Antrag auf Übernahme der Betreuung (eines Angehörigen)

Moderator: FDR-Team

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red rose
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Antrag auf Übernahme der Betreuung (eines Angehörigen)

Beitrag von red rose »

Folgende Situation:

Ein Angehöriger hat eine vorübergehende gesetzl. Betreuerin bekommen.
Für den Fall, dass nunmehr eine Betreuung auf Dauer eingerichtet werden soll, würde ich gern die Betreuung übernehmen.

Stellt man einen solchen Antrag direkt bei Gericht oder bei der Betreuungsbehörde und kann der Antrag formlos sein?

Danke :)

wolfspelz
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Re: Antrag auf Übernahme der Betreuung (eines Angehörigen)

Beitrag von wolfspelz »

Solch ein Antrag wird direkt bei dem zuständigen Amtsgericht in schriftlicher Form gestellt.

Formblätter sind mir nicht bekannt .

red rose
Topicstarter
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Re: Antrag auf Übernahme der Betreuung (eines Angehörigen)

Beitrag von red rose »

Vielen Dank für die Antwort.

Eine Frage noch: Gibt es die Möglichkeit, dass 3 Personen (Angehörige) die Betreuung gemeinsam übernehmen?

Zur Erklärung: Es werden für den zu Betreuenden noch längere Krankenhausaufenthalte und Rehamaßnahmen folgen. Für den Fall, dass der Betreuer aus z. B. aus beruflichen Gründen nicht gleich zur Stelle sein kann, wenn etwas dringendes ansteht, könnte einer der anderen Betreuer dies dann übernehmen.

Roni
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Re: Antrag auf Übernahme der Betreuung (eines Angehörigen)

Beitrag von Roni »

Eine Frage noch: Gibt es die Möglichkeit, dass 3 Personen (Angehörige) die Betreuung gemeinsam übernehmen?
das kann man tun

ABER
es kann problematisch werden wenn sich die 3 nicht einig sind

pOtH
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Registriert: 07.03.06, 11:46

Re: Antrag auf Übernahme der Betreuung (eines Angehörigen)

Beitrag von pOtH »

BGB § 1899 Abs. 3 u. 4
(3) Soweit mehrere Betreuer mit demselben Aufgabenkreis betraut werden, können sie die Angelegenheiten des Betreuten nur gemeinsam besorgen, es sei denn, dass das Gericht etwas anderes bestimmt hat oder mit dem Aufschub Gefahr verbunden ist.

(4) Das Gericht kann mehrere Betreuer auch in der Weise bestellen, dass der eine die Angelegenheiten des Betreuten nur zu besorgen hat, soweit der andere verhindert ist.
BGB § 1908b
(1) Das Betreuungsgericht hat den Betreuer zu entlassen, wenn seine Eignung, die Angelegenheiten des Betreuten zu besorgen, nicht mehr gewährleistet ist oder ein anderer wichtiger Grund für die Entlassung vorliegt. Ein wichtiger Grund liegt auch vor, wenn der Betreuer eine erforderliche Abrechnung vorsätzlich falsch erteilt oder den erforderlichen persönlichen Kontakt zum Betreuten nicht gehalten hat. Das Gericht soll den nach § 1897 Abs. 6 bestellten Betreuer entlassen, wenn der Betreute durch eine oder mehrere andere Personen außerhalb einer Berufsausübung betreut werden kann.

(2) Der Betreuer kann seine Entlassung verlangen, wenn nach seiner Bestellung Umstände eintreten, auf Grund derer ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann.

(3) Das Gericht kann den Betreuer entlassen, wenn der Betreute eine gleich geeignete Person, die zur Übernahme bereit ist, als neuen Betreuer vorschlägt.

(4) Der Vereinsbetreuer ist auch zu entlassen, wenn der Verein dies beantragt. Ist die Entlassung nicht zum Wohl des Betreuten erforderlich, so kann das Betreuungsgericht stattdessen mit Einverständnis des Betreuers aussprechen, dass dieser die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt. Die Sätze 1 und 2 gelten für den Behördenbetreuer entsprechend.

(5) Der Verein oder die Behörde ist zu entlassen, sobald der Betreute durch eine oder mehrere natürliche Personen hinreichend betreut werden kann.
BGB § 1897 Abs. 6
Wer Betreuungen im Rahmen seiner Berufsausübung führt, soll nur dann zum Betreuer bestellt werden, wenn keine andere geeignete Person zur Verfügung steht, die zur ehrenamtlichen Führung der Betreuung bereit ist. Werden dem Betreuer Umstände bekannt, aus denen sich ergibt, dass der Volljährige durch eine oder mehrere andere geeignete Personen außerhalb einer Berufsausübung betreut werden kann, so hat er dies dem Gericht mitzuteilen.

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