Uhr verkauft bei Onlineauktion

Domainrecht, Software-Lizenzrecht, Internetauktionshaus [Name geändert], Internetauktionsrecht....

Moderator: FDR-Team

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Egni
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Uhr verkauft bei Onlineauktion

Beitrag von Egni »

VK A stellt seine Uhr bei einem Auktionshaus zum Verkauf ein.
Diese wird als gebraucht beschrieben.(Armband gekürzt-wurde nicht erwähnt.)Käufer B erwirbt diese Uhr im September2010.
Laut Bild waren keine Gebrauchsspuren zu sehen.
Nun verlangt B über einen Anwalt sein Geld zurück.
Muß A bezahlen bevor er die Uhr zurückbekommt?

Danke
LG

Gammaflyer
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Re: Uhr verkauft bei Onlineauktion

Beitrag von Gammaflyer »

Mit welcher Begründung will B das Geld zurück.

Egni
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Re: Uhr verkauft bei Onlineauktion

Beitrag von Egni »

B verlangt sein Geld zurück:
-entspricht nicht dem Bild
-Armband wurde gekürzt (vom Fachmann)
LG

ThePhil
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Re: Uhr verkauft bei Onlineauktion

Beitrag von ThePhil »

Das kommt ganz drauf an:

Davon ausgehend, dass es sich um einen privaten Verkauf handelt, ist ein Widerruf ausgeschlossen.

Daher ist hier der einzig sinnvolle Weg, der des Gewährleistungsanspruchs. Jedoch muss dem Käufer eine Chance zur Nacherfüllung gegeben werden. Erst wenn diese abgelehnt wird oder zwei mal scheitert, kann der Käufer vom Vertrag zurück treten.

Desweiteren ist zu Prüfen, ob es sich bei den angegebenen Gründen um Mängel iSd § 433 ff. handelt. Das ist jedoch schwer in diesem fiktiven Fall zu lösen, da dies maßgeblich auf den einzelnen Umstände ankommt.
Das Einzige, das man sich jederzeit nehmen darf, ohne danach sitzen zu müssen, ist Platz. - Heinz Erhardt.

fdrregister
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Re: Uhr verkauft bei Onlineauktion

Beitrag von fdrregister »

ThePhil hat geschrieben: Davon ausgehend, dass es sich um einen privaten Verkauf handelt, ist ein Widerruf ausgeschlossen.
Nicht ganz: Die Widerrufsmöglichkeit KANN beim privaten Verkauf ausgeschlossen werden. Ist sie aber nicht automatisch. Wurde also das Widerrufsrecht nicht ausgeschlossen, kann der Käufer die Ware einfach zurücksenden und sein Geld zurückverlangen.
Daher ist hier der einzig sinnvolle Weg, der des Gewährleistungsanspruchs.
Die Gewährleistung kann aber ebenso ausgeschlossen werden.
Desweiteren ist zu Prüfen, ob es sich bei den angegebenen Gründen um Mängel handelt.
Sehe ich auch als einzige Option, sollten Gewährleistung und Widerrufsmöglichkeit ausgeschlossen worden sein. Die Frage ist, ob ein gekürztes Armband bei einer Gebraucht-Uhr ein zu erwartender Zustand ist (ich denke aus eigener Erfahrung mit etlichen Uhren von etlichen Familienmitgliedern: ja - keine passte ungekürzt richtig gut) und ggf. vorher hätte erfragt werden können. Es sei denn, in der Beschreibung stand etwas wie "Originalzustand" oder "Armband ungekürzt" oder ähnliches.

Wenn die Ware Gebrauchsspuren aufweist, die aufgrund der Geringfügigkeit nicht bildlich darzustellen waren aber beschrieben sind (Artikel in gebrauchtem aber gutem Zustand...) ist auch das kein Mangel. Nur, wenn der Artikel besser beschrieben wurde als er ist (Kratzerfrei, wie neu!).

Richard Gecko
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Re: Uhr verkauft bei Onlineauktion

Beitrag von Richard Gecko »

Wo steht denn im BGB dass man den Widerruf ausschliessen kann?
Freie DNS-Server:
87.118.100.175 (Germany Privacy Foundation)
85.214.73.63 (FoeBuD e.V.)
213.73.91.35 (CCC)
Anleitung zum Umstellen:
http://www.ccc.de/censorship/dns-howto/

ratio legis
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Re: Uhr verkauft bei Onlineauktion

Beitrag von ratio legis »

fdrregister hat geschrieben:Nicht ganz: Die Widerrufsmöglichkeit KANN beim privaten Verkauf ausgeschlossen werden. Ist sie aber nicht automatisch. Wurde also das Widerrufsrecht nicht ausgeschlossen, kann der Käufer die Ware einfach zurücksenden und sein Geld zurückverlangen.
Wieso muss das Widerrufsrecht ausgeschlossen werden? Für den Kauf von privat sieht der Gesetzgeber gar kein Widerrufsrecht vor. § 312d BGB verweist auf § 355 BGB, und dort ist von Verbraucherverträgen die Rede. Und diese werden immer zwischen Unternehmer und Verbraucher geschlossen.

Gewährleistungsansprüche können allerdings von privaten Verkäufern ausgeschlossen werden. Vielleicht hat fdrregister das gemeint?

spraadhans
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Re: Uhr verkauft bei Onlineauktion

Beitrag von spraadhans »

Und um es nochmal ganz deutlich zu schreiben:

Das hier:
Nicht ganz: Die Widerrufsmöglichkeit KANN beim privaten Verkauf ausgeschlossen werden. Ist sie aber nicht automatisch. Wurde also das Widerrufsrecht nicht ausgeschlossen, kann der Käufer die Ware einfach zurücksenden und sein Geld zurückverlangen.
ist schlicht und grob falsch! Dazu bitte 312b ff., 355 ff. BGB lesen.

karlhaider
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Re: Uhr verkauft bei Onlineauktion

Beitrag von karlhaider »

Um mal auf die ursprüngliche Frage einzugehen:
Muß A bezahlen bevor er die Uhr zurückbekommt?
Typischerweise geht es Zug um Zug. Um das zu verdeutlichen:
Angenommen, ich kaufe in einem Kaufhaus ein Gerät, gehe heim. Am nächsten Tag komme ich ohne das Gerät wieder und sage, das Gerät ist kaputt, ich will mein Geld zurück, das Gerät bringe ich dann morgen oder so vorbei. Das wird nicht funktionieren! Es geht Zug um Zug. Also gebe ich zuerst das Gerät zurück, und erhalte dann mein Geld.
Also sendet der Käufer zunächst den Artikel zurück zum Verkäufer, um dann das Geld zu erhalten.

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