Alternative zur gesetzlichen Betreuung?

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Manu2211
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Alternative zur gesetzlichen Betreuung?

Beitrag von Manu2211 »

Hallo,

ich habe mal wieder eine Frage.
Herr A ist Ende 30, Autist mit Asperger Syndrom. Bisher hat die Familie auf die Einrichtung einer gesetzlichen Betreuung verzichtet, weil man auch mit Vollmachten ganz gut zurecht kam. Herr A ist in den letzten Jahren auch selbstständiger geworden, geht selbst zur Bank um Geld abzuheben, etc. Leider hat er über finanzielle Dinge nicht wirklich den Überblick und zuletzt hat er sich einen Sparvertrag und eine Versicherung andrehen lassen, die er beide eigentlich nicht braucht.
Er hat auch selbst im Gespräch mit Mutter und Schwester zugegeben, dass ihm das aufgeschwatzt wurde und er gar nicht richtig verstanden hat, worum es geht. Nun können Mutter und Schwester wieder mal losgehen und zusehen, dass er diese überflüssigen Verträge loswird. Die Familie denkt nun daran für Herrn A eine gesetzliche Betreuung für die Finanzen zu beantragen, da gibt es doch sowas mit Bewilligungsvorbehalt durch den Betreuer oder so ähnlich. Oder gibt es dazu Alternativen, eine Vollmacht oder Einschränkung, irgendwas was man bei der Bank vorlegen / hinterlegen kann, aus dem hervorgeht, dass Herr A solche Geschäfte nicht ohne Hilfe abschließen will? Oder ist die gesetzliche Betreuung die rechtlich sicherste Lösung?

Viele Grüße
Manu

Elyss
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Re: Alternative zur gesetzlichen Betreuung?

Beitrag von Elyss »

Wenn hier tatsächlich die Einrichtung eines Einwilligungsvorbehaltes angestrebt wird, so ist tatsächlich die gesetzliche Betreuung die einzige Möglichkeit. Ohne BEtreuung gibt es keinen Einwilligungsvorbehalt!

Ob hier allerdings die Voraussetzungen für einen Einwilligungsvorbehalt gegeben sind, sollte man vielleicht mal im vorhinein abklären!
Grüßle

Elyss

Manu2211
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Re: Alternative zur gesetzlichen Betreuung?

Beitrag von Manu2211 »

Danke für Deine Antwort.
Was wäre denn die Voraussetzung für einen Einwilligungsvorbehalt? Es geht ja nicht darum ihm im Alltag vorzuschreiben was er kauft. Es geht eher darum, dass man ihm dann helfen kann, wenn er das Finanzielle nicht mehr überblickt und übers Ohr gehauen wird. Er kriegt Grundsicherungsrente und davon kann man ja nicht wer weis was für Summen ansparen oder ausgeben.

Mal ein paar Beispiele:

Herr A bestellt einen Videorekorder für 300 €, das Geld hat er zu dem Zeitpunkt nicht, aber im Katalog steht was von Zahlungspause bis in 4 Monaten. Dass das nur gegen Zinsen und Aufpreis geht, das begreift er nicht, weil ihm schon der Begriff Zinsen nichts sagt. Er kann nur was mit richtigen Zahlen bzw. richtigem Geld anfangen.

Die Versicherung die ihm aufgeschwatzt wurde ist eine Haftpflichtversicherung. Die braucht er aber gar nicht, da er aufgrund des Autismus bei den Eltern wie ein Kind versichert ist.

Auf den Vertragsunterlagen für die Versicherung und den Sparvertrag stehen teilweise widersprüchliche und falsche Angaben. Die Ausfertigungen die er erhalten hat, sind weder von ihm selber noch von der Beraterin unterschrieben, da steht nicht mal der Name der Mitarbeiterin drauf die ihm das angedreht hat. Die Angehörigen vermuten, dass man ihm da einfach was vorgesagt hat, bis er nur noch ja gesagt hat.

Elyss
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Re: Alternative zur gesetzlichen Betreuung?

Beitrag von Elyss »

Die Voraussetzungen finden sich in §1903 BGB.
Grüßle

Elyss

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