gibt’s irgendwelche soziale Betreuer, die solchen psychisch kranken Menschen in ähnlichen Situationen helfen können bzw. wo?
6. Wie kann man ihm überhaupt helfen?

Da der Betroffene sich scheinbar nicht freiwillig helfen lassen will, wüsste ich so spontan keine Stelle die da etwas ausrichten könnte. Wenn dürfte das nur auf die "harte Tour" gehen, und die lautet einen gesetzlichen Betreuer für die relevanten Themenfelder bestellen zu lassen.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 06.11.17, 10:56 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 02.11.12, 21:26
Beiträge: 476
Wohnort: Bonn
Am besten wäre hier eine betreute Wohngruppe. Ich sehe nicht, was eine Barauszahlung ändern würde. Am besten, er versucht einen Platz in einer solchen Wohngruppe zu bekommen.

_________________
Verba docent, exempla trahunt et quae nocent, docent.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 06.11.17, 11:55 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 17.01.14, 09:25
Beiträge: 4035
Biggi0001 hat geschrieben:
Am besten wäre hier eine betreute Wohngruppe. ... Am besten, er versucht einen Platz in einer solchen Wohngruppe zu bekommen.

Das würde aber erfordern das der Betroffene selber einsieht das er in einer eigenen Wohnung allein nicht klar kommt. Das scheint aber grade nicht gegeben zu sein.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 07.11.17, 14:48 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 18.10.04, 20:48
Beiträge: 249

Themenstarter
ExDevil67 hat geschrieben:
... gesetzlichen Betreuer für die relevanten Themenfelder bestellen zu lassen.

Danke!
Wo kann man ihn beantragen?


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 08.11.17, 00:31 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 02.11.12, 21:26
Beiträge: 476
Wohnort: Bonn
Man kann eine Betreuung anregen. Beantragen kann das nur der Betreffende.

Anlaufstelle ist das Amtsgericht, oft gibt's da dann ein Betreuungsgericht oder eine Betreuungsstelle. Dorthin schreiben und sachlich darlegen, warum man der Meinung ist, daß eine Betreuung notwendig ist, ggf auch ausführen, für welche Bereiche man eine Betreuungsnotwendigkeit sieht. Wenn sich beispielsweise ein Familienangehöriger dazu bereitstellen würde, sollte man dies ebenfalls dazu schreiben, ansonsten würde im Falle des Falles ein Berufsbetreuer gestellt.

Es erfolgt dann allerdings auch eine Anhörung des Betroffenen. Auch hier gilt: Es gibt Hilfen, die müssen aber auch angenommen werden.

_________________
Verba docent, exempla trahunt et quae nocent, docent.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 08.11.17, 16:16 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 18.10.04, 20:48
Beiträge: 249

Themenstarter
Biggi0001 hat geschrieben:
Man kann eine Betreuung anregen. Beantragen kann das nur der Betreffende.
Anlaufstelle ist ...

Alles klar, vielen Dank!!!


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 11.04.18, 15:07 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 18.10.04, 20:48
Beiträge: 249

Themenstarter
Hallo,

wenn das Amtsgericht nach der o.g. Anregung und der erfolgten Anhörung zurück schreibt, dass eine Betreuung richtlicher Anordnung gemäß nicht eingerichtet wird, kann man noch was machen?
Vielleicht den Widerspruch anlegen?
Oder ist die Sache endgültig erledigt?

Danke.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 11.04.18, 17:51 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 15.07.16, 19:06
Beiträge: 705
Hallo,

eine Betruung geht immer mit einer Einschränkung von persönlichen Freiheiten und Rechten einher. Daher sollte man erst mal niederschwelligere Möglichkeiten prüfen.

Es gibt in jeder größeren Stadt Beratungsstellen, die auch telefonisch Auskunft geben können, welche Möglichkeiten überhaupt bestehen.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 11.04.18, 19:50 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 18.10.04, 20:48
Beiträge: 249

Themenstarter
gmmg hat geschrieben:
Daher sollte man erst mal niederschwelligere Möglichkeiten prüfen.

Zum Beispiel?

gmmg hat geschrieben:
Es gibt in jeder größeren Stadt Beratungsstellen, die auch telefonisch Auskunft geben können, welche Möglichkeiten überhaupt bestehen.

Laut der telefonischen Auskunft der Beratungsstelle einer sehr großen Stadt gibt es dort nix, solange die Betreung nicht angeordnet wird.

Daher frage ich auch hier, was man weiter machen kann.
Widerspruch, sonst was oder gar nix?
Die Sache vergessen und die Hände in Unschuld waschen?


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 11.04.18, 20:58 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 15.07.16, 19:06
Beiträge: 705
Vielleicht hilft diese Adresse weiter: http://www.das-beratungsnetz.de/


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 11.04.18, 21:07 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 15.02.08, 02:19
Beiträge: 6259
Es gibt in jeder größeren Stadt Beratungsstellen für alle möglichen Lebenslagen. Träger sind meisst die größeren Wohlfahrsverbände oder die Kirchen aber auch regionale Initiativen.
Wenn es keine Einsicht des Betroffenen gibt und er sich garnicht eingeschränkt fühlt, kann man oft wenig tun. Hat die PErson denn die Wohnung und alles andere soweit im Griff?
Ich weiss dass einer den ich kenne beim Sozialamt eine Betreuung zur Unterstützung beantragt und bewilligt bekommen hat.

Man könnte aber versuchen mit der Person zu reden und versuchen sie zu überzeugen dass etwas passieren sollte. Aber manche kommen eben klar. Geben ihr Geld für alles mögliche aus und hungern dann eben den Rest des Monats.

_________________
"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 11.04.18, 21:09 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 21.08.14, 15:57
Beiträge: 7704
Teamplay hat geschrieben:
...
Die Sache vergessen und die Hände in Unschuld waschen?



Hallo,

gibt es denn keinen sozialpsychiatrischen Dienst?

https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialpsy ... her_Dienst


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 11.04.18, 21:12 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 16.11.13, 14:23
Beiträge: 5355
Teamplay hat geschrieben:
Daher frage ich auch hier, was man weiter machen kann.
Widerspruch, sonst was oder gar nix?

Man sollte dabei überlegen, wogegen man Widerspruch einlegen möchte und was die Folge ist. Schließlich schreibt man in diesem fiktiven Fall doch, dass der Betreffende
Zitat:
auf keine Ratschläge hört und zu keinem Arzt gehen will.


Die Anhörung des Betreffenden hat offenbar den Richter davon überzeugt, dass hier keine Notwendigkeit gegeben ist.
Die Hürden für eine Zwangsbetreuung sind aus gutem Grund recht hoch gelegt.
Offenbar sieht man hier keinen Handlungsbedarf gegen den Willen des Betreffenden, auch, wenn er seinen Strom nicht zahlt und daher nur noch kaltes Wasser zur Verfügung hat.

Zitat:
Die Sache vergessen und die Hände in Unschuld waschen?
[/quote]
zumindest ist nicht erkennbar, dass hier jemand Schuld hat, von der sich durch Nichtstun rein wäscht.
Sozial schwach und psychisch krank verführt ja gern zu einer Annahme von Ursache-Wirkung, die so nicht gegeben sein muss.
Auf der anderen Seite wird auch kein Kettenraucher zwangsweise betreut, wenn er auf nichts hört und mit dem Rauchen nicht aufhört, es kommt niemand und zwingt einen, gesund zu leben.

Es ist eine sehr schwierige Abwägung, ob man einen Menschen, der dies gar nicht will, zwangsweise betreut.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 12.04.18, 05:44 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 15.02.08, 02:19
Beiträge: 6259
winterspaziergang hat geschrieben:
Es ist eine sehr schwierige Abwägung, ob man einen Menschen, der dies gar nicht will, zwangsweise betreut.


Problem ist doch dass es Krankheiten gibt, die beim Betroffenen eine Krankheitseinsicht verhindern. Es kann aber auch sein, dass keine Krankheit vorliegt sondern nur ein Unvermögen mit gewissen Dingen umzugehen. Da bleiben Briefe ungeöffnet, Geld wird "falsch" ausgegeben etc.. Das hat auch mit dem allgemeinen IQ nix zu tun sondern vielleicht mit Defiziten bei Organisation und Struktur.
Es gibt Organisationen die hier Unterstützung bieten. Dazu ist es aber notwendig, dass der Betroffene mitmacht.

_________________
"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 25 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y
©  Forum Deutsches Recht 1995-2018. Anbieter: Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim , RB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail info[at]recht.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Lesen Sie hier unsere Mediadaten!