Internationale Webseite - welches Recht

Domainrecht, Software-Lizenzrecht, Internetauktionshaus [Name geändert], Internetauktionsrecht....

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rabab
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Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von rabab » 12.08.18, 10:31

Hallo,
folgende theoretische Situation:
Ich bin Webdesigner und soll eine Homepage für eine Firma erstellen. Diese Firma will Fachkräfte aus einem anderen Land nach Deutschland holen. Der Titel der Firma könnte eine englische Limited sein (u.U. auch eine deutsche GmbH). Die Seite liegt auf einem deutschen Server.
Auf welches Recht muss ich bei dieser Seite Rücksicht nehmen?
Danke schon mal für die Antworten.

ktown
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Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von ktown » 12.08.18, 13:43

Liebes FDR-Mitglied,

wie Sie sicher in unserer Juriquette (=Forenregeln) gelesen haben, darf hier keine individuelle Rechtsberatung in einem konkreten Fall erfolgen. Sie helfen dem Forum und erleichtern dem Moderatoren-Team die Arbeit, wenn Sie eine Fragestellung zur allgemeinen Rechtslage herausarbeiten, die für Sie von Relevanz ist.

Weitere Konkretisierungen zur unseren Forenregeln finden sich neben der Juriquette in der Moderationsleitline oder in dem Beitrag "Was ist erlaubt"?

Fragen dazu können Sie jederzeit im Forum für Mitgliederinformation u. Support stellen.

Wenn sie eine individuelle Beratung wünschen, dann hilft ihnen diese Seite.

fodeure
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Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von fodeure » 12.08.18, 18:16

rabab hat geschrieben:Auf welches Recht muss ich bei dieser Seite Rücksicht nehmen?
Auf jedes Recht, welches betroffen ist. Das können u.U. die Rechtsvorschriften aller beteiligten Länder sein. Gegebenenfalls müssen Anwälte in allen beteiligten Ländern beauftragt werden, um die Rechtslage zu prüfen. Das sollte aber nicht die Aufgabe oder das Problem des Webdesigners sein.

rabab
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Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von rabab » 13.08.18, 07:38

@ktown
Wie ich geschrieben habe, handelt es sich um einen theoretischen, also hypothetischen Fall. Ich wüsste nicht, wie ich damit gegen die Juriquette verstoßen habe.

@fodeure
Das die Seite (nicht die Firma) alle drei Rechtsformen berücksichtigen muss, kann ich mir nicht so richtig vorstellen.
Wenn z.B. ein amerikanischer Neo-Nazi (weiß nicht, wie ich gerade auf so ein Beispiel komme :( ) eine Webseite auf Deutsch gestaltet, die gegen deutsches Recht verstößt, nicht aber gegen amerikanisches, kann Deutschland nichts dagegen machen. Wenn ich den Faden allerdings weiter spinne: liegt die Seite auf einem amerikanischen Server, kann Deutschland wohl wirklich nichts machen, liegt sie allerdings auf einem deutschen Server, kann Deutschland, vermute ich mal, die Seite sperre lassen. Also müsste es eine Frage des Servers sein. Aber das alleine kann es auch wieder nicht sein, wenn es sich um eine "Limited" handelt...

Als Webdesigner sehe ich mich da aber schon, zumindest zum Teil, in der Pflicht, eine rechtlich einwandfreie Seite abzuliefern.

ktown
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Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von ktown » 13.08.18, 07:48

rabab hat geschrieben:Ich wüsste nicht, wie ich damit gegen die Juriquette verstoßen habe.
Schon im zweiten Satz.
rabab hat geschrieben:Ich bin Webdesigner und soll eine Homepage für eine Firma erstellen.
und die abschließende Frage
rabab hat geschrieben:Auf welches Recht muss ich bei dieser Seite Rücksicht nehmen?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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rabab
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Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von rabab » 13.08.18, 12:26

Ja, ich habe ICH geschrieben, aber es ist alles theoretisch, dass habe ich doch davor erwähnt.

ktown
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Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von ktown » 13.08.18, 14:50

rabab hat geschrieben:Ja, ich habe ICH geschrieben, aber es ist alles theoretisch, dass habe ich doch davor erwähnt.
Sie meinen genau so wie in den letzten Beiträgen von Ihnen es sich nur um rein theoretische Fälle handelt. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von rabab » 13.08.18, 14:54

Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt :)
Dennoch weiß ich aber nicht, wie ich es anders hätte formulieren sollen.

ktown
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Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von ktown » 13.08.18, 14:57

Das lesen und verstehen der Regeln kann ich Ihnen nicht abnehmen.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von Zafilutsche » 14.08.18, 10:52

rabab hat geschrieben:... und soll eine Homepage für eine Firma erstellen. Diese Firma will Fachkräfte aus einem anderen Land nach Deutschland holen. Der Titel der Firma könnte eine englische Limited sein (u.U. auch eine deutsche GmbH). Die Seite liegt auf einem deutschen Server.
Haftungstechnisch stellen sich ganze Batterien an Fragen:
Wenn der Auftragnehmer (Webdesigner) einen Vertrag mit dem Unternehmen XY abschliesst über die Erstellung und Wartung einer Internetpräsenz, dann wäre es schon wichtig die grenzen der Haftung und Verantwortlichkeiten zu definieren und zu vereinbaren. Die Risiken zwischen einer dt. GmbH und einer englischen ltd. sind nicht unerheblich. (mit dem künftigen "Brexit" wird's wahrscheinlich noch komplizierter als es heute schon ist). Für den Umgang mit Daten und dessen Verwaltung ist die jeweils gültige Verordnung anzuwenden. Ist in der Anfragephase bereits ein "Pflichtenheft" vom Anfragenden zur Verfügung gestellt worden?

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Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von rabab » 14.08.18, 13:07

Also in diesem rein hypothetischen Fall würde der Webdesigner diese Leistung als Freundschaftsdienst erbringen - dass heißt, nicht einmal "schwarz". Wenn was abfällt, vielleicht mal ein Essen. Die komplette Verantwortung würde also bei der Firma liegen. Dennoch gebietet einfach der Stolz des Webdesigners, die Seite möglichst rechtlich einwandfrei zu gestalten.
Da es keinen wirklichen Auftrag gibt, gibt es auch keine Pflichten. Die Seite würde gestaltet werden - durchaus schon nach den Wünschen des "Auftraggebers" - was er dann aber letztlich damit abstellt, wäre seine Sache. Sie wäre auch auf seinen Namen angemeldet.

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Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von ktown » 14.08.18, 13:15

Ist der fiktive Webdesigner so naiv oder macht er nur so? Nur weil er der Ansicht ist, dass er nur einen Freundschaftsdienst macht, so steht er trotzdem in der Verantwortung.
rabab hat geschrieben:Da es keinen wirklichen Auftrag gibt, gibt es auch keine Pflichten.
Der fiktive Webdesigner ist anscheinend der Ansicht, dass Auf- bzw. Verträge nur schriftlich gültig sind. Dem ist aber nicht so.
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Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von rabab » 14.08.18, 13:26

Der fiktive Webdesigner hätte, in diesem hypothetischen Beispiel, seinem Bekannten gesagt, dass er nach vielen Jahren wieder Interesse am Webdesign findet und sich wieder mit diesem Thema beschäftigt. Daraufhin hat der fiktive Bekannte gesagt, super, er brauche eine Seite. Es steht also kein Auftrag dahinter. Der Bekannte würde, in diesem Beispiel, einfach ein paar Wünsche äußern - Farbgestaltung, Seitenaufteilung, etc. - und der Webdesigner würde das, wenn er denn Lust hat, das übernehmen. Wenn die Seite letztlich dem Bekannten nicht gefällt, braucht er sie ja nicht zu nehmen.

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Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von Zafilutsche » 14.08.18, 13:42

Dann wäre das Telemediengesetz und der aktuelle Stand wegen Datenschutz ein wichtiger Ansatz.
Spannend wird es immer dann, wenn die ersten Abmahnungen (vom Mitbewerber) kommen und wer dann sein
Porte­mon­naie öffnen muss. :devil: (Interessant könnte der Blick ins Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG) sein)
Aber die Firma steht in der Tat erst einmal an vorderer Front, so dass der Webdesigner nachrangig drankommen könnte.
"Gefälligkeitsleistungen" sind übrigens beliebte Themen so in Richtung Versicherungsrecht/Sozialabgaben und Steuerrecht.
Da befassen sich Sozial-Gerichte mit und das durch mehrere Instanzen.
Insofern ist es gut und richtig vorher die richtigen Fragen zu stellen, um keine Bauchlandung zu machen die vielleicht wehtut.

rabab
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Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von rabab » 14.08.18, 14:19

Das mit dem Telemediengesetz ist ein guter Tipp, das werde ich mal durcharbeiten (theoretisch). Danke.
Und ne Genfälligkeitsleistung wäre es wirklich, keine Schwarzarbeit. Also können sich die Gerichte ruhig zu Zähne dran aus beißen.
Aber vielleicht sollte der theoretische Webdesigner sich doch einfach unterschreiben lassen, dass er nicht haftbar gemacht werden kann.

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