Arztwechsel

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Kassandra24
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Arztwechsel

Beitrag von Kassandra24 » 30.07.18, 11:56

Muss ein Betreuer darüber informiert werden, wenn der Arzt des Betreuten aus einer Gemeinschaftspraxis austritt und der Betreute nun von einem anderen Arzt medizinisch versorgt wird.

Muss der Betreuer überhaupt über medizinische Angelegenheiten z.b. neue Medikamente, informiert werden

SusanneBerlin
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Re: Arztwechsel

Beitrag von SusanneBerlin » 30.07.18, 12:12

Hat der Betreuer den Aufgabenkreis Gesundheitssorge?
Hat der Betreuer sich in der Arztpraxis vorgestellt, seinen Betreuerausweis gezeigt und seine Abschrift und Telefonnummer hinterlegt?
Grüße, Susanne

Kassandra24
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Re: Arztwechsel

Beitrag von Kassandra24 » 30.07.18, 12:27

zu a) Ja
zu b) vorgestellt nicht persönlich, aber Kopie Betreuerausweis und Telefonnummer hinterlassen. Außerdem ist alles auch im Pflegeheim hinterlegt.

FM
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Re: Arztwechsel

Beitrag von FM » 30.07.18, 13:21

Wenn er die Gesundheitssorge hat und wenn ein Einwilligungsvorbehalt angeordnet wurde, kann nur der Betreuer ärztliche Eingriffe erlauben. Im Zweifel wird man davon ausgehen müssen, dass sich die Erlaubnis auf einen ganz bestimmten Arzt bezieht, bei einem Wechsel also nicht mehr gilt. Besteht kein Einwilligungsvorbehalt, kann auch der Betreute selbst entscheiden. Trotzdem ist natürlich anzuraten, dass Arzt und Betreuer voneinander wissen, z.B. für Krankheitssituationen in denen sich der Betreute nicht selbst äußern kann.

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Re: Arztwechsel

Beitrag von Kassandra24 » 30.07.18, 15:19

Was genau ist ein einwilligungsvorbehalt?
Die Betreute kann sich generell zu nichts mehr äußern. Also weder zu einem Arzt noch zu einer Therapie.

SusanneBerlin
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Re: Arztwechsel

Beitrag von SusanneBerlin » 30.07.18, 16:06

Kassandra24 hat geschrieben:Die Betreute kann sich generell zu nichts mehr äußern. Also weder zu einem Arzt noch zu einer Therapie.
Aber sie geht alleine zum Arzt? Oder kommt der Arzt ins Heim?
Was ist eigentlich das Problem daran, dass die ärztliche Versorgung jetzt durch den Nachfolger des alten Arztes erfolgt?
Grüße, Susanne

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Re: Arztwechsel

Beitrag von Kassandra24 » 30.07.18, 16:38

SusanneBerlin hat geschrieben:
Kassandra24 hat geschrieben:Die Betreute kann sich generell zu nichts mehr äußern. Also weder zu einem Arzt noch zu einer Therapie.
Aber sie geht alleine zum Arzt? Oder kommt der Arzt ins Heim?
Was ist eigentlich das Problem daran, dass die ärztliche Versorgung jetzt durch den Nachfolger des alten Arztes erfolgt?
Natürlich geht sie nicht alleine zum Arzt. Der Arzt kommt ins Heim.

Es ist überhaupt kein Problem, dass sie durch den zweiten Arzt in der ehemaligen Gemeinschaftspraxis medizinisch betreut wird.
Es wurde halt nur eine Gemeinschaftspraxis ausgewählt, weil da immer jemand da ist, der die komplette Krankenakte einsehen kann und deshalb den Gesundheitszustand der Dame kennt. Und im Notfall kein Vertretungsarzt, der die Patientin, die ihm ja über nichts Auskunft geben kann, nicht kennt, da einläuft.
Es ist schon irgendwie unangenehm, wenn man in der Praxis anruft und nach Frau Dr. A fragt und dann zur Antwort kriegt, dass Frau Dr. A nicht mehr in der Praxis ist.
Es geht vor allem um den Informationsfluss. Das Heim informiert nicht über kommende oder grade stattgefundene Arztbesuche, gestellte Diagnosen, Therapien, verordnete Medikament, Hilfs und Heilmittel usw. informiert. Die Betreuerin krieg nur was mit, wenn sie durch die Gänge laufe, die Wohnbereichsleitung suche und ihr dann regelrecht die Würmer aus der Nase ziehe (eigentlich verbringt die Betreuerin die Zeit, die sie im Heim ist lieber mit meiner Mutter) oder wenn sie was unterschreiben muss.

SusanneBerlin
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Re: Arztwechsel

Beitrag von SusanneBerlin » 30.07.18, 17:00

Wohnbereichsleitung suche und ihr dann regelrecht die Würmer aus der Nase ziehe
Wie soll es denn sonst laufen? Glauben Sie, die Wohnbereichsleitung hat die Zeit, jedem Angehörigen oder Betreuer der 50 Heimbewohner jede Woche einen halbstündigen Bericht zukommen zu lassen? Wer soll das bezahlen?
Grüße, Susanne

FM
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Re: Arztwechsel

Beitrag von FM » 30.07.18, 17:58

SusanneBerlin hat geschrieben: Was ist eigentlich das Problem daran, dass die ärztliche Versorgung jetzt durch den Nachfolger des alten Arztes erfolgt?
Fast jede ärztliche Behandlung ist ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit und bedarf deshalb der Einwilligung durch den Patienten, ebenso viele Untersuchungen (abgesehen von Blutdruckmessen u.ä.). Außerdem benötigt der Arzt eine Entbindung von seiner Schweigepflicht, sonst darf er schon die Medikation dem Pflegeheim nicht mitteilen. Und wenn der Patient selbst nicht einwilligen kann und auch kein (Vorsorge-)Bevollmächtigter vorhanden ist, muss das eben ein Betreuer tun.

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Re: Arztwechsel

Beitrag von Kassandra24 » 30.07.18, 20:36

SusanneBerlin hat geschrieben:
Wohnbereichsleitung suche und ihr dann regelrecht die Würmer aus der Nase ziehe
Wie soll es denn sonst laufen? Glauben Sie, die Wohnbereichsleitung hat die Zeit, jedem Angehörigen oder Betreuer der 50 Heimbewohner jede Woche einen halbstündigen Bericht zukommen zu lassen? Wer soll das bezahlen?
Nicht jede Woche und nicht halbstündig. Aber bei Änderung des Gesundheitszustandes, der Medikation, der Therapie oder des behandelten Arzte vielleicht für 3 Minuten.
Wenn ich jetzt im gleichen Stil antworten würde wie Sie, würde ich jetzt sagen :"Ne geht nicht, dann kann sie ja eine Zigarette weniger rauchen."
FM hat geschrieben:Und wenn der Patient selbst nicht einwilligen kann und auch kein (Vorsorge-)Bevollmächtigter vorhanden ist, muss das eben ein Betreuer tun.
Einwilligen oder auch nicht (die Betreute ist dazu nicht mehr in der Lage) würde die Betreuerin ja gerne. Aber dazu muss sie informiert sein. Wenn sie noch nicht mal weiß, dass Infobedarf - Änderung irgend einer Art - besteht, wie soll sie sich da selbst die Info besorgen?

FM
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Re: Arztwechsel

Beitrag von FM » 31.07.18, 09:17

Kassandra24 hat geschrieben: Einwilligen oder auch nicht (die Betreute ist dazu nicht mehr in der Lage) würde die Betreuerin ja gerne. Aber dazu muss sie informiert sein. Wenn sie noch nicht mal weiß, dass Infobedarf - Änderung irgend einer Art - besteht, wie soll sie sich da selbst die Info besorgen?
Der neue Arzt muss sich um die Einwilligung kümmern, sonst kann er nicht behandeln.

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