Tagesmutter / Kündigung vor Vertragsantritt

Moderator: FDR-Team

Antworten
mikelx
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 5
Registriert: 14.06.20, 17:02

Tagesmutter / Kündigung vor Vertragsantritt

Beitrag von mikelx »

Hallo zusammen,

nehmen wir mal an, eine Familie plant Ihr Kind zu einer Tagesmutter zu geben. Nehmen wir weiter an, der Vertrag wurde im letzten Jahr geschlossen und vier Monate vor Antritt, würde die Tagesmutter aus privaten Gründen kündigen. Nehmen wir an, die Familie hat sich darauf verlassen und hat berufliche Abhängigkeiten und muss nun alles "umschmeissen".

Wäre das theoretisch möglich, dass eine Tagesmutter einfach 4 Monate vorher sagt, sie hört auf.

Wie ist hier die allgemeine Rechtslage?

Danke und Grüße, M

Celestro
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2679
Registriert: 22.06.05, 23:24

Re: Tagesmutter / Kündigung vor Vertragsantritt

Beitrag von Celestro »

mikelx hat geschrieben:
24.06.20, 16:36
Wäre das theoretisch möglich, dass eine Tagesmutter einfach 4 Monate vorher sagt, sie hört auf.
Natürlich wäre das möglich!
mikelx hat geschrieben:
24.06.20, 16:36
Wie ist hier die allgemeine Rechtslage?
Zunächst einmal sollte man in den Vertrag gucken. Davon abgesehen ... 4 Monate sind noch ziemlich viel Zeit, sich eine Neue zu suchen. UND ... was hätte das Ehepaar gemacht, wenn die Dame 1 Tag vor Beginn verstorben wäre? Oder so krank, dass Sie sich nicht kümmern kann?

FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 18154
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Tagesmutter / Kündigung vor Vertragsantritt

Beitrag von FM »

mikelx hat geschrieben:
24.06.20, 16:36
Wäre das theoretisch möglich, dass eine Tagesmutter einfach 4 Monate vorher sagt, sie hört auf.

Wie ist hier die allgemeine Rechtslage?
Die allgemeine Rechtslage ist meist ziemlich uninteressant, da die im Einzelfall zutreffende Kündigungsfrist zu beachten ist, also die vertraglich vereinbarte. Es gibt zwar die folgende Vorschrift:
https://dejure.org/gesetze/BGB/621.html
aber die spielt in der Praxis fast überhaupt keine Rolle, da sie nicht zwingend ist und diese Frage nahezu immer vertraglich geregelt ist. Sollte hier ausnahmsweise doch der § 621 anwendbar sein, kann es tatsächlich Kündigungsfristen von mehr als 4 Monaten geben. Wenn jemand z.B. am 20. Mai kündigt, wirkt dies erst zum 30. September, also etwa 4 1/3 Monate. Kündigt er aber am 10. August, wirkt es auch zum 30. September, also weniger als 2 Monate.

Eine Kündigung vor Dienstbeginn ist gesetzlich nicht ausgeschlossen. Ob sie vertraglich ausgeschlossen ist, ergibt sich aus dem Vertrag.
Nehmen wir an, die Familie hat sich darauf verlassen und hat berufliche Abhängigkeiten und muss nun alles "umschmeissen".
Aus den schon beschriebenen Regelungen (falls selbständig) oder aus § 622 BGB (falls Arbeitnehmer) ergibt sich für die Eltern ebenfalls, dass sie ihre Verpflichtungen in den meisten Fällen innerhalb von 4 Monaten leicht wieder kündigen können. Da kann es natürlich auch je nach Verträgen wieder andere Fälle geben, aber dazu kann man hier nichts sagen.

Antworten