Einstweilige Verfügung gegen Onlinespieleanbieter

Domainrecht, Software-Lizenzrecht, Internetauktionshaus [Name geändert], Internetauktionsrecht....

Moderator: FDR-Team

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wolfmoon
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Einstweilige Verfügung gegen Onlinespieleanbieter

Beitrag von wolfmoon »

X spielt seit ca. einem Jahr ein Onlinerollenspiel.
Da es in den letzten zwei Wochen zu häufigen Hacks von Acounts kommt und x wie viele andere Spieler auch
einiges an Geld in dieses Rollenspiel Investiert haben(mehrere hundert Euro),macht x sich nun erhebliche Gesanken um die
Sicherheit seines Acounts.Aus Forenbeiträgen und einer Stellungsname seitens des Anbieters weiss X das die Daten beim
Login unverschlüsselt übertragen werden.Laut AGP verpflichtet sich der Anbieter die Software auf dem neusten Stand zu halten.
Auszug aus den AGPs
(8.1 yyyyyy bemüht sich nach besten Kräften, dass die verwendete Software zwar stets dem aktuellen Stand der Technik entspricht, eine Fehlerfreiheit der Software kann allerdings nicht zugesichert werden. Aus diesem Grunde muss der Nutzer damit rechnen, dass die Online-Spiele nicht in jeder Funktion oder Hardware-Konfiguration oder zu jeder Zeit fehlerfrei arbeiten.

8.2 Als mangelhaft gelten die Webseiten und/oder die Online-Spiele also nur, wenn ihre Spielbarkeit bzw. Nutzung schwer und nachhaltig gestört ist. Der Nutzer hat eventuell auftretende Mängel an den Webseiten und/oder Online-Spielen stets aussagekräftig zu dokumentieren und insbesondere unter Protokollierung angezeigter Fehlermeldungen schriftlich zu melden. Vor Meldung eines etwaigen Fehlers wird der Nutzer die Spiel- bzw. Serviceanleitung und ggf. andere von yyyyyy zur Verfügung gestellten Hilfestellungen zur Problembeseitigung (insbesondere Listen mit häufig gestellten Fragen, Diskussionsforen zu Problemen) konsultieren. Der Nutzer hat yyyyyy bei einer möglichen Mängelbeseitigung nach Kräften zu unterstützen.

8.3 Der Nutzer hat Mängel unverzüglich nach deren Entdeckung schriftlich gegenüber yyyyyyy zu rügen. Zu Beweissicherungszwecken wird dem Nutzer empfohlen, sämtliche Mängelrügen schriftlich (per Fax, Brief oder E-Mail) an yyyyyyy zu richten.

8.4 Von der Gewährleistung ausgeschlossen sind grundsätzlich solche Fehler, die durch äußere Einflüsse, zu vertretende Bedienungsfehler des Nutzers, höhere Gewalt oder nicht von yyyyyy durchgeführte Änderungen oder sonstige Manipulationen entstehen.)


Jetzt fragt sich x ob er mit einer Einstweiligen Verfügung den Anbieter zur Gewährleistung der Datensicherheit zwingen kann und ob eine solche Erfolg haben kann.
Wie seht ihr die Rechtslage?

Richard Gecko
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Re: Einstweilige Verfügung gegen Onlinespieleanbieter

Beitrag von Richard Gecko »

Daten bei der Uebertragung abzugreifen ist nicht trivial. Fast alle Hacks von Spielaccounts gehen einen viel einfacheren Weg, naemlich die Dummheit der User. Entweder weil die Passwoerter zu schwach sind, oder weil die Antworten auf sog. Sicherheitsfragen viel zu leicht erratbar sind. Die anderen Moeglichkeiten sind Trojaner die einfach die Passwoerter bei der Eingabe ausspaehen.
Werden Methoden verwendet die es erlauben die Daten bei der Uebertragung auszuspaehen, dann hilft meisst auch das Verschluesseln nichts, ausser man arbeitet dann gleich mit Zertifikaten, aber selbst hier muss der User dann aufpassen und das Zertifikat pruefen, bzw. die Warnmeldung seines Browser nicht ignorieren.
Freie DNS-Server:
87.118.100.175 (Germany Privacy Foundation)
85.214.73.63 (FoeBuD e.V.)
213.73.91.35 (CCC)
Anleitung zum Umstellen:
http://www.ccc.de/censorship/dns-howto/

ratio legis
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Re: Einstweilige Verfügung gegen Onlinespieleanbieter

Beitrag von ratio legis »

Würde mich auch interessieren, ob man das als Kunde vom Anbieter verlangen kann.

Michael A. Schaffrath
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Re: Einstweilige Verfügung gegen Onlinespieleanbieter

Beitrag von Michael A. Schaffrath »

Wenn das nicht vertraglich zugesichert wurde, nein.

Und im Falle eines Schadens müßte man wohl auch noch nachweisen können, daß hier ein Versäumnis des Anbieters ursächlich war, d.h. daß hier wirklich ein Dritter die unverschlüsselten Daten auf dem Weg zwischen Client und Server abgefangen hat. Im Zweifel kann vermutlich eher der Anbieter nachweisen, daß man "12345" als Passwort hatte...
DefPimp: Mein Gott
Biber: Nö, war nur M.A.S. Aber hier im Forum ist das schon ziemlich dicht dran.

Chabos wissen, wer der M.A.S. ist.

ArrowII
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Re: Einstweilige Verfügung gegen Onlinespieleanbieter

Beitrag von ArrowII »

Stellt sich imho die Frage welcher Schaden entsteht wenn der Account von einem dritten übernommen wurde.
Üblicherweise werden accounts geplündert und gelöscht. Und wenn der Anbieter innerhalb von einer angemessenen Zeit den Account wiederherstellt und dem eigentlichen Nutzer zur Verfügung stellt dann reden wir von 1- 6 Tagen die der account nicht genutzt werden kann. Bei einem angenommenen Beitrag von ca 12 Euro im Monat und einer Spielzeit von 4 Stunden pro Tag, keine Ahnung, 20 cent Schaden?

:-D

Grüße

Johannes M.
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Registriert: 30.06.10, 14:44

Re: Einstweilige Verfügung gegen Onlinespieleanbieter

Beitrag von Johannes M. »

ArrowII hat geschrieben:Stellt sich imho die Frage welcher Schaden entsteht wenn der Account von einem dritten übernommen wurde.
Üblicherweise werden accounts geplündert und gelöscht. Und wenn der Anbieter innerhalb von einer angemessenen Zeit den Account wiederherstellt und dem eigentlichen Nutzer zur Verfügung stellt dann reden wir von 1- 6 Tagen die der account nicht genutzt werden kann. Bei einem angenommenen Beitrag von ca 12 Euro im Monat und einer Spielzeit von 4 Stunden pro Tag, keine Ahnung, 20 cent Schaden?

:-D

Grüße
Also wenn du von Schneesturm redest ist der Support eigentlich deutlich schneller oder nicht?
Michael A. Schaffrath hat geschrieben: Und im Falle eines Schadens müßte man wohl auch noch nachweisen können, daß hier ein Versäumnis des Anbieters ursächlich war, d.h. daß hier wirklich ein Dritter die unverschlüsselten Daten auf dem Weg zwischen Client und Server abgefangen hat. Im Zweifel kann vermutlich eher der Anbieter nachweisen, daß man "12345" als Passwort hatte...
Bei DEM MMORPG von Schneesturm handelt es sich meist um Trojaner oder Phishingseiten.
Die Trojaner befinden sich oft in "Wie mache ich InGame Geld?"-Guides oder in den zahlreichen AddOns. Phishingseiten werden meist via echt aussehender und mit aktuellen themen bestückten emails verschickt. Es kann natürlich auch sein das jmd die daten abgreift aber einen Download mit ein paar sehr oft gesuchten begriffen verbinden, damit man beim suchanbieter ziemlich weit oben steht, ist aber doch einfacher.


Downloadet euch nichts von irgendwelchen seiten. Bei AddOns besteht sowieso die gefahr das es von Schneesturm nicht erlaubt ist dieses AddOn zu benutzen.
MfG Jo

Wenn man mich verbessert, werde ich wohl etwas falsches gesagt haben :D

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