Ehefrau als Zeuge?

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Mike80
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Ehefrau als Zeuge?

Beitrag von Mike80 » 03.03.10, 08:30

Hallo,

wenn jemand seine Urheberrechte durch Screenshoots, Ausdrucken, Abfotografieren etc. und mit Datum/Uhrzeit und Unterschrift eines Zeugen beweisen möchte:

Wird die eigene Ehefrau (auch Schwester oder Bruder) als Zeuge anerkannt?

Oder muss ein Zeuge außerhalb der Familie kommen?

Grüße
Mike

Richard Gecko
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Beitrag von Richard Gecko » 03.03.10, 09:13

Der Richter ist frei in seiner Beweiswuerdigung.
Mal ein extremes Beispiel: Wem glauben sie mehr: Der Ehefrau die mit ihrem Mann in Scheidung lebt und zu seinen Gunsten aussagt, oder dem Kumpel des Mannes der ihm noch einen Gefallen schuldig ist?
Freie DNS-Server:
87.118.100.175 (Germany Privacy Foundation)
85.214.73.63 (FoeBuD e.V.)
213.73.91.35 (CCC)
Anleitung zum Umstellen:
http://www.ccc.de/censorship/dns-howto/

Roni
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Beitrag von Roni » 03.03.10, 09:15

Wird die eigene Ehefrau (auch Schwester oder Bruder) als Zeuge anerkannt?
gehört mit Sicherheit, aber es liegt am Richter ob er glaubt oder Zweifel hat.

Mike80
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Beitrag von Mike80 » 03.03.10, 20:51

Danke für die Antworten. :)

Völlig sichere Zeugen gibt es also nicht, da der Richter über die Glaubwürdigkeit entscheidet.

Bleibt die Frage, wen man als Zeugen nehmen soll. Am besten wohl doch jemand aus der Familie.

Grüße
Mike80

Adamar
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Beitrag von Adamar » 03.03.10, 21:03

Ist in diesem Fall schon zu spät, aber ein Rechtsdozent hat immer zu uns gesagt: "Die beste und einfachste Möglichkeit, die Urheberschaft zu beweisen ist, sich das Buch o.ä. selbst per Post mit Zustellungsurkunde zuzuschicken."

Auf diese Art und Weise hat man ein "behördliches" Dokument mit Datum und Uhrzeit, welches Aussagekraft hat. Denn bei Urheberschaft geht es ja letztendlich darum, wer "erster" war.

Julius
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Re: Ehefrau als Zeuge?

Beitrag von Julius » 03.03.10, 21:52

Mike80 hat geschrieben: Wird die eigene Ehefrau (auch Schwester oder Bruder) als Zeuge anerkannt?

Oder muss ein Zeuge außerhalb der Familie kommen?
Einem Zeugen allein mit dieser Begründung nicht zu glauben, oder ihn sogar gar nicht erst zu laden, wäre grob rechtsfehlerhaft. Der Richter muss sich selbst ein Bild von dem Zeugen machen, ob der Zeuge als Person glaubwürdig erscheint. Dann muss er sich noch überlegen, ob das wohl wirklich so war, wie der Zeuge das erzählt.

Dass Verwandte oder Beifahrer keine Zeugen sein könnten, ist ein Märchen.

Pullunder
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Beitrag von Pullunder » 03.03.10, 21:54

(edit:) Rechtsdozent hat geschrieben:sich das Buch o.ä. selbst per Post mit Zustellungsurkunde zuzuschicken
Deshalb sollte man in regelmäßigen Abständen sich Briefumschläge mit der Post schicken (Lasche nicht zukleben, nur einschlagen), damit man die Urheberschaft immer auf einen geeigneten Zeitpunkt legen kann (später natürlich versiegeln). :wink:

Julius
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Beitrag von Julius » 03.03.10, 22:02

Adamar hat geschrieben:Ist in diesem Fall schon zu spät, aber ein Rechtsdozent hat immer zu uns gesagt: "Die beste und einfachste Möglichkeit, die Urheberschaft zu beweisen ist, sich das Buch o.ä. selbst per Post mit Zustellungsurkunde zuzuschicken."

Auf diese Art und Weise hat man ein "behördliches" Dokument mit Datum und Uhrzeit, welches Aussagekraft hat. Denn bei Urheberschaft geht es ja letztendlich darum, wer "erster" war.
Ich frage mich gerade, wie man als Privatperson eine Zustellungsurkunde bekommen soll. Auf diese Weise können nur Behörden ihre Post verschicken.

Wenn man nicht zuviel Papier hat, könnte man einfach einen Gerichtsvollzieher beauftragen, das einem Bekannten zuzustellen. Dann hätte man den Empfänger als Zeugen und ausserdem bekäme man vom Gerichtsvollzieher nicht nur die Zustellungsurkunde zurück, sondern auch noch eine beglaubigte Abschrift dessen, was er zugestellt hat. Das dürfte so 15 - 20 Euro kosten.

In dem Beispiel mit den Ausdrücken würde ich einen Bekannten bitten, das bei sich auszudrucken und dann über den GVZ an mich zustellen zu lassen. Soweit die Theorie. In der Praxis wird es daran scheitern, dass die meisten Leute schon zu blöd sind, das richtige auszudrucken. :?

Metzing
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Beitrag von Metzing » 03.03.10, 22:08

"Die beste und einfachste Möglichkeit, die Urheberschaft zu beweisen ist, sich das Buch o.ä. selbst per Post mit Zustellungsurkunde zuzuschicken."
Das mag ja sein, aber hier geht es offenbar um Internetinhalte.

Versuchen Sie einmal, einen Gerichtsvollzieher dazu zu bekommen, jemandem das Internet zuzustellen... :lachen:

Beste Grüße

Metzing
Τὸν ἥττω λόγον κρείττω ποιεῖν.

FM
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Beitrag von FM » 05.03.10, 19:10

In einem ähnlichen Fall (nicht wg. eigenem Urheberrecht, sondern wegen Klau) hab ich mal von einem Notar Internetseiten ausdrucken lassen und eine Urkunde erhalten, in der er genau das bestätigt hat.

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